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    Sprechende Tiere in Klamotten? Das war mal Disneys Spezialität. Nach langer Abstinenz entdecken die Animationsspezis dieses Thema nun wieder für sich und haben mit Zoomania (im Original Zootopia) gleich eine ganze Stadt geschaffen, in der die (Säuge-)Tiere in einer Welt zusammenleben, die ein Abbild unserer Gesellschaft ist. Dort erleben wir ein Abenteuer aus der Sicht einer jungen Häsin.

    zoomania

    (c) Disney
    Laufzeit: 104 Minuten
    ab 14.07.2016 im Handel
    Trailer ansehen / Bei Amazon bestellen

    Keinen Bock auf Karotten
    Die Welt in Zoomania ist friedlich aber auch etwas festgefahren. Bürgermeister ist natürlich ein Löwe, Füchsen ist nicht zu trauen – und Hasen züchten üblicherweise Karotten. Darauf hatte Judy allerdings schon als Kind keine Lust, sie wollte lieber Polizistin werden, so sehr ihre Eltern ihr auch klarzumachen versuchten, dass man Träumen nicht zu sehr nachhängen sollte. Tatsächlich schafft sie die Ausbildung und wird in die Stadt versetzt. Doch dort traut man ihr nicht viel zu, zunächst darf sie nur Strafzettel verteilen. Dabei lernt sie den Fuchs Nick kennen – und steckt plötzlich in einem Fall um einen verschwundenen Otter, der bald die ganze Stadt in Atem hält.

    Als im Intro mal wieder allzu plakativ das „Glaub an deine Träume, du kannst alles sein“-Motiv breitgetreten wurde, hab ich schon die Augen verdreht. Das war mal wieder typisch Disney-Holzhammer, wo die Kollegen von Pixar es doch immer wieder vormachen, wie man seine Botschaft subtiler rüberbringt. Trotzdem, als es Judy dann nach Zoomania verschlug, habe auch ich gestaunt. Der Einfallsreichtum der Designer kennt keine Grenzen, die Charaktere sind wunderbar gestaltet und es gibt so viele Details im Hintergrund zu entdecken, dass es sich auf jeden Fall lohnt, den Film ein zweites Mal zu schauen. Dazu ist das ganze rein technisch eine absolute Augenweide.

    Während die eigentliche Story zunächst weiter ausgelatschten Pfaden folgt und erst mit dem Fall des verschwundenen Otters Fahrt aufnimmt, kann der Film immer wieder mit kleinen Reminiszenzen oder gar parodistischen Sequenzen punkten – allen voran ist hier die „Der Pate“-Szene zu nennen. Davon ab sind es auch weiter die unglaublich liebenswerten Figuren, die der Geschichte etwas besonderes geben und für einige Lacher sorgen. Wenn sie sich dann dem Themen „Angst vor anderen Kulturen“ widmet, ist die Story sogar sehr aktuell. Emotionalen Tiefgang a la „Alles steht Kopf“ kann man als erwachsener Zuschauer indes nicht erwarten.

    Etwas enttäuscht war ich von den Extras der Blu-Ray: Neben den üblichen Produktions-Dokus gibt es ein paar entfallene Szenen (die aber überwiegend nur als Pre-Visuals vorliegen), witzig ist noch das Kapitel zu den versteckten Easter-Eggs. Ein eigenständiger Kurzfilm oder eine neue Szene mit den liebgewonnenen Charakteren gibt es dafür nicht.

    Fazit

    Zoomania bietet eine einfallsreiche, technisch beeindruckend umgesetzte Welt voller Details und liebevoll und ideenreich gestalteter Figuren. Die eigentliche Story kommt zwar etwas moralinsauer daher und verbreitet mal wieder die altbekannte „Du kannst alles“-Botschaft, aber einige witzige Reminiszenzen und Anspielungen sorgen auch bei Erwachsenen für Lacher. Kinder werden sowieso ihren Spaß haben.

    Wertung


    Pro

    • einfallsreiche Welt voller Details
    • liebevoll gestaltete Charaktere
    • witzige Anspielungen

    Contra

    • altbekannte „Du kannst alles“-Story
    • Krimi-Plot etwas zu vorhersehbar

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Filme
    von Jörg Benne 8.Jul.2016 1.005 x gelesen