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    Als „mitreißender Mix aus Mad Max und The Road“ und „Endzeit-Thriller“ wird Young Ones angepriesen. Der stark an einen Western erinnernde Film erweist sich allerdings als eher ruhiges Drama und hat letztlich mit beiden Filmen wenig gemein.

    youngones_cover

    (c) Ascot Elite
    Laufzeit: 100 Minuten
    ab 18.11.2014 im Handel
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    Der Kampf um Wasser
    Eine lange Dürre hat das einst fruchtbare Land eines nicht näher genannten US-Bundesstaates ausgedörrt. Viele Menschen sind fortgezogen, doch Ernest Holm (Michael Shannon) harrt mit seinen Kindern auf seinem einst fruchtbaren Land aus, verdingt sich mit kleinen Handelsjobs und versucht zu erreichen, dass eine Wasserleitung, die in der Nähe gebaut wird, auch seine Felder versorgt.
    Der junge Flem Lever (Nicholas Hoult), Geliebter von Holms Tochter (Elle Fanning), will ebenfalls sein angestammtes Land nicht verlassen. Doch anders als Holm ist ihm jedes Mittel recht, um voranzukommen, was Holm ein Dorn im Auge ist. Er will seiner Tochter den Umgang mit Flem verbieten. Es kommt zur Konfrontation zwischen den beiden Männern.

    Die Geschichte hätte auch in einem klassischen Western-Umfeld funktioniert, Jake Paltrow (jüngerer Bruder von Gwyneth Paltrow) verlegte den Schauplatz aber in eine nahe Zukunft und garnierte die Geschichte mit einigen SF-Elementen wie z.B. Roboter-Landmaschinen oder technische Geräte für Querschnittsgelähmte. Reine SF-Fans werden dabei allerdings nicht glücklich, denn zumeist sind diese Elemente rein stylischer Natur und einiges wirkt auch nicht zu ende gedacht. Kern der Geschichte ist die Verrohung der Menschen im Angesicht der Verelendung. Was das angeht, hat der Film durchaus Parallelen mit The Road, ist aber nicht annähernd so düster. An Mad Max erinnert allenfalls die staubige Umgebung.

    Stattdessen konzentriert sich der Film in drei Kapiteln auf seine drei Hauptfiguren. Ein interessanter Ansatz, der jeweils auch den Blickwinkel des Zuschauers leicht verschiebt. Michael Shannon (Man of Steel) und Nicholas Hoult (Warm Bodies) verstehen es dabei hervorragend, ihre zwischen dem Richtigen und dem Notwendigen zerrissenen Figuren zu porträtieren.

    So gut die Schauspieler ihre Rollen auch spielen, so interessant die Landschaft und die gesellschaftliche Prämisse auch sein mögen, beides ändert nichts daran, dass die klassische Schuld und Sühne-Geschichte um Gier, Gewalt und Rache den Zuschauer kaum zu überraschen vermag, sie folgt allzu ausgetretenen Pfaden. Nach dem ersten Akt ist vorgezeichnet was passieren wird, fraglich ist allenfalls noch das Wie. Da der Film ohnehin eher gemächlich inszeniert ist, kann er somit allenfalls als dramatische Charakter-Studie punkten, von Thrill kann keine Rede sein.

    Fazit

    Wenngleich der Film einen interessanten Ausblick in die nahe Zukunft wagt, ist die zugrundeliegende Geschichte altbekannt und hält kaum Überraschungen bereit. Dank guter Darstellerleistungen und des interessanten Settings reicht es aber noch für ein ordentliches Drama, das aber weit hinter der Eindringlichkeit eines The Road zurückbleibt.

    Wertung


    Pro

    • interessante SF-Ideen
    • glaubwürdige Figuren
    • gute Darsteller

    Contra

    • SF-Elemente wirken zum Teil aufgesetzt
    • Storyverlauf bekannt und ohne Überraschungen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 11.Nov.2014 4.143 x gelesen