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    Fans von schwerfälligen Raumkreuzern, Trägerschiffen, Raumjägern, Lasern und Torpedos kommen in diesem Frühling auf ihre Kosten. Mit Battlefleet Gothic Armada liefert uns Tindalos Interactive ein Echtzeitstrategiespiel, das nicht nur für Anhänger von Warhammer 40k einen tiefergehenden Blick wert ist.

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    (c) Focus Home Interactive
    ab 12.05.2016 im Handel
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    Schweine … ähm … Orkz im Weltraum
    Spieler von Dawn of War und dessen Nachfolgern kennen den Wunsch, nicht bloß auf dem Planeten zu kämpfen, sondern auch über ihm und in dem Raum dazwischen. Wie würden sich die Orbitalschläge aus Melter gegen feindliche Schiffe machen? Auf diese und andere wichtige Fragen gibt es jetzt die Antwort.
    Als Admiral einer kleinen Flotte muss man die Welten des Imperators gegen die Mächte des Chaos sowie die freibeutenden Orkz und Eldar verteidigen. Unterteilt in einen rundenbasierten Modus und Echtzeitschlachten, können wir unsere Flotte aufbauen, verbessern, erweitern und Missionen in verschiedenen Systemen erfüllen. Dabei dürfen wir in immer wiederkehrenden Missionen und auch in Prioritätsmissionen, welche die Story vorantreiben ganz unterschiedliche Aufgaben meistern.
    Grob gesagt, geht es natürlich um den Kampf gegen die Mächte des Chaos, die mit einer gewaltigen Flotte zum großen Schlag ausholen. Da gibt es also nichts Neues aus dem Warhammer 40k Universum zu berichten. Dafür haben wir aber recht abwechslungsreiche Gefechte zu meistern. Vom einfachen Gefecht, über die Eskorte von Transportern und einer Art Capture-The-Flag bis hin zur Verteidigung eines gestrandeten Kreuzers, Geschützplattformen oder eines Planeten. Viel mehr geht kaum im luftleeren Raum.
    Neben der Kampagne können wir auch in einer Solo-Gefecht-Folge gegen immer stärke werdende Feinde antreten und so auch für die Kampagne trainieren, die es schon in sich haben kann. Dazu kommen natürlich die obligatorischen Mehrspielermodi, in denen man nahezu alle Missionstypen ebenfalls online spielen kann.

    Kampf der Kolosse
    Während der strategische Modus eher darin besteht, die nächste Mission auszuwählen oder die eigenen Schiffe bzw. deren Crew aufzuwerten, wird es in den Raumschlachten schon interessanter. Jede Mission hat ihren Punktewert, wie auch unsere Schiffe, und wir müssen entscheidenden, welche Schiffe wir in den Einsatz mitnehmen. Entweder unsere großen Kreuzer, Trägerschiffe, Dreadnoughts oder doch lieber nur Zerstörer. Das kann je nach Missionstyp über Sieg oder Niederlage entscheiden.
    Im Kampf kommen dann viele Konzepte zum Einsatz, die die Raumschlachten interessanter machen. Auf große Entfernungen können wir nur ein „Radarsignal“ sehen und müssen mit Sonden den Feind zunächst identifizieren, um zu erkennen, wer da auf uns zukommt. Auf der anderen Seite können wir uns in Nebeln verstecken oder auf Schleichfahrt gehen, um gänzlich vom Radar zu verschwinden. Schön sind auch die Möglichkeiten zum Einstellen des Kampfverhaltens. Wir können nicht nur die Aggressivität einstellen, sondern auch, ob der Feind umrundet oder frontal ins Ziel genommen werden soll. Dies ist gerade für Schiffe mit mächtigen Frontwaffen wichtig. Subsysteme als Ziele, Jagdstaffeln, Bomber, meuternde Kapitäne, Rammen gegnerischer Schiffe, schnelle Ausweichmanöver, Enterkommandos sowie verschiedene Arten von Bomben, Spezialwaffen und speziellen Verteidigungssystemen runden den Kampf ab. Weniger Action, mehr Taktik ist das Prinzip und das ermöglicht ein wunderbare Schiffskampf-Atmosphäre. Diese ist zwar durch die fehlende dritte Dimension eingeschränkt, bietet aber ausreichend Möglichkeiten.

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    Das Chaos greift wieder nach den Welten der Menschen.

    Kommandozentrale
    Die vielen Möglichkeiten, die Schiffe einzusetzen und aufzuwerten haben natürlich auch ihre Schattenseite. Mit vielen Kreuzern, die vielleicht auch an unterschiedlichen Orten aufeinandertreffen, wird das Spiel schnell zu einem Mikromanagement-Alptraum. Zum Glück kann man Wegpunkte setzen und auch die Ausrichtung am Zielort vorab festlegen. Hilfreich ist dafür aber auch der „taktische Cogitator“ mit dem das Spiel verlangsamt wird, was einem mehr Zeit für seine Befehle verschafft. Im Einzelspieler sicherlich eine hilfreiche Funktion zum Erlernen der verschiedenen Funktionen. Möchte man Online spielen, hat man diese Möglichkeit dann aber nicht mehr.
    Ein paar wichtige Funktionen fehlen aber: So kann man zwar in der Aufstellungsphase die Schiffe gruppieren und auch in einer schönen Formation aufbauen, gehalten wird diese aber nicht. Auch eine Geschwindigkeitsangleichung scheint es nicht zu geben. Eine Auswahl verschiedener Formationen wäre in jedem Fall wünschenswert gewesen. Unter anderem ist auch der minimale Zoom etwas zu gering, so dass man ständig das Gefühl hat, dass es an Übersichtlichkeit mangelt.
    Die KI macht je nach Rasse einen ganz unterschiedlichen Eindruck. Die Menschen versuchen ihre Feuerkraft auszunutzen, die Orkz rammen gerne und sind oft im Nahkampf. Die Eldar wiederum greifen an und ziehen sich schnell zurück. Dies erfordert viele unterschiedliche Taktiken, die das Spiel nicht leichter machen. Dafür sind die Taktiken wenig variabel und schnell durchschaut.
    Es gibt drei verschiedene Schwierigkeitsstufen, die zusätzlich im Ironman-Modus gespielt werden können, d.h. im Kampf verlorene Schiffe sind nicht bloß ein paar Züge außer Gefecht, sondern gänzlich verloren.

    Per Dom durch die Galaxis
    Wer Warhammer 40k kennt, der kennt auch das martialische Auftreten und den religiösen Fanatismus des Imperiums. Der gotische Stil ihrer Gebäude wurde hier 1:1 auf die Schiffe übertragen, so dass man das Gefühl bekommt, mit dem Kölner Dom durchs Weltall zu tingeln. Das ist gewöhnungsbedürftig, ist aber auch ein Stil, den man nur selten zu Gesicht bekommt. Dagegen wirken die klapprigen Kähne der Orkz und die flinken, leichten Schiffe der Eldar Korsaren fast schon „stinknormal“. Tindalos hat aber gute Arbeit bei der Übernahme dieses typischen Warhammer 40k Stils geleistet. Und auch die Umgebungen, deren Hintergründe glühende Sonnen, schwarze Löcher, leuchtende Nebel, saturn-ähnliche Planeten uvm. zeigen, tragen zu einer sehr starken Atmosphäre bei.
    Musikalisch werden die Raumschlachten von simplen, sphärischen Klängen begleitet, die kaum in den Vordergrund treten. Das Voiceacting der englischen Sprecher ist wiederum auf einem sehr guten Niveau. Ich hätte mir aber auch deutsche Sprecher gewünscht, wie es bspw. bei Dawn of War auch üblich ist.
    Übrigens: Wer die Space-Marines vermisst, die roten Kameraden werden im ersten DLC für das Spiel nachgeliefert.

    Fazit

    Für mich ist Battlefleet Gothic: Armada eine kleine Überraschung. Lange schon habe ich auf ein Spiel gewartet, dass den Kampf schwerfälliger Raumschiffkolosse ordentlich in Szene setzt. Das Warhammer 40k Universum eignet sich zudem auch für frische, neue Designideen und auch die ein oder andere spielerische „Verrücktheit“ oder Übertriebenheit. Das Spiel hat ein paar Schwächen in der Bedienung, obwohl die Entwickler für das Mikromanagement mit der Spielverlangsamung eine gute Lösung gefunden haben, haben sie so etwas wie Formationen völlig außer acht gelassen. Ansonsten macht es einfach nur Spaß, fordert die Spieler durchaus und sieht dabei sehr gut aus. Strategie-Fans, schaut es euch unbedingt an, es lohnt sich.

    Wertung


    Pro

    • starke Warhammer Atmosphäre
    • abwechslungsreiche Missionen
    • vielfältige Aufrüst- und Manövermöglichkeiten
    • sehr gute Präsentation

    Contra

    • statische Kampagne
    • kleinere Mängel in der Bedienung
    • keine Formationen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Christian Häusler 8.Mai.2016 1.671 x gelesen