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    Hypothermia heißt zu Deutsch Unterkühlung. Ein Titel der ziemlich gut zu diesem Film passt, nicht etwa weil es um Eisfischer an einem Binnensee geht, die an ein blutrünstiges Monster geraten. Nein, was uns Autor und Regisseur James Felix McKenney hier abliefert, lässt eher vermuten, dass er beim Verfassen des Drehbuchs selber an Unterkühlung litt.

    Eisfischen am Ende der Welt

    hypothermia

    Hypothermia
    Regie: James Felix McKenney
    Mit: Michael Rooker, Blanche Baker
    FSK: ab 16
    Spieldauer: 70 Min.
    Verkauf ab 15.04.2013
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    Irgendwo in Amerika ist Ray mit seiner Frau, seinem Sohn und dessen Freundin in eine Hütte an einem einsamen See eingekehrt, um in Ruhe Eiszufischen. Zu Beginn bricht der Vater bei Tageslicht mal eben ins Eis ein, rettet sich zwar selbst, wird aber erst im Stockdunklen gefunden. Doch kein Problem, Ray ist nach einem heißen Tee quietschfidel, alles in Butter. Wie wahrscheinlich ist das denn? Diese ersten Minuten lassen schon erahnen, was einem in Sachen Drehbuch in der restlichen – gnädigerweise recht kurzen – Laufzeit geboten wird.
    Tags drauf sitzt die Familie beim Eisfischen als ein großkotziger Städter mit seinem Sohn in einem Profi-Trailer auf’s Eis fährt und ihnen Konkurrenz macht. Doch keiner fängt etwas, statt dessen wird unter dem Eis etwas Riesiges gesichtet und der völlig eindimensional charakterisierte Großkotz will das natürlich unbedingt fangen und drängt Ray & Co, dabei zu helfen. Der konfliktscheue Ray lässt sich breitschlagen und so nimmt das Unheil seinen Lauf, denn im See lauert ein Monster.

    Ein Monster zum Schreien

    Bei so einem klassischen Man vs. Monster Film, kommt dem Design des Monsters eine große Bedeutung zu. Zu Beginn wird es natürlich nur angedeutet, der Zuschauer wird neugierig gemacht, womit man es denn zu tun hat. Dann aber, tada, taucht das Monster auf – und im Idealfall ist es so grauenerregend, dass der Zuschauer am liebsten genauso laut schreien will wie das Monsterfutter auf dem Bildschirm.
    Im schlechtesten Fall – und der tritt bei Hypothermia ein – schreit der Zuschauer vor Lachen. Im Ernst, was die Macher uns hier als bösartige Kreatur verkaufen wollen, ist nicht weit von den peinlichen Pappmache-Godzillas der 70er-Jahre entfernt. Das Monster sieht aus, als hätte man einen Stuntman in einen Neoprenanzug gesteckt, ein paar Flossen drangenäht und ihm eine Karnevals-Froschmaske auf den Kopf gesetzt. Jedes Mal wenn das Monster auftaucht, ist jedes Fitzelchen Atmosphäre augenblicklich dahin – der Trailer zeigt euch ja das ganze Ausmaß an Versagen.

    Nicht dass man den Rest des Films Ernst nehmen könnte. Die Figuren sind unglaubwürdig und agieren ständig nach dem Motto „zu blöd zu überleben“. Das Finale schlägt dann dem Fass den Boden aus und lässt selbst den wohlwollendsten Zuschauer kopfschüttelnd zurück.
    Dabei geben sich die Darsteller, allen voran Alt-B-Star Michael Rooker (Cliffhanger, The 6th Day, zuletzt The Walking Dead) alle Mühe, aber bei dem Drehbuch ist einfach nichts zu machen. Trotz einer 16er-Freigabe gibt es immerhin zwei recht blutige Szenen, aber die werden Splatter-Fans auch nicht gnädig stimmen.

    Fazit

    Man vs. Monster, da muss das Monster Grusel erzeugen, damit der Film funktioniert. Das Hypothermia-Monster ist allerdings eine Witzfigur und ruiniert zusammen mit dem Drehbuch jedwede Spannung. Statt Fingernägelspuren in der Sofalehne hat man nach diesem Film eher ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln.

    Wertung


    Pro

    • einige nette Naturaufnahmen
    • hin und wieder ein Hauch Spannung

    Contra

    • eindimensionale Figuren
    • die völlig unglaubwürdig handeln
    • lächerliches Monster-Design
    • sehr merkwürdiges Ende

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Filme, Horror
    von Jörg Benne 7.Apr.2013 1.584 x gelesen
    • Soph

      Das Monster sieht wirklich etwas peinlich aus. 😀

    • Christina Schmitt

      „Etwas“ ist noch untertrieben *g*
      Was für ein armseliges Viech. Wirklich angsteinflößend…