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    Mit der Assault Gunners HD Edition (AGHDE) kommt der bisher Japan- und PS Vita-exklusive Mech-Shooter nach 6 Jahren auch auf die Playstation 4 und den PC. Wir haben getestet, ob es der Nischentitel schafft, auch auf dem großen Bildschirm zu überzeugen oder besser auf dem Handheld geblieben wäre.

    (c) Marvelous Europe
    ab 20.03.2018 im Handel

    Japan pur
    Direkt nach dem Start des Titels wird deutlich, dass es sich hierbei um ein japanisches Machwerk handelt. Die Menüs sind simpel, mit kurzen Beschreibungen zu den einzelnen Unterpunkten in kleiner Schrift, und die allgemeine Struktur der Sci-Fi-artigen Schachtelmenüs in Kombination mit dem poppigen Soundtrack lassen uns als Spieler eine kleine Zeitreise in die Playstation 2 Zeiten unternehmen.

    Wir werden als Pilot eines Mech (Kampfroboters) in die Spielwelt geworfen. Das Spiel verschlägt uns in die Zukunft und auf den Mars. Da die Erde durch Kriege und Zerstörung nicht mehr allzu gut besiedelt werden kann, wurden Roboter (die sogenannten ANTS) auf den Mars geschickt, um diesen für die Neubesiedelung der Menschen vorzubereiten. Da die Menschen als destruktiver Haufen jedoch schon vor Abschluss der Vorbereitungen nicht mehr auf der Erde leben konnten, wurde das Ganze beschleunigt, woraudhin sich die bisher friedlichen Roboter gegen die Menschen gestellt haben und zusätzlich zur Reproduktionsfähigkeit einen Aufstand proben: eine gefährliche Kombination. Wir müssen nun gegen die Horden von Robotern kämpfen und die neuen Siedlungen und Bauten der Menschheit auf dem neuen Planeten verteidigen.
    Viel tiefgründiger wird es inhaltlich nicht, die einzelnen Geschehnisse werden in kurzen (englischen) Texten vor und nach den Missionen erklärt. Zusätzlich dazu gibt es die japanische Sprachausgabe aus dem Original.

    Das Spiel steuert sich in der Third-Person-Perspektive. In insgesamt ca. 35 Missionen erfüllen wir simple Ziele a la töte alle Feinde, sichere alle Positionen oder verteidige Gegenstand XY. AGHDE lässt uns hierbei aus insgesamt vier Schwierigkeitsgraden wählen und entscheiden, ob wir Friendly Fire an- oder ausschalten wollen. In den Missionen werden wir von drei zusätzlichen KI-Freunden unterstützt. Diesen können wir per Schnellmenü Befehle geben (Angriff, Verteidigung, Warten). Im PS Vita Original konnten wir gemeinsam mit drei menschlichen Spielern lokal spielen, diese Funktion entfällt im Remake komplett: Schade.

    Die Missionen unterscheiden sich von den Umgebungen und der Dauer. Einmaliges Durchspielen aller Missionen dauert ca. 4 – 5 Stunden, wenn wir alle Ausrüstungsgegenstände auf den Karten einsammeln. Diese können wir im Menü dann an unseren Mech anbauen und so Waffen und Chassis in Funktion und Optik verändern. Zusätzlich dazu leveln wir mit genügend Erfahrungspunkten auf und bekommen so stärkere Grundwerte (schnellere Bewegung, höhere Resistenz usw.).
    Alternativ zum Story-Modus bekommen wir noch einen Survival-Modus (Inferno) in dem wir uns endlos gegen immer stärker werdende Gegner behaupten müssen. Dieser ist durch den variablen Schwierigkeitsgrad fordernd, konnte mich jedoch nicht lange unterhalten.

    Durch das technische Upgrade der aktuelleren Hardware lässt sich der Titel sehr flüssig und genau steuern, was für präzises Zielen sorgte. AGHDE erreichte bei uns im Test durchgehend 60 FPS. Texturen und Sound wurden für den großen Bildschirm zwar etwas aufgehübscht, man sieht dem Titel jedoch sofort an, dass es sich hierbei um ein Remaster, handelt. Grafisch erinnert es an Playstation 2- bzw. anfängliche Playstation 3 Zeiten. Der Soundtrack ist trashig elektronisch und mag eventuell nostalgische Gefühle wecken, er wird aber in Kombination mit den öden Bewegungs- und Schussgeräuschen der Mechs schnell nervig.

    Das Spiel erscheint in der regulären Version für knapp 10 €, wer noch zusätzliche Inhalte (mehr Missionen, andere japanische Sprecher, mehr Variationen für die Mechs) haben möchte, zahlt knapp 12 €.

    Fazit

    Auch wenn durch einen vermeintlich hohen Wiederspielwert (Levelsystem, Sammeln von Ausrüstung) versucht wird, die Spieler zu motivieren, wird AGHDE durch das sehr simple Gameplay und den geringen Wiederspielwert, sowie die nicht allzu zeitgemäße Grafik jedoch ein Nischenprodukt bleiben. Der geringe Preis von knapp über 10 € macht einige Mankos wieder wett. Die technische Komponente ist gelungen und damit für Fans des Originals oder eingefleischte Japano-Mech-Action, durchaus einen Blick wert, alle anderen sollten sich dennoch eher anderweitig umsehen.

    Wertung


    Pro

    • arcadiges, Retro-Feeling
    • flüssige 60 FPS
    • geringer Preis

    Contra

    • matschige Texturen
    • wenig Lokalisation vorhanden
    • spielerischer Anspruch begrenzt
    • Soundtrack- und Geräusche auf Dauer nervig
    • Multiplayer fehlt im Remake

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Pascal Requardt 20.Mrz.2018 679 x gelesen