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    Na, habt ihr auch die Nase voll von Spielen mit komplexer Story, Tiefgang und anspruchsvollem Gameplay? Wollt ihr einfach nur mal wieder nach Herzenslust rumballern, bis der Abzugsfinger abfällt? Diese Gelüste bedient City Interactive mit dem arcadigen Egoshooter Alien Rage. Dabei klingt der Name schon generisch und einfallslos, aber hey, das Spiel ist gar nicht mal so schlecht.

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    (c) City Interactive
    Steam: 24.09.2013
    Laden: 11.10.2013
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    Kein Öl, kein Gas, dann haben wir eben im Weltraum Spaß

    In naher Zukunft sind die Energiereserven der Menschheit erschöpft. Also macht man sich ins Weltall auf, um dort nach neuen Energiequellen zu suchen. Auf dem Asteroiden Prometheus wird man schließlich fündig. Dort lagert der Rohstoff Prometheum, von dem eine Kaffeetasse bereits ausreicht um eine Stadt (oder wahlweise einen durchschnittlichen Gamer-PC) für Monate mit Energie zu versorgen. Dumm nur, dass die Alienrasse der Vorus ebenfalls gerade auf dem Felsbrocken gelandet sind, um das Zeug abzubauen. Wider Erwarten verläuft der Erstkontakt jedoch friedlich und man einigt sich auf eine Zusammenarbeit. Ein paar Jahre lang klappt alles wunderbar, doch dann geht irgendwas schief und die Vorus metzeln die komplette menschliche Belegschaft in der inzwischen riesigen Weltraumraffinerie ab. Die Menschheit schickt nun einen knallharten Spacemarine (aka „der Spieler“) auf eine Sabotagemission, um den Laden lahmzulegen, frei nach dem Motto: „Wenn wir es nicht haben können, dann die auch nicht“.
    Man sieht schon: die Story gewinnt keinen Innovationspreis und dient nur als grober Überbau für möglichst unkomplizierte Balleraction. Die Handlung wird während des Spiels dann auch nur noch durch herumliegende Audiologs einer Wissenschaftlerin und vereinzelte In-Game-Cutscenes weitergesponnen, welche sich im Prinzip um die Frage drehen, warum die Vorus so in „Rage“ sind.

    Spielerisch ist Alien Rage ein absolut linearer Ego-Shooter alter Schule im Stil von Quake 4 oder Hard Reset. Wir ballern uns mit futuristischen Maschinengewehren, Schrotflinten und Scharfschützengewehren entweder durch graue Tunnel oder metallene Korridore. Dabei dürfen wir stets maximal zwei Waffen nebst der unendlich munitionierten Pistole mit uns herumtragen. Einzige Ausnahme ist die Minigun, welche man kurzzeitig als dritte Waffe aufnehmen kann. Leider lässt sie sich nicht nachladen und muss weggeworfen werden wenn alle 300 Schuss verballert sind. Eingeblendete Wegpunkte zeigen stets das nächste Ziel, wobei man sich aber eh kaum verlaufen kann, auch wenn die Areale teilweise sehr ausladend sind. Eine weibliche KI und ein männlicher Verbindungsoffizier melden sich zudem immer wieder mit hilfreichen und teilweise auch witzigen Kommentaren zu Wort, sodass man grundsätzlich immer im Bilde ist wie und wo es weitergeht.

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    Bild 1 von 6

    In diesem Bildschirm verwaltet man seine bis zu drei Spezialfähigkeiten.

    Angriff der Weltraum-Hip-Hopper

    Dass man manche Stellen trotzdem ziemlich oft wiederholen muss, liegt am ziemlich herben Schwierigkeitsgrad. Zu Spielstart lässt einem Alien Rage gleich konsequent nur die Wahl aus „anspruchsvoll“, „schwer“ und „brutal“, denn leicht wäre ja für Weicheier. Dementsprechend ist man dann auch recht schnell tot. Schon wenige Treffer reichen, damit sich die Spielfigur keuchend in eine Ecke verziehen muss, bis das quälend langsame Autoheal seine Wirkung tut und wehe, man wird dann nochmal von irgendwoher getroffen oder eine Granate, die gern auch mal durch Hindernisse hindurch wirkt, schlägt in der Nähe ein. Zudem werden die Gegner meistens unvermittelt in den Raum teleportiert, sodass man oft erstmal den Rückzug antreten muss, um nicht gleich zerfetzt zu werden. Die mit ihren Kapuzen irgendwie an Weltraumrapper erinnernden Standardsoldaten sind zudem oft unnatürlich schnell unterwegs, und daher schwer zu treffen. Noch nerviger sind da die Schrotflinten-Nahkämpfer mit dem Predatortarnanzug, die sich gern von hinten anschleichen und der Spielfigur eins überwatschen, was zu einer kurzzeitigen Lähmung führt. Alle paar Level macht auch ein besonders dicker Bossgegner seine Aufwartung. Meistens ist bei diesen jedoch keine besondere Taktik gefragt. Man ballert einfach so lange drauf, bis der Lebensbalken des Endgegners weggeschmolzen ist, ohne vorher selbst draufzugehen. Das heißt natürlich trotzdem nicht, dass die Bossfights einfach sind.
    Ja, die Schusswechsel mit den Gegnern sind schwierig, zumal die KI einen in hellen Momenten auch schon mal echt fies einkesseln kann. Aber es macht auch Spaß, weil das Gunplay gut funktioniert und jedes gewonnene Gefecht dafür umso befriedigender ist. Hier kommt einem auch die etwas eigentümliche Farbgebung des Spiels zugute, denn fast alles, was irgendwie auffällig orange leuchtet (und sich damit vom grau-blauen Umfeld abhebt), explodiert bei Beschuss. Als Shooterspieler kennt man den Trick zur Genüge und schickt so im Idealfall gleich mehrere Gegner mit einem gut platzierten Schuss über den Jordan, was unseren Punktezähler nach oben schnellen lässt. Mit wachsendem Punktekonto lassen sich Spezialfähigkeiten wie z.B. mehr Munitionskapazität freischalten, die man in bis zu drei Slots verteilen kann.

    Das Lensflare-Inferno

    Technisch basiert Alien Rage auf der Unreal 3-Engine und sieht insgesamt für einen Downloadshooter ziemlich gut aus. Lediglich mit den Lensflares hat man es deutlich übertrieben. Aber abgesehen von ein paar etwas missglückt platzierten Effekten kann man bei dem Spiel höchstens noch wegen der vorherrschenden Monotonie der Umgebungen meckern. Irgendwann werden die Metallkorridore und grauen Höhlenwände eben doch etwas langweilig.
    Die nur englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln stört nicht, viel gesagt wird in dem Spiel eh nicht und die Spielfigur selbst lässt außer markigen One-Linern auch nicht viel hören. Die Musik untermalt das Geschehen mit düsteren Atmoklängen immerhin ganz passend, sticht aber auch in keinster Weise heraus.
    Mit den 14 Levels der Kampagne ist man gut und gerne 8-9 Stunden beschäftigt, ein guter Gegenwert für gerade mal 15 Euro. Wer dann noch nicht genug hat, kann sich auch im eher mageren Multiplayer austoben.

    Fazit

    Alien Rage ist ein spaßiger, wenn auch manchmal etwas frustiger und betont einfach gehaltener Sci-Fi-Egoshooter im Stil von Quake 4 oder Hard Reset. Fans können durchaus einen Kauf in Erwägung ziehen, zumal Alien Rage mit seinen derzeit etwa 15 Euro einen ordentliche Gegenwert fürs Geld bietet.

    Wertung


    Pro

    • hübsche Grafik
    • fordernde Kämpfe
    • gutes P/L-Verhältnis

    Contra

    • übertriebene Lensflareeffekte
    • manchmal etwas frustrierend
    • auf Dauer etwas zu monotone Umgebungen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Denny Vitzthum 2.Okt.2013 5.170 x gelesen