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    Ich war von BioShock begeistert, vom Nachfolger nicht so sehr, weil es mir als ein fader Abklatsch erschien. Als ich vor ungefähr zwei Jahren die Bilder von BioShock Infinite (BI) sah, dachte ich, dass das etwas werden könnte. Könnte, wohlgemerkt. Screenshots sind mir mittlerweile immer suspekt, Trailer spiegeln auch kaum das eigene Spielerlebnis wider. Jetzt habe ich stundenlang in der fliegenden Stadt Columbia mein Unwesen getrieben und bin zu einem Urteil gekommen.

    Von der heilen Welt ins Chaos…

    Wieder einmal sind wir irgendwo im Ozean, werden mit einem Ruderboot abgesetzt und entdecken einen Leuchtturm. Guck an, es geht nach oben. Wir wissen gar nichts, der Held Booker DeWitt ist ebenso ahnungslos wie wir, ja, er weiß nicht einmal, dass er nur unsere Marionette ist und wir ihn mit dem Controller herumzappeln lassen. Drei Schwierigkeitsgrade stehen zur Auswahl, was vom Spaziergang bis zum Höllenritt reicht – und damit ist für jeden etwas dabei.
    Was die Geschichte anbelangt, so wird eine ganze Menge geboten: Unwissend stolpern wir mit DeWitt durch Columbia, das zunächst vollkommen perfekt erscheint. Im Gegensatz zu den Vorgängern, in denen wir eine zerrüttete Welt vorfanden, sind wir es nun, der die Ordnung zerstört, was sich optisch sehr schön bemerkbar macht. Herrlich, wie wir uns langsam und unausweichlich tiefer in die Geschichte verstricken, die neben einigen vorhersehbaren auch noch einige überraschende Wendungen parat hat. Erzählerisch ist BI in jedem Fall ein Lichtblick, auch wenn es hier und da mal logische Lücken gibt und die Level größtenteils sehr linear ablaufen. Wer auf Geschwindigkeit wert legt, der kann das Abenteuer in gut zehn Stunden absolvieren, wer aber alles sehen und erkunden will, der braucht vermutlich doppelt so lange. Der Wiederspielwert ist dagegen gering, weil die Geschichte nun mal das Tragende an BI ist und wer schon weiß, was geschehen wird, der verliert auch einen großen Teil der Motivation. Doch der Spaß, der beim ersten Spielen entsteht, ist immens.

    So geht es los...

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    Alles sieht noch so friedlich aus.

    Mit Frau und Feuer und anderen Kleinigkeiten

    Nun ist BI kein reiner Shooter, es gibt wie schon bei den Vorgängern ganz nette Fertigkeiten, mit denen wir den Feinden auf andere Art und Weise zu Leibe rücken können. Die Aufhebung der Schwerkraft, Feuer, Elektrizität, Willenskraftübertragung und noch ein paar weitere Dinge können wir durch die Einnahme von Flüssigkeiten ausüben. Warum es in dieser heilen Welt solche Fähigkeiten gibt, ist unklar und das ist auch die größte logische Lücke, die BI zu bieten hat. Diese Fertigkeiten machen allerdings auch mächtig Spaß, können – wie die Waffen, die wir finden und von denen wir immer zwei tragen dürfen – aufgewertet werden. Ebenfalls aufgelevelt werden können Gesundheit, ein Schutzschild und der Vorrat an Salzen, die wir zur Anwendung der Spezialfähigkeiten brauchen.
    Nach einiger Zeit gesellt sich Elizabeth zu uns – oder umgekehrt. Und die junge Frau erweist sich als freundlicher Helfer in der Not, findet Geld, Salze und Munition, unterstützt uns im Kampf und braucht dabei selbst keine Hilfe: Was für ein unkomplizierter Sidekick – wenn alle Frauen so wären, dann gäbe es auf der Welt eine Menge glücklicher Machos. Mit dem Geld, das wir übrigens überall in Columbia finden, können wir die Aufwertungen bezahlen oder auch mal Verbandszeug besorgen – an den schon aus den Vorgängern bekannten Verkaufsautomaten.

    Großartige Optik und der Sound und so weiter

    Was BI von seinen Vorgängern abhebt, ist natürlich das Setting: In den Wolken zu hängen und dann mittels eines kleinen Werkzeugs über Schienen von einer Insel zur nächsten zu kommen, ist schon eine tolle Sache. Es gibt dabei einige Aha-Momente, die das Spiel noch einmal aufwerten. Im Gegensatz zur prächtigen, aber eben auch bedrückenden Stimmung der Vorgänger herrscht bei BI ein ständiger Wechsel zwischen lichter, freundlicher Optik und einer düsteren Bedrohung, die irgendwo lauert. Und gerade in der Optik lässt BI seine Muskeln auf dem PC spielen, denn auf der höchsten Detailstufe ist es unglaublich schön, was da auf dem Bildschirm zu sehen ist. Die Spielmechanik tut ihr Übriges dazu: Schon nach Sekunden fühlte ich mich mit der Steuerung vertraut, die prima mit dem Controller von der Hand geht, aber auch über Maus und Tastatur gut funktioniert. Dazu gesellt sich dann auch noch eine großartige Soundkulisse mit toller, stimmungsvoller Musik, die das Geschehen hervorragend untermalt. Dann sind da noch die Zwischensequenzen, die ebenso gut gelungen sind, wie der gesamte Rest, wozu auch noch die Sprachausgabe kommt, bei der es auch nicht viel zu meckern gibt.

    Fazit

    Nein, es gibt nicht viel zu meckern. Unterm Strich ist BioShock Infinite ein großartiges Spiel, das unterhält, das fesselt und das Spaß macht. Die Geschichte ist gut erzählt, bietet interessante Wendungen und macht Lust auf mehr. Und das ist auch der einzige Kritikpunkt, den ich habe: Zum Wiederspielen eignet sich der Titel nicht, dafür ist das Ganze zu sehr von der Geschichte abhängig. Aber, bitte, das ist Jammern auf wolkenhohem Niveau, für BioShock Infinite gibt es eine klare Kaufempfehlung.

    Wertung


    Pro

    • tolle Geschichte
    • tolle Optik
    • eingängige Steuerung
    • viele Fertigkeiten zu lernen
    • große Spielewelt
    • unverbrauchtes Setting

    Contra

    • geringer Wiederspielwert
    • kleine Logikfehler

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Armin Sengbusch 12.Apr.2013 3.987 x gelesen

    BioShock Infinite
    Publisher 2K Games
    Hersteller 2K Games
    Genre 1st-Person Shooter
    Altersfreigabeab 18 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    X36026.03.2013 Kaufen
    PS326.03.2013 Kaufen
    PC26.03.2013 Kaufen
     

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