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    Man stelle sich das vor: Terry Jones, einer der Monty Pythons, schreibt ein Drehbuch und führt Regie, gibt Simon Pegg die Hauptrolle, der sich mit Shaun of the Dead, Hot Fuzz usw einen Namen als Comedian gemacht hat, versammelt dazu noch die anderen noch lebenden Pythons und besetzt auch noch (den mittlerweile leider verstorbenen) Robin Williams für eine Sprechrolle. Dabei müsste doch eine vor anarchischen Ideen überbordende Komödie der Spitzenklasse rauskommen, oder? Tja, nicht ohne Grund hat es der Film nie in unsere Kinos geschafft.

    zufaelligallmaechtig

    (c) Wild Bunch
    Regie: Terry Jones
    Laufzeit: 82 Minuten
    seit 11.03.2016 im Handel
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    Von Aliens ausersehen
    Eine in den 70er Jahren abgeschossene Sonde landet nach vierzig Jahren beim intergalaktischen Rat. Das Quartett hässlicher Aliens (gesprochen von den Pythons) urteilt die Menschen schnell als unwürdig ab und will die Erde vernichten. Aber bevor das geschieht, muss einem Menschen die Gelegenheit gegeben werden, zu beweisen, dass sein Volk vielleicht doch zu Höherem berufen ist.
    Durch Zufall wird der Lehrer Neil ausgewählt und bekommt göttliche Kräfte. Wenn er damit Gutes tut, soll die Erde verschont bleiben. Doch als Neil begreift, welche Macht ihm zur Verfügung steht, hat er vor allem seine hübsche Nachbarin Catherine im Kopf, deren Herz er gewinnen will.

    Die Story erinnert in Teilen schon sehr an „Bruce allmächtig“, aber das muss ja nicht schlimm sein. Aus der Hollywood-Vorlage könnten die Pythons mit ihrem Anarcho-Witz doch sicher noch eine Menge mehr rauskitzeln – sollte man meinen. Dass die Pythons mitspielen, bekommt man als deutscher Zuschauer allerdings nur über die Credits mit, denn sie haben (von einem Cameo-Auftritt abgesehen) nur Sprechrollen und in der deutschen Synchronisation nicht die einprägsamen Stimmen von damals (wie z.B. Thomas Danneberg für John Cleese). Dasselbe gilt für Robin Williams. Da es nicht einmal irgendwelche Extras auf der Disc gibt, bekommt man Eric Idle, John Cleese & Co gar nicht zu sehen. Man muss allerdings sagen, dass ihr Alienauftritt auch im Originalton niemanden vom Hocker haut.

    Pegg zeigt zwar sein Können als Comedian, kann aus den meist brav-albernen Pointen aber auch nicht mehr rausholen als drin ist. Zudem stimmt die Chemie mit Kate Beckinsale so gar nicht. So plätschert die Geschichte in weiten Teilen albern-vorhersehbar vor sich hin und erinnert in weiten Teilen eher an bräsige TV-Komödien deutscher Privatsender. Die Auflösung gerät passenderweise auch arg lahm und lässt den Zuschauer schulterzuckend zurück.
    Sicher, ein paar Lacher gibt es hier und da, vor allem bei den wenigen Gelegenheiten, bei denen mal ein bisschen satirischer Biss in die sonst meist harmlosen Albernheiten kommt, die so gar nichts Python-mäßiges an sich haben. Die Story hat auch einen gewissen Charme, aber es wird viel zu wenig draus gemacht, sodass am Ende vor allem enttäuschte Erwartungen bleiben.

    Fazit

    Wäre Zufällig allmächtig nur irgendeine Komödie, würde ich sie als halbgaren Bruce allmächtig-Abklatsch mit ein paar wenigen gelungenen Gags irgendwo im „Kann man sich sparen“-Durchschnitt verorten. Angesichts des riesigen Comedy-Potentials, das hinter dem Film stand (und das eben auch riesige Erwartungen weckte) ist der Film allerdings eine dicke Enttäuschung, um die alle Python-Fans einen großen Bogen machen sollten, wenn sie hier auf eine triumphale Rückkehr der Truppe hoffen. Mit dem legendären Anarcho-Witz der Pythons hat dieser Film herzlich wenig zu tun.

    Wertung


    Pro

    • ein paar gelungene Gags
    • ganz selten ein wenig satirischer Biss

    Contra

    • Idee altbekannt, Verlauf vorhersehbar
    • Pythons nur mit kleinen Sprechrollen und falschen Synchronstimmen
    • Comedy-Potential der Darsteller bleibt ungenutzt

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 16.Mrz.2016 1.535 x gelesen