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    In Antihero übernehmen wir in einer an Don’t Starve angelehnten Optik die Rolle eines Meisterdiebes und versuchen in rundenbasierten Taktikschlachten gegen gegnerische Diebesgilden zu bestehen. Ob der Indietitel zu unterhalten weiß oder getrost übersehen werden kann, erfahrt ihr bei uns.

    antihero-cover

    (c) Versus Evil
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    „Diebstahl ist Anteilnahme am Vermögen der anderen.“

    Was die Story angeht, bleibt Antihero recht spartanisch: Wir starten als Meisterdieb namens Lightfinger, mit zugehöriger Gilde in einer an die viktorianische Zeit angelehnten Stadt. Mithilfe von verschiedenen Einheiten, die wir über das virtuelle Spielbrett schicken, können wir übergeordnete Ziele erfüllen (Auftragsmorde, Bestechungen, Belagerungen), die uns dann schließlich zum Gesamtsieg verhelfen. Selbstredend muss dies schneller geschehen, als es unsere Diebeskonkurrenz schafft.
    Hierbei steht jede Runde für sich, sobald ein Spiel gewonnen ist, starten wir im nächsten Level wieder bei null. Insgesamt gibt es so 10 Level in der Einzelspielerkampagne, die eine Spielzeit von ca. 4 Stunden ergeben.

    Der Ablauf einer Spielrunde ist immer derselbe: Wir bauen unsere Gilde auf, übernehmen unbekanntes Territorium, besiegen unsere Feinde und hindern sie an der Übernahme und sammeln die genannten Siegpunkte, um zu gewinnen. Diese Punkte bekommen wir zum Beispiel, wenn wir eine Kirche infiltrieren, Auftragsmorde von unseren Schlägertrupps begehen lassen oder einen hochrangigen Politiker mit etwas Kleingeld bestechen. Bevor wir uns jedoch an diesen Methoden versuchen können, müssen wir die zu Beginn des Spiels verdeckte Stadtkarte Stück für Stück aufdecken und dabei Gebäude ausrauben. Pro Spielzug haben wir durch begrenzte Aktionspunkte unseres Meisterdiebes und unserer Einheiten jedoch nur einige Möglichkeiten und müssen abwägen, was gerade Vorrang hat. Währungen finden wir in Form von klassischen Goldmünzen, mit denen wir Einheiten kaufen usw. und den Laternen vor, die wir nutzen können, um pro Runde eine Fähigkeit unseres Diebes oder der Einheiten aufzubessern.
    Spielerisch fühlte ich mich bei Antihero durch die strikte Rundenbegrenzung teilweise an Kartenspiele wie Hearthstone oder andere rundenbasierte Strategieklassiker erinnert. Eine solche Spieltiefe wie jene erreicht das Spiel durch die begrenzten Handlungsmöglichkeiten aber leider zu keinem Zeitpunkt.

    Der Einzelspielermodus von Antihero lässt sich als eine Art großes Tutorial beschreiben. Die wahre Herausforderung finden wir nämlich erst im Mehrspielermodus vor, wo wir uns mit menschlichen Meisterdieben messen können. Diese sind im Gegensatz zur KI wesentlich schwerer zu berechnen, da durch die variablen Siegpunkte ein Sieg oder eine Niederlage in letzter Sekunde nicht selten vorkommt. Dies ist jedoch meist nicht auf Zufall zurückzuführen, sondern auf besseres oder schnelleres taktisches Vorgehen des Gegners. Die Verantwortung für Sieg oder Niederlage tragen also wir als Spieler.
    Zum Testzeitpunkt fand ich meistens erst nach einiger Wartezeit einen Onlinegegner, ob dies in Zukunft so bleibt, ist aktuell schwer zu sagen. Fällt die Onlinekomponente weg, sinkt der Spielumfang gleichermaßen mit und lässt meine Aussage über das passende
    Preis-/Leistungsverhältnis ins Wanken geraten.

    Optisch passen der viktorianische Artstyle und der comichaften Look ziemlich gut zum düsteren Strategietitel. Technisch läuft das Spiel auch auf Low-End Rechnern ohne Probleme in Full-HD und flüssigen 60 FPS. Schnell wird durch die übersichtlichen Spielfelder und die simple Steuerung deutlich, dass das Spiel für Tablets optimiert ist, obwohl es erst Ende 2017 für mobile Geräte erscheinen soll. Die Steuerung mit Tastatur und Maus geht trotzdem problemlos und zügig von der Hand. Audio und Texte des Spiels sind komplett in Englisch.

    Der Sound(track) von Antihero kann sich durchaus hören lassen, passende Soundeffekte untermalen Schlachten und Bewegungen der Charaktere und sorgen so für zusätzliche Stimmung. Die Hintergrundmusik wird auch nach Stunden nicht nervig und trägt ebenso ihren Teil zur sehr dichten Atmosphäre bei.

    Fazit

    Mit Antihero ist ein nettes kleines Strategiespiel im Look von Don’t Starve erschienen. Wer sich in die anfangs verwirrende Taktik einarbeitet und einen Hang zum viktorianischen, düsteren Setting hat, macht mit einem Kauf bei dem schmalen Preis von knapp 15 Euro aktuell nichts falsch. Für die Zukunft des Titels ist lediglich eine aktivere Onlinecommunity wünschenswert, andernfalls geht unserem Meisterdieb wohl bald die Puste aus.

    Wertung


    Pro

    • schicker Grafikstil
    • dichte Atmosphäre
    • Gefechte bis zur letzten Sekunde spannend
    • gutes Preis/Leistung Verhältnis...

    Contra

    • ... wenn die Onlinecommunity bestehen bleibt
    • zu Beginn etwas verwirrende Abläufe

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Pascal Requardt 17.Jul.2017 638 x gelesen