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    Der ganz große Zombie-Boom scheint mittlerweile vorbei. Nachdem The Walking Dead die Untoten zum Quotenhit machte, bevölkerten sie zeitweise in Scharen TV und Kino, doch mittlerweile scheint die Untotenhatz auserzählt. Kann der dänische Vertreter „What we become“ dem Genre nochmal etwas neues abgewinnen?

    whatwebecome

    (c) Capelight Pictures
    Laufzeit: 81 Minuten
    ab 18.11.2016 im Handel
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    Zombieplage in Dänemark
    In einem Vorort von Kopenhagen gehen die Leute ihrem spießigen Alltag nach. Als in der Nähe eine Seuche ausbricht, nimmt man das zunächst nicht so ernst, die Regierung wird die Sache schon im Griff haben, denkt sich Familienvater Dino. Doch rasch eskaliert die Lage. Ausgangssperre, Isolation, Abtransport von Infizierten. Dinos Sohn Gustav will der Sache auf den Grund gehen – und löst eine Katastrophe aus.

    Ähnlich wie der Walking Dead-Ableger „Fear the Walking Dead“ setzt die Handlung hier vor Ausbruch der Seuche ein und so dauert es eine ganze Weile, bis der erste Zombie über den Bildschirm schlurft. Stattdessen setzt der Film auf Horror der anderen Art, denn es ist schon recht beängstigend, wie die zu Beginn als schützend empfundene Staatsmacht sich Stück für Stück gegen die Bewohner richtet und auch die nichtinfizierten zur Bedrohung macht. Der Titel „What we become“ suggeriert hier allerdings mehr Tiefgang, als der Film dann zu bieten hat. Wie Infizierte von einer hilflosen Obrigkeit im Stich gelassen werden und wie die Menschheit verroht, wenn die gesellschaftliche Ordnung versagt, wurde in „Die Stadt der Blinden“ wesentlich packender und tiefschürfender inszeniert.

    In der zweiten Hälfte wandelt sich der Film zum Zombie-Film nach altbekanntem Strickmuster. Überlebenskampf, Umgang mit infizierten Angehörigen, verzweifelte Suche nach Lebensmitteln und einer Fluchtmöglichkeit, all das hat man schon in gefühlt einhundert anderen Filmen gesehen. Genau das gereicht „What we become“ dann auch zum Nachteil, denn Überraschungen hat er einfach keine zu bieten. Dazu kommen kleine (atbekannte) Ungereimtheiten: So dauert die Inkubationszeit mal Tage, mal Sekunden, je nachdem wie es dem Drehbuchautor in den Kram passte. Und dass das jugendliche Pärchen angesichts eines vor Minuten verstorbenen Angehörigen nichts anderes als Sex im Kopf hat, wirkt auch mehr als unglaubwürdig. Immerhin, Regiedebütant Bo Mikkelsen inszeniert das ganze auf solidem Niveau, Splatterfans werden hier allerdings nur selten beglückt.

    Übrigens: Wer meint, „Sorgenfri“ sei ein bescheuerter Name für einen fiktiven Ort – den gibt es tatsächlich in der Nähe von Kopenhagen.

    Fazit

    Der Film kommt schlicht vier-fünf Jahre zu spät. Zwar ist „What we become“ solide inszeniert und in einigen Szenen durchaus packend, abgesehen davon, dass das ganze in Dänemark spielt, hat der Film dem Genrefan aber absolut nichts zu bieten, was man nicht schon in zig anderen Zombiefilmen und -serien gesehen hat. Wer das aber nicht weiter schlimm findet, wird gut unterhalten.

    Wertung


    Pro

    • Kontrollverlust gut inszeniert
    • einige durchaus packende Szenen

    Contra

    • einige Figuren verhalten sich unglaubwürdig
    • insgesamt alles bekannt und wenig überraschend

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 12.Nov.2016 911 x gelesen