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Wyrmwood ist ein Crowdfunding-Projekt, für das die Brüder Kiah und Tristan Roache-Turner gerade mal 37.000 $ einsammelten. Herauskommen sollte eine Mischung aus Mad Max-Endzeit und Zombie-Horror. Eine gelungene Mischung?

wyrmwoood

(c) Tiberius Film
Laufzeit: 94 Minuten
ab 06.08.2015 im Handel
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Der übliche Kampf ums Überleben
Im australischen Hinterland bricht über Nacht eine Zombieseuche aus. Barry musste seine eigene Familie erschießen und ist nun mit ein paar wenigen Überlebenden auf der Suche nach seiner Schwester Brooke, die ihn per Handy kontaktiert hat. Die ist in die Hände eines sadistischen Militärarztes geraten, der an ihr Experimente mit Zombieblut vornimmt, die ihr erschreckende Fähigkeiten verleihen.

Der Film beginnt mit einer in der Tat an Mad Max erinnernden Actionszene. Drei in zusammengewürfelte Rüstungen gehüllte Männer stürzen aus einer Scheune und ballern eine Meute von Zombies nieder, um einen Truck zu erreichen. Dann schaltet der Film unvermittelt in die Vergangenheit um und erzählt uns, was bisher geschah und wie die Hauptpersonen den Ausbruch der Zombieseuche erlebten. Bis hierher bleibt der Film stimmig und ist für sein kleines Budget ordentlich gemacht. Gut, dass die Schreie der Zombies sich anhören wie die der Nazgul im Herrn der Ringe ist etwas verwirrend und die dramatischen „Ich muss meine geliebte Frau erschießen, weil sie ein Zombie ist“-Szene hat man wirklich schon oft genug gesehen, aber ok.

Dann aber gibt es einen Bruch im Film. Plötzlich heißt es, Benzin brenne nicht mehr (eine Erklärung wird nicht geliefert), dafür aber der Atem der Zombies. Also beschließen vier Überlebende einen Truck so umzubauen, dass er mit Zombieatem fährt – womit wir wieder bei der Eröffnungsszene wären, die dann auch gleich nochmal gezeigt wird. Hier bekommt der Film einen skurrilen Touch und wäre das ganze als Horror-Farce angelegt, hätte das auch ganz witzig sein können. Dann hätte auch der klischeehafte Sadist-Arzt ins Bild gepasst, der dermaßen übertrieben ist, dass man wie die Zombies mit den Augen rollen möchte. Stattdessen ruinieren die Brüder hier die bislang aufgebaute, düstere Atmosphäre und wenn sie versuchen witzig zu sein, geht das meist total in die Hose.

Dieses Kuddelmuddel aus bemühtem Humor und brauchbarem Zombie-Geballer im Comic-Stil zieht sich dann auch durch den Rest des Films, während der Zuschauer vergeblich darauf wartet, dass die Geschichte irgendwie nochmal den Dreh hinbekommt und zu einem vernünftigen Ende geführt wird. Das bleibt einem allerdings verwehrt, das Finale ist enttäuschend und das Ende total unbefriedigend (Fortsetzung ist wohl angedacht), für ein vernünftiges Drehbuch hat das Budget offensichtlich nicht gereicht.

Das ist sehr bedauerlich, denn die Schauspieler sind größtenteils gut, vor allem das Geschwisterpaar überzeugt und rein handwerklich ist der Film für sein Mini-Budget erstaunlich gut gemacht und temporeich inszeniert. Potential wäre also da gewesen und aus der Idee um Brookes Fähigkeiten hätte man eine Menge machen können, das wird allerdings zugunsten sich wiederholender Zombie-Ballereien und peinlicher Humor-Fehlschläge größtenteils verschenkt.

Fazit

Wyrmwood ist für sein Winz-Budget gut gemacht, für ein ordentliches Drehbuch fehlten aber die Mittel und das Talent. Die Geschichte ist verworren und unbefriedigend, die klamaukigen Humorversuche enden meist peinlich. Wer einfach nur platzende Zombie-Schädel und altbekannte Horror-Klischees sehen will, wird wohl zufrieden gestellt, wer auch auf eine Geschichte wert legt, sollte den Film allerdings meiden.

Wertung


Pro

  • interessante Mischung aus Zombie und Endzeit
  • für Winz-Budget ordentlich umgesetzt

Contra

  • Geschichte verworren und unbefriedigend
  • Komik meist nur peinlich
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Kategorien: Filme, Horror
von Jörg Benne 31.Jul.2015 426 x gelesen