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    Hm… Für jemanden, der drei Tagesreisen vom nächsten Dorf entfernt mutterseelenallein in der Pampa lebt, ist die junge Apothekerin Ayesha überraschend gut drauf. Opa tot, Schwester Nio seit ein paar Jahren verschwunden, einzige Gesellschaft meistens die witzige Kuh-Yak-Irgendwas-Kreatur Pana (Zitat: „Oink mooo!“). Als ein durchreisender Fremder andeutet, dass in der Kunst der Alchemie der Schlüssel liegt, um Nio wiederzufinden, ist Ayesha aber gleich Feuer und Flamme und verlässt wild entschlossen die vertraute Hütte.

    Das erste Lebenszeichen von Nio

    Bild 1 von 8

    Das erste Lebenszeichen von Nio

    Komplett englisch
    Während die letzten Spiele inhaltlich zusammengehörten, bringt dieser Ableger einen Neustart mit frischer Welt und Besetzung. Schon in den ersten Momenten wird klar, dass Ayesha ein ziemlich aufgedrehtes, teils arg naives Mädel ist, und der Rest der Atmosphäre wirkt ebenfalls oft eher heiter und unbeschwert als spannend. Das wird nicht jeden Spieler stören, ist aber auf jeden Fall Geschmackssache. Letztendlich ist die Titelheldin auf ihre eigene Art durchaus sympathisch und gewinnt wie auch die Geschichte später an Tiefe, allerdings klingt ihre Stimme reichlich nervtötend.
    Die in diesem Serienteil gestrichene japanische Sprachausgabe vermisse ich trotzdem ehrlich gesagt rein gar nicht (deutsche Bildschirmtexte wären hilfreicher). Aber die wahren Fans sehen es anders. Die Nische eines solchen Spiels ist ja schon etwas speziell – da halte ich es für problematisch, plötzlich ein gewohntes Feature zu entfernen, auf das viele Mitglieder der Hauptzielgruppe offenbar Wert legen. Zumal die Original-Sprachausgabe anscheinend auch noch deutlich umfassender ist als die englische Umsetzung, für die nur wichtigere Gespräche vertont wurden.

    Der Kessel wartet
    Ayeshas Reise dauert drei Jahre der Spielzeit. Tage vergehen beim Reisen, Kämpfen, Gegenstände herstellen oder Ernten von Zutaten, außerdem kann man in Unterkünften für eine Weile rasten, um z.B. das Warten auf einen regelmäßig stattfindenden Markt abzukürzen. Leider ist es schwer einzuschätzen, ob man gut in der Zeit liegt, oder dem „idealen“ Ablauf hinterherhinkt. Zum Glück ist das Limit aber recht großzügig bemessen, so dass man nach dem eigentlichen Abschluss auch noch genug Zeit für das Erledigen von Missionen hat, welche Ayeshas Freunde betreffen. Je nach erreichten Meilensteinen sind zehn verschiedene Enden zu erspielen, im schlimmsten Fall schafft man es halt gar nicht, Nio zu retten…
    Alchemie kennt man ja aus allen möglichen RPGs, aber selten steht das Feature so im Zentrum wie bei dieser Reihe. Im begrenzten Korb-Inventar oder Containern verwahrt die Heldin die unterschiedlichsten Zutaten für ihre Rezepturen. Durch gesammelte Erfahrung werden immer wieder schwierigere Synthesen oder auch spezielle Fähigkeiten für komplexere Kreationen freigeschaltet. Das System mit all seinen Element-Werten, Eigenschaften, Effekten und Voraussetzungen zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Textes sprengen. Auf jeden Fall dürfen sich Freunde raffinierter Mixturen wieder so richtig schön austoben. Produzierte Gegenstände kann man u.a. im Kampf verwenden oder auch Auftraggebern in den Siedlungen überreichen. Unpraktischerweise gibt es hier keine Auflistung, wer welches Objekt der Begierde haben wollte – man muss es sich merken. Aber durch ein nützliches Schnellreisesystem zu den Unterbereichen der Städte bzw. zur Weltkarte werden wenigstens daraus entstehende Laufwege eingespart
    Gesammelte Punkte aus solchen Aufträge oder auch Gesprächen und anderen Tätigkeiten werden eingesetzt, um Erinnerungen zu zentralen Story-Ereignissen in Ayeshas Tagebuch festzuhalten, was ihr wiederum diverse Boni einbringt.

    Figuren hui, Landschaft pfui
    Auch die friedlichste Alchemistin muss zwischendurch mal kämpfen, um etwa den Standort von wertvollen Heilpflanzen zu erobern. Das solide, aber altmodische Kampfsystem ist rundenbasiert, die Reihenfolge der Attacken hängt von deren Art oder auch der Distanz zum Gegner ab. Die Feinde befinden sich im Zentrum der Kampfumgebung, die Party ist rundherum verteilt, Angriffe von hinten sind am effektivsten. Im Zusammenspiel mit den Team-Mitgliedern kann man so genannte „Aktive Befehle“ nutzen, wenn eine Anzeige gefüllt ist, und z.B. einen Freund verteidigen oder anderweitig unterstützen. Daneben gibt es genretypische Elemente wie Items, Spezialfähigkeiten und Flucht.
    Bereits am Cover kann man unschwer erkennen, dass der Look des Spiels für Anime-Fans geschaffen wurde. Die Charaktermodelle überzeugen mit zahlreichen hübschen Details, doch leider können ihre Umgebungen da ganz und gar nicht mithalten. Ob Fachwerkhaus-Städtchen oder Wildnis – die Texturen sind schrecklich verwaschen und schlichtweg hässlich, die Kanten flimmern, die Kameransichten sind teils unglücklich gewählt, zeitgemäße Kulissen sucht man vergeblich.
    Skurrile Info zum Schluss: Die Trophäen des Spiels sind komplett japanisch, man weiß also gar nicht, wofür man Auszeichnungen erhält.

    Fazit

    Atelier Ayesha ist ein solides, eher geruhsames RPG für Animefans und begeisterte Alchemisten. Man muss aber mit der teils albernen, nervtötend vertonten Heldin leben können. Auch optisch hat das Spiel, abseits der wirklich hübschen Charaktere, einige Macken, darüber hinaus glänzt das Kampfsystem nicht gerade durch Innovationen. Entschädigt wird man aber durch die vielfältigen Möglichkeiten der Gegenstandsherstellung sowie den großen Umfang der Geschichte.

    Wertung


    Pro

    • Umfangreiches Abenteuer mit vielen Aufgaben
    • komplexes Alchemie-System
    • hübsche Charaktere im Animestil

    Contra

    • altbackenes Kampfsystem
    • hässliche Umgebungen
    • komplett englische Texte
    • keine japanische Sprachausgabe mehr

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 2.Apr.2013 2.093 x gelesen

    Atelier Ayesha: The Alchemist of Dusk
    Publisher Koch Media
    Hersteller Gust
    Genre Rollenspiel
    Altersfreigabeab 6 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PS308.03.2013 Kaufen