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    Zombies sind noch lange nicht ausgelutscht, immer wieder versuchen sich Filmemacher an dem Thema, nicht zuletzt dank des Erfolgs der TV-Serie „Walking Dead“. KSM versucht auf dem Trittbrett mitzufahren und verpasste dem hier besprochenen Machwerk „Zombex“ den bescheuerten Untertitel „Walking of the Dead“. Das Gehen der Toten, ah ja. Ein Anschauungsvideo für Orthopäden hätte allerdings kaum langweiliger sein können.

    zombex_cover

    (c) KSM Film
    Laufzeit: 78 Minuten
    erhältlich ab 29.11.2013
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    Erst Katrina, dann die Zombies
    New Orleans ist nach Katrina noch verwüstet, jetzt verteilt eine Pharmazeutik-Firma auch noch Pillen mit Nebenwirkungen an die Bewohner (um die diese sich komischerweise auch noch prügeln). Einige verwandeln sich in Zombies, das übliche Chaos nimmt seinen Lauf. Radiomoderator Huxtable und Musiker Charlie machen sich auf nach Texas, wo es ein Heilmittel geben soll.
    Zeitgleich beauftragt der Chef des Pharmariesen zwei(!) Frauen eines Sicherheitsdienstes, die ihm die fünftausend(!) Problemzombies vom Hals schaffen sollen.

    Schon in den ersten Minuten sitzt man wie der Ochse vorm Berg, wenn man sich diesen Streifen antut. Völlig sinnfreie Dialoge, Predigten des Radiomoderators, erste Zombieattacken und seltsame Kameraeinstellungen sind zu einem Brei zusammengeschnitten, in dem man zunächst keinerlei Sinn oder roten Faden zu entdecken vermag. Letztlich entwickelt sich der Film zu einer Art Roadmovie, der die zwei Männer und die zwei Frauen, die sich nach einiger Zeit über den Weg laufen, auf ihrer Reise nach Texas begleitet.

    Was man währenddessen als Zuschauer erdulden muss, sprengt wirklich die Grenze des Erträglichen. Hinter der Kamera verstand offensichtlich niemand etwas von seinem Handwerk. Das Drehbuch ist totaler Schwachsinn, der Kameramann war offensichtlich vor allem ein großer Fan des Muscle Cars, mit dem die Protagonisten unterwegs sind, immer wieder wird es in elend langen Einstellungen gezeigt. Zombies huschen hingegen allenfalls mal eine Sekunde durchs Bild. Die Effektspezialisten kippen ab und an unmotiviert Blut aus, Splatterfans bekommen allerdings außer zwei oder drei Nahaufnahmen, die eine Sekunde dauern, nichts zu sehen. Die ordnende Hand eines Regisseurs fehlt völlig, und weil viele der Akteure vor der Kamera auch überwiegend erschreckend hölzern agieren und das Material sowieso totaler Müll war, hat sich der Cutter wohl gedacht, er schneidet es einfach mal völlig sinnfrei zusammen.

    So wird z.B. an einer Stelle ständig zwischen einer (völlig umotivierten) Lesbenszene und einem Zombieangriff hin und hergeschnitten, die an zwei völlig verschiedenen Orten stattfinden und sich gegenseitig jeder Wirkung berauben. An anderer Stelle wird eine Familie von Zombies überfallen, wir sehen diese zunächst 2 Minuten streiten. Als dann die Gegner auftauchen, schreit das Kind, schreit die Frau, Zombies stürmen herein, Mann rennt weg. Ende. Dauer: 5 Sekunden. Das einzig Gruselige daran ist die peinliche Machart. Überhaupt spielen die Zombies im ganzen Film nur eine Nebenrolle, stattdessen hören wir völlig sinnentleerte (und noch dazu gänzlich humorfreie) Dialoge oder sehen das ach so tolle Auto über die Straßen rollen. Keiner der Macher könnte das Wort Horror wohl richtig buchstabieren.
    Dass sich ein Malcolm McDowell (in einer Nebenrolle) für so eine Grütze hergibt, ist mir ebenso unverständlich wie die Tatsache, dass der Film überhaupt einen deutschen Vertrieb fand. Die Synchronisation ist dann auch noch lustlos und fehlerhaft. Aus „Flugverbotszone“ wird z.B. „keine Flugzone“. Das Ganze hätte man sich und den Zuschauern lieber erspart.

    Fazit

    Noch nie waren 78 Minuten Laufzeit so lang. Am Ende des Films dachte ich spontan, das ich allen Filmen, denen ich bislang nur einen Stern gegeben habe, unrecht tue, wenn ich diesem Schrottfilm auch einen Stern gönne. Zombex ist das Schlechteste was ich seit Langem gesehen habe, handwerklich, inhaltlich, egal wie man es wendet: außer der Musik kann man hier nicht einmal gute Ansätze finden. Bei YouTube gibt es Dutzende Hobby-Zombie-Filme, die in jeder Hinsicht zigmal besser gemacht sind, als dieser Müll. Zombex taugt allenfalls als Anschauungsmaterial für Filmstudenten, die lernen sollen, wie man es NICHT macht.

    Wertung


    Pro

    • nichts

    Contra

    • bescheuerte Geschichte
    • größtenteils peinliche Darsteller
    • unfähige Kameraarbeit
    • Cutter hatte offenbar "Spaß" bei der Arbeit

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 14.Nov.2013 3.735 x gelesen