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    Gerade erst habe ich mit The Survivalist ein Endzeit-Drama rezensiert, bei dem es um das Zusammenleben in der Endzeit geht, nun kommt mit „Z for Zachariah“ gleich der nächste Ableger dieser Untergattung. Hier wie dort dreht sich alles um nur drei Personen, auch die Liebe in Zeiten der Postapokalypse ist in beiden Filmen zentrales Thema, während die Apokalypse eher den Rahmen als den Inhalt vorgibt – und doch ist „Z for Zachariah“ eine ganze andere Art Film.

    zforzach

    (c) Tiberius Film
    Regie: Craig Zobel
    Laufzeit: 94 Minuten
    ab 07.07.2016 im Handel
    Trailer Ansehen / Bei Amazon bestellen

    Das letzte Tal
    Ann lebt mit ihrem Hund auf einer Farm in einem abgelegenen Tal, das als einziges Gebiet in der Gegend nicht verstrahlt ist. Sie hat sich schon mit ihrem einsamen Leben abgefunden, als eines Tages der Wissenschaftler John auftaucht, der dank eines Strahlenzuganzugs aus einem unterirdischen Bunker bis zu dem Tal gekommen ist. Verstrahlt ist er dennoch, aber Ann pflegt ihn gesund und die beiden kommen sich näher.
    Aber dann taucht der Minenarbeiter Caleb auf. Die naive Ann lädt ihn ein, bei ihnen im Tal zu bleiben. Bald kommt es zwischen den Männern zu Spannungen, schließlich ist Ann vielleicht die letzte Frau auf Erden.

    Warum und wie genau die Welt vor die Hunde gegangen ist, behält der Film für sich, man kann aber wohl von einem Atomkrieg ausgehen – jedenfalls ist Radioaktivität die Gefahr, die die Zivilisation dahingerafft hat. Irgendwie ist Anns Tal davon ausgenommen und der Garten Eden, in dem sie lebt, ist nicht die einzige religiöse Andeutung im ersten Drittel des Films. Inszeniert wird die apokalyptische Welt indes kaum. In der Anfangssequenz sieht man Ann in einer leblosen Stadt herumirren, der Rest der Geschichte spielt im Tal, wo alles grünt und blüht – keine Spur von Mutationen oder anderen Dingen, über die man sich nach einem Atomkrieg vielleicht Gedanken machen müsste.

    Im Vordergrund steht der Konflikt zwischen den drei Figuren und dabei geht es bei Weitem nicht nur um das Buhlen zweier Männer um eine Frau. John ist nämlich ein afroamerikanischer Wissenschaftler, der mit Anns Frömmigkeit wenig anfangen kann. Caleb gibt wenigstens vor, Christ zu sein, und versucht Ann mit Andeutungen zum Glauben auf seine Seite zu ziehen. So entstehen Konflikte um Liebe, Abstammung, Glauben und Zukunft zwischen den dreien.

    Der Film setzt allerdings in erster Linie auf die erotische Spannung. Diese entlädt sich indes nie wirklich. Die einzige Liebesszene ist bieder und brav, wie der ganze Film, der oft mehr vor sich hinplätschert, statt die Spannung zu forcieren.
    Bemerkenswert sind einzig die Darstellerleistungen. Von Chiwetel Ejiofor (12 Years a Slave) ist man das gewohnt, aber Margot Robbie (The Wolf of Wall Street) überrascht hier in einer für sie eher untypischen Rolle und der eigentlich auf Blockbuster-Kino spezialisierte Chris Pine (Star Trek) kann genau wie sie sein schauspielerisches Talent beweisen. Dank ihrer glaubwürdigen Figuren bleibt man als Zuschauer bei der Stange.

    Uns lag die 3D-Version zum Rezensieren vor. Während der gesamten Laufzeit gibt es allerdings keine einziges Argument für diese, es gibt weder Kamerafahrten noch besondere Bilder, die den 3D-Effekt irgendwie nutzen.

    Fazit

    In „Z for Zachariah“ bildet die Apokalypse nur den Rahmen und wird allenfalls am Rande thematisiert. Genrefans werden mit diesem Beziehungsdrama daher wohl kaum glücklich, dank der guten Darsteller bekommt man aber dennoch einen unterhaltsamen Film, der vor allem Arthouse-Fans ansprechen dürfte.

    Wertung


    Pro

    • sehr gute Darstellerleistungen

    Contra

    • Apokalypse spielt nur eine Nebenrolle
    • vieles bleibt im Unklaren
    • Figuren agieren nicht immer glaubwürdig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 30.Jun.2016 1.072 x gelesen