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    Filme über Künstliche Intelligenz sind gerade en Vogue, wobei die Geschichten leider meist nicht wirklich überzeugten (Transcendence, Chappie) oder nur Mittel zum Zweck für einen Actionkracher waren (Avengers: Age of Ultron). Macht es Alex Garland mit Ex Machina besser?

    echmachina

    (c) Universal
    Laufzeit: 104 Minuten
    seit 03.09.2015 im Handel
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    Versuchskaninchen
    Der junge Programmierer Caleb arbeitet bei Bluebook, einem Mega-IT-Konzern, der die erfolgreichste Suchmaschine der Welt betreibt. Zu seiner Überraschung gewinnt er bei einer firmeninternen Lotterie und darf ein Wochenende mit dem Firmenchef Nathan verbringen, der als Eremit in einem Tal in Norwegen lebt.
    Zu Calebs Überraschung hat Nathan ihn nicht ohne Hintergedanken eingeladen. Im Geheimen hat er an einer künstlichen Intelligenz namens Ava gearbeitet und will diese nun dem Turing Test unterziehen – also den Beweis erbringen, dass Ava wirkliche ein Bewusstsein hat. Caleb soll diesen Test durchführen.
    Zuerst ist er von Ava begeistert, doch bald beginnt Caleb zu ahnen, dass Nathan ein perfides Spiel mit ihm treibt.

    Alex Garland gibt hier sein (gekonntest) Regie-Debüt, ist aber ein alter Hase, was Drehbücher angeht und hat sich mit „28 Days Later“, Sunshine oder „Alles was wir geben mussten“ schon einen Namen gemacht. Hier legt er ein Kammerspiel vor und liefert somit einen Science-Fiction-Film, der im Gegensatz zum Trend eben nicht auf bombastische Action mit Megaausstattung setzt. Stattdessen steht die Science klar im Vordergrund dieses Thrillers. Dabei gelingt es ihm, das komplexe Thema so weit herunterzubrechen, dass auch Nicht-Informatiker den Ausführungen folgen können, nur selten verfallen Nathan und Caleb in Technik-Gelaber, und dann auch nur für kurze Abschnitte.

    Zwar ahnt man als Zuschauer bald, dass nicht alles so ist, wie es scheint, Garland spielt aber geschickt mit den Erwartungen der Zuschauer, legt falsche Fährten und überrascht dann am Ende doch. Dabei zieht er die Spannungsschraube ganz langsam an und fesselt sein Publikum mit dem spannenden Verwirrspiel.

    Da der Film eigentlich allein von den drei Hauptfiguren getragen wird, war die Auswahl der Schauspieler umso wichtiger und Garland hat dabei ein gutes Händchen gehabt. Oscar Isaac (Inside Llewyn Davis) spielt den zwar freundlichen aber auch unerträglich arroganten Firmenchef überzeugend und Domhnall Gleeson (Alles eine Frage der Zeit) ist die Rolle des sympathisch-naiven, aber auch smarten Caleb quasi auf den Leib geschrieben. Der eigentliche Star aber ist Alicia Vikander (Seventh Son), die es mit fein nuancierter Mimik und Gestik schafft, glaubwürdig eine Maschine darzustellen und dennoch die Zuschauer für sich einzunehmen. Mit dieser Leistung dürfte sie bald ganz oben in Hollywood angekommen sein.

    Fazit

    Fraglos ist Ex Machina der intelligenteste Beitrag zum Thema künstliche Intelligenz, der in den letzten Jahren ins Kino kam. Dazu ist der Thriller auch noch spannend, ein intensiv gespieltes Psychoduell, eine moderne Variante von Frankenstein, ein Fest für jeden Science-Fiction-Fan. Angucken!

    Wertung


    Pro

    • durchdachte Geschichte
    • intensive Kammerspiel-Atmosphäre
    • hervorragende Darsteller

    Contra

    • Ende nicht 100% schlüssig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Science-Fiction
    von Jörg Benne 17.Sep.2015 3.386 x gelesen