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Mit X-Men – Zukunft ist Vergangenheit kehrt nicht nur die „alte Riege“ aus der ersten Trilogie zurück, auch Bryan Singer ist wieder im Regie-Sattel. Auf ihn wartete mit der großen Zahl an Mutanten und noch dazu zwei Zeitebenen dann auch gleich eine Mammut-Aufgabe. Hat er sie bewältigt?

Die Vergangenheit als letzte Chance
In naher Zukunft sieht es schlecht aus für die Mutanten. Mit den sogenannten Sentinels haben sie einen Gegner, dem sie nicht gewachsen sind. Die Roboter können sich an die Fähigkeit jedes Mutanten anpassen und sind für diese somit quasi unbesiegbar. Die letzte Hoffnung ist die Fähigkeit von Kitty Pride, das Bewusstsein eines anderen Mutanten in die Vergangenheit zu schicken. Wolverine reist so in sein eigenes Ich des Jahres 1973 zurück, um einen Anschlag von Mystique auf den Sentinel-Erfinder Trask zu verhindern, denn damals geriet sie der Regierung in die Hände und erst durch das Verständnis ihrer Gene wurden die Sentinels so anpassungsfähig.
Um den Anschlag zu verhindern muss Wolverine mit den jungen Ausgaben von Xavier und Magneto zusammenarbeiten, was eigentlich schon schwer genug ist. Doch als sie dann die Vergangenheit zu verändern versuchen, wird alles nur noch schlimmer.

Die Kernthematik des Films ist den anderen vier Hauptfilmen sehr ähnlich. Wieder stehen das Verhältnis von Xavier und Magneto und ihre gegensätzlichen Ansätze mit der Furcht der Menschen vor den Mutanten umzugehen, im Vordergrund. Wolverine dient zwar als Verbindungsglied zwischen beiden Riegen, spielt aber nicht die Hauptrolle. Daneben haben vor allem noch Mystique (Jennifer Lawrence) und Beast (Nicholas Hoult) ein gewichtiges Wort in der Handlung mitzureden.
Doch der Cast an Mutanten ist dennoch riesig. Neben alten Bekannten wie Storm und Iceman, die eher kleine Auftritte haben, verschafft Singer auch vielen anderen beliebten Figuren des reichhaltigen X-Men-Universums zu kurzen Auftritten. Die meisten enden jedoch als Kanonenfutter in den effektvollen Kämpfen gegen die Sentinels und haben wenig Gelegenheit sich auszuzeichnen. Die Ausnahme bildet hier Blink, deren Fähigkeit den Raum mit Portalen zu manipulieren jedem Fan des Spiels „Portal“ das Herz aufgehen lassen wird.

Heimlicher Star des Films ist allerdings auch ein Neuling. Quicksilver (Evan Peters) hilft zu Beginn bei der Befreiung Magnetos und sein „rasender“ Auftritt ist sowohl optisch als auch in Sachen Humor einer der Höhepunkte des Films. Umso bedauerlicher ist es, dass er in der weiteren Geschichte keine Rolle mehr spielt und einfach sang- und klanglos verschwindet, obwohl seine Fähigkeiten durchaus weiter von Nutzen gewesen wären.

Und das ist nicht der einzige Vorwurf, den man dem Film machen kann. Zunächst muss man ganz klar sagen: Ohne Vorkenntnisse der vier anderen Hauptfilme wird man vieles nicht verstehen. Insbesondere „Erste Entscheidung“ muss man gesehen (und am besten auch noch im Gedächtnis) haben, um das Verhältnis von Xavier und Magneto zu Raven/Mystique nachvollziehen zu können. Fans, die vor allem die alte Riege nochmal sehen wollen, werden außerdem wohl enttäuscht sein, denn abgesehen von Wolverine liegt der Fokus ganz klar auf dem jungen Ensemble. Darüber hinaus klappt der Anschluss an das Ende von X-Men: Der letzte Widerstand nicht so recht, mal ganz davon abgesehen, dass die ganze Zeitlinie der ersten Trilogie durch diesen Film quasi ausradiert wird, was Fans der alten Filme wohl auch sauer aufstoßen mag. Zu guter Letzt lässt auch das Ende zu viele Fragen offen und man darf gespannt sein, wo der nächste X-Men-Film nun ansetzen wird.

Aber das ist letztlich jammern auf hohem Niveau. Singer unterhält sein Publikum trotz der genannten Kritikpunkte über zwei Stunden mit einer fesselnden Geschichte, gut aufgelegten Darstellern und bombastischer Action samt einer Prise Ironie.

Fazit

Auch wenn die Zeitreise-Story ihre Macken hat und manche Fans vielleicht etwas vor den Kopf stößt, kann man Bryan Singer dazu gratulieren, wie er es schafft, mit der großen Zahl an Helden, noch dazu in zwei Zeitebenen, zu jonglieren. Alles in allem ist auch der neueste X-Men-Film großes Superhelden-Kino, das gekonnt ernste Thematik, Humor und Action zu mehr als zwei Stunden guter Unterhaltung zu vermengen weiß.

Wertung


Pro

  • jede Menge X-Men mit dabei
  • genialer Auftritt von Quicksilver
  • spannende Geschichte mit Action, Humor und Drama

Contra

  • viele X-Men nur Kanonenfutter
  • Quicksilver verschwindet ohne Grund
  • Geschichte schließt schlecht an "Der letzte Widerstand" an
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Kategorien: Fantasy, Filme
von Jörg Benne 25.Sep.2014 2.829 x gelesen

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X-Men: Zukunft ist Vergangenheit
Publisher 20th Century Fox
Regie Bryan Singer
Genre Action
Weitere Infos
Termine
DVD/Blu-Ray02.10.2014 Kaufen
Kino22.05.2014
 

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