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    Der Anfang dieses Batman-Spiels wurde hier schon vorgestellt (siehe Rezension), nachdem die fünf Episoden des aktuellen Abenteuers aus dem Hause Telltale nun allesamt verfügbar sind, gibt es noch eine abschließende Bewertung der kompletten Season.

    batmantelltalecover

    (c) Telltale Games
    seit 13.12.2016 komplett verfügbar
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    Viel Ärger in Gotham
    In der Story aus den relativ frühen Jahren des bekannten Superhelden wird dem Protagonisten übel mitgespielt. Es kommt zu ersten Begegnungen mit späteren Erzfeinden und vor allem macht Batman alias Bruce Wayne unangenehme Entdeckungen hinsichtlich seiner ermordeten Eltern. Es stellt sich heraus, dass Vater Wayne nicht der großzügige und unbescholtene Geschäftsmann war, als den ihn sein Sohn bisher gesehen hat. Auch Bruce gerät ins Visier der Justiz, muss an seinem Verstand zweifeln, stellt selbst den treuen Butler Alfred in Frage und wird von alten Freunden verraten. Für spannende Verwicklungen ist also reichlich gesorgt.

    Die Telltale-Formel ist ja bereits zur Genüge bekannt. In diesem Titel findet man oft sogar noch etwas weniger Gameplay als bei den anderen ähnlichen Spielen des Entwicklerteams. Die Aufgabe des Spielers besteht überwiegend im rechtzeitigen Drücken angezeigter Buttons bzw. Analogstick-Richtungen, um mit Batman beispielsweise Feinde auszuschalten oder deren Angriffen zu entgehen. Neben diesen Quick Time Events gibt es nur wenige Möglichkeiten zum Herummarschieren und selbständigen Betrachten der – noch dazu sehr begrenzten – Umgebungen.
    Ist das doch mal möglich, gilt es z.B. Objekte an Tatorten sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Wurde die richtige Verbindung zwischen den Hinweisen hergestellt, erläutert Batman den entsprechenden Tathergang. Das Ganze ist im Prinzip gar nicht mal schlecht, aber viel zu simpel umgesetzt, weil nur so wenige Kombinationsmöglichkeiten vorhanden sind und die Lösungen direkt ins Auge stechen.

    Bruce und ein Familienbild aus glücklicheren Tagen

    Bild 1 von 6

    Bruce und ein Familienbild aus glücklicheren Tagen

    Ein weiteres typisches Feature sind die zu treffenden Entscheidungen, üblicherweise innerhalb eines Zeitlimits. Die Wahl fällt manchmal gar nicht so leicht, weil man teilweise nur negative Optionen zur Verfügung hat bzw. so oder so mit unangenehmen Konsequenzen rechnen muss und das kleinere Übel abwägt. So ein Dilemma ist dann recht spannend und fördert die ohnehin düstere Stimmung des Spiels.
    Leider machen sich die Entscheidungen aber zu wenig bemerkbar. Sie haben zwar Einfluss auf die Dialoge und den Verlauf einzelner Szenen, aber nur gering auf die ganze Geschichte. Letztendlich kommen die meisten Situationen dann doch wieder zum gleichen Ergebnis und vor allem auch zum gleichen Schluss.
    Nebenbei bemerkt: Ich bin kein riesengroßer Fledermausmann-Fan und kenne mich deshalb nicht hundertprozentig in diesem Universum aus, aber möchte trotzdem anmerken, dass manche Entscheidungen und Verhaltensweisen im Spiel aus meiner Sicht nicht recht zu ihm passen wollen.

    Nach einem guten Start lässt die Season bei Story und Atmosphäre streckenweise etwas nach (und vernachlässigt zwischendurch komplett die Tatort-Erkundungs-Ansätze), das Ende stimmt dann aber wieder versöhnlich. Es liefert einen gelungenen Abschluss dieser Staffel, auch wenn die Fortsetzung (der entsprechende Erzfeind lässt schön grüßen) bereits angedeutet wird.
    Durch die eher geringe Episodendauer von ca. 1 ½ bis maximal 2 Stunden fällt die Gesamtspielzeit mal wieder nicht allzu üppig aus.

    Der Grafikstil passt prima zum Szenario, allerdings ruckelt das Spiel (getestet auf der Xbox One) zwischendurch heftig. Außerdem wirken die Texturen häufig verwaschen und die Batman-Animationen außerhalb der Quick Time Events (vor allem beim Herumlaufen) zu steif.
    Nichts zu meckern gibt es dagegen bei der sehr guten englischen Sprachausgabe und dem gelungenen Soundtrack.

    Fazit

    Das Batman-Abenteuer ist ein spielbarer, eher düsterer Zeichentrickfilm mit durchaus gelungener Story und Atmosphäre, aber magerem Gameplay-Teil. Leider wurden die Adventure-Ansätze nicht weiter ausgebaut, sondern geraten streckenweise ganz in Vergessenheit und bleiben viel zu simpel. Batman setzt meistens sogar noch mehr auf pure Reaktionstests als seine Telltale-Verwandtschaft. Wer sich für interaktive Comic-Geschichten interessiert, macht mit dem Kauf trotzdem nichts verkehrt, etwas mehr Spiel wäre aber definitiv schön gewesen.

    Wertung


    Pro

    • insgesamt spannende Geschichte
    • gelungene Batman-Atmosphäre
    • einige Entscheidungsmöglichkeiten
    • sehr gut passender Grafikstil
    • filmreife englische Sprachausgabe

    Contra

    • arg simples Gameplay
    • meistens nur geringer Einfluss der Entscheidungen
    • etwas schwankende Story-Qualität je nach Episode
    • grafische Schwächen
    • recht geringer Umfang

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 3.Jan.2017 1.043 x gelesen