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    Sechzehn Jahre ist es mittlerweile her, dass Bryan Singer die X-Men das erste Mal ins Kino brachte und zusammen mit anderen Titeln den aktuellen Superhelden-Boom begründete. Nachdem zuletzt junge und alte X-Men zusammen auftraten, dreht sich in „Apocalypse“ nun wieder alles um die junge Garde und auch mal wieder um den drohenden Untergang der Menschheit.

    xmenapocalypse

    (c) 20th Century Fox
    Laufzeit: 138 Minuten
    ab 22.09.2016 im Handel
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    Der mächtigste Mutant
    Als der jahrtausendelang gefangene, einst in Ägypten als Gott herrschende Mutant En Sabah Nur versehentlich befreit wird, sieht er die Welt in der Hand von Schwachen. Zusammen mit anderen Mutanten, deren Kräfte er vergrößern kann, will er die Welt zerstören und eine neue Ordnung schaffen. Auch Magneto schließt sich dem Mega-Mutanten an, einzig Charles Xavier und einige seiner Schüler versuchen, den übermächtigen Gegner aufzuhalten.

    Ja, die Story, die zehn Jahre nach „Erste Entscheidung“ spielt, lässt sich recht kurz zusammenfassen, denn für viel Rahmen-Handlung ist trotz fast 140 Minuten Laufzeit kaum Platz. Das liegt an der großen Zahl an Mutanten, die im Film eine Rolle spielen. Darunter sind einige neue wie Psylocke oder Angel, dazu lernen wir noch die jungen Varianten einiger alter Bekannter wie Cyclops, Nightcrawler, Storm und Jean Grey kennen, zumeist im Schnellverfahren – Storm beispielsweise hat im Film nicht mal eine handvoll Sätze zu sagen. Damit nicht genug, muss natürlich auch noch geschildert werden, was Mystique und Magneto so getrieben haben und ein ebenfalls aus der ersten Trilogie bekannter Widersacher tritt auch noch auf den Plan.

    So läuft nach den kurzen Charaktereinführungen alles schnell auf den entscheidenden Endkampf zwischen den Anhängern der beiden Fraktionen hinaus, die für bzw. gegen die Menschen kämpfen, ein altbekanntes Muster, dass sich durch die meisten X-Men-Filme zieht, dem es hier aber an der Tiefe fehlt, die die vorherigen Filme zum Teil ausgezeichnet hat. Zu eindimensional ist Obermotz En Sabah Nur, zu simpel seine Verführungstaktik und zu vorhersehbar das Ende. Auch die innerliche Zerrissenheit von Raven/Mystique, die hier zur Widerstandsheldin hochstilisiert wird, wodurch Lawrence im Grunde ihre Tribute von Panem-Rolle weiterführt, wird hier nur angedeutet. Einzig die Einführung von Magneto ist wirklich gelungen.

    Deshalb muss der Film sich vor allem auf die Sympathie verlassen, die man den bekannten Figuren durch die vorherigen Abenteuer schon entgegenbringt – und natürlich auf seine Schauwerte. Von denen gibt es einige, wenngleich der Auftritt von Quicksilver nicht mehr so ein Aha-Effekt ist wie im letzten Film. Zwischenzeitlich ist der Film eine große Zerstörungsorgie a la Avengers oder Man of Steel, wie unsere Welt digitaltechnisch auseinandergenommen wird, hat man mittlerweile aber auch schon oft genug gesehen.
    An echter Spannung fehlt es indes und auch Humor blitzt zu selten auf. Nicht zuletzt ist die Chemie unter den neuen X-Men einfach noch nicht ausgereift, sodass sie im Zusammenspiel nicht so überzeugen können, wie in den vorherigen Filmen oder wie es die Avengers schaffen. Was bleibt ist ein gut gemachter, unterhaltsamer Actioner, der aber nicht an die beiden Vorgänger heranreicht.

    Fazit

    Wie schon bei „Der letzte Widerstand“ fährt Singer zum Abschluss seiner Trilogie dicke Geschütze auf und verfährt nach dem Motto „viel hilft viel“, vor allem viele Mutanten und viel Action. Das Ergebnis ist auch ähnlich wie damals: Immer noch ein guter Superhelden-Film, der aber im Vergleich zu seinen beiden Vorgängern etwas abfällt, was nicht zuletzt an dem sehr eindimensionalen Bösewicht und der mittlerweile etwas überstrapazierten Apocalypse-Thematik liegt.

    Wertung


    Pro

    • überzeugende Actionsequenzen
    • jede Menge Mutanten

    Contra

    • von denen viele aber sehr blass bleiben
    • Spannung und Humor bleiben etwas auf der Strecke
    • Bösewicht eindimensional und langweilig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 16.Sep.2016 785 x gelesen