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    In Blackguards 2 geht es – wie im erfolgreichen Vorgänger – um taktische Kämpfe im „Das Schwarze Auge“-Universum zusammen mit weitreichenden Rollenspielelementen. Wir rezensieren hier die Version nach dem Patch 2.0, mit dem Daedalic viele Probleme beheben konnte. Kann die neue Geschichte rund um die verratene Prinzessin Cassia überzeugen?

    Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird
    Was tut man, wenn man nach Herrschaft strebt aber dafür in einen Kerker voller giftiger Spinnen geworfen wird? Richtig, man beißt die Zähne zusammen, schafft es aus dem dunklen Loch – nicht ohne noch etwas an geistiger Gesundheit einzubüßen -, sammelt alte und neue Freunde, die für einen durch die Hölle gehen und tritt seinen Widersachern in den Hintern.
    Das ist die Zusammenfassung der Geschichte, die allerdings mit überraschend tiefgründigen Charakteren aufwarten kann, die nicht nur aus der Standardablage für mittelmäßige Rache-Action entnommen wurden. Zusammen mit der überzeugenden Arbeit der Sprecher und dem erfrischend anderen Setting, einer Mischung aus Orient und Spanien der Renaissance, wird man schon erzählerisch in die Welt von Blackguards hineingezogen.

    Auf spielerischer Seite bekommen wir mit Blackguards 2 eine leicht aufgebesserte Fassung des rundenbasierten RPG-Taktik Mixes von Teil 1. Am besten lässt sich der Titel dabei mit XCOM vergleichen, wobei die Charakterentwicklung wesentlich stärker ausgebaut ist. In typischer Rollenspiel-Manier kann man zwischen den Gefechten unzählige Dialoge führen, Gegenstände handeln oder Erfahrungspunkte einlösen. Aber auch Söldner können hier angeheuert und in Übungskämpfen ausprobiert werden. Rollenspieler werden sich hier recht wohlfühlen, allerdings werden sie wohl oder übel um die Charaktererstellung gebracht, denn in der Geschichte von Blackguards 2 gibt es nur vordefinierte Akteure.

    Für Neueinsteiger hat die Geschichte allerdings einen recht abrupten Start und viele Dinge erklären sich nicht von selbst. Zumindest eine Zusammenfassung des ersten Teils sollte man gelesen haben, um nicht gänzlich ahnungslos zu sein. Das vereinfacht den Einstieg erheblich. Aber auch die Weiterentwicklung des Charakters birgt so seine Schwierigkeiten. Die Menüs zur Verteilung von Waffenfertigkeiten, Sonderfertigkeiten und Zauberkräften erklären sich nur bedingt von selbst. Zwar kann man Erfahrungspunkte über den Charakterbogen auf seine Fertigkeiten verteilen, neue Fertigkeiten müssen jedoch extra über den Gelehrten-Dialog „gekauft“ werden, der aber genauso aussieht. Auch beim Inventar ist es zunächst nicht ersichtlich, dass man es im Kampf nicht benutzen kann. So kann man sich immer wieder darüber ärgern, dass man den Heiltrank nicht an den Gürtel gesteckt hat. Sehr nett.

    Prinzessin Cassia

    Bild 1 von 8

    Der Verrat an Prinzessin Cassia ist der Ausgangspunkt der Geschichte voller Rache.

    Zug um Zug
    Im Kampf können wir unsere Getreuen zunächst aufstellen, um uns dann Zug um Zug durch die Karten zu kämpfen. Diese werden uns in einer seitlichen bis Vogelperspektive, je nach Einstellung, präsentiert. Einen richtigen Zoom gibt es nicht. Die Akteure und die mit aufgestellten Söldner steuert man recht simpel mit einfachen Klicks auf dem hexagonalen Feld. Spezialaktionen, wie besondere Attacken, Zauber oder der Wechsel von Waffen werden über ein Radialmenü ausgeführt. Die möglichen Aktionen ergeben sich aus den Fähigkeiten der Akteure, sodass man mit der Zeit immer mehr Optionen hat aber am Anfang nicht überfordert wird. So kann man sich sehr schön auf die Taktik konzentrieren. Wobei man oft vor recht unterschiedliche Aufgaben gestellt wird. Manche Gegner sind schwach, werden aber in Scharen auf einen losgelassen. Oder man muss immer weiter kämpfen, bis man die Lösung in einem Dialog gefunden hat. Auch eine Flucht vor einem übermächtigen Gegner oder das Abwägen von Kampf oder Flucht ist dabei. Das sind nur ein paar Beispiele.
    Die KI der Gegner könnte besser sein, erreicht aber durch kluge Gestaltung der Karten oft ein sehr forderndes Niveau. Etwas Dynamik kommt auch durch die Kampagnenkarte ins Spiel, denn eroberte Orte können von der KI auch zurückerobert bzw. angegriffen werden.
    Neben dem reinen Kampf müssen die Spieler aber auch auf die Umgebung achten. Es gibt Fallen, Wege müssen mit Hebeln geöffnet werden und Schatztruhen enthalten Gegenstände, die man nach der Schlacht verkaufen kann. So bergen die sehr abwechslungsreichen und interessant gestalteten Karten ein paar Überraschungen, die auch mal nach hinten losgehen können.

    Fantasy aus tausend und einer Nacht
    Die Präsentation wirkt wie eine Mischung aus fernem Osten, der spanischen Renaissance und dem besten aus DSA, zeitlich irgendwo zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert. Dies wird mit sehr schönen Darstellungen von Kampagnenkarte, den Erzählungen zwischen den Missionen und natürlich den Einsatzkarten selbst präsentiert und stützen dieses etwas ungewöhnliche Fantasy-Universum. Auch die Charakterdarstellungen mit ihren Animationen sind gut gelungen. Neue Ausrüstungsgegenstände und Waffen werden auch entsprechend dargestellt und genutzt. Die Zauber sind effektvoll in Szene gesetzt und musikalisch wird Blackguards 2 mit passenden orchestralen Klängen untermalt.
    Probleme bei der Performance, Darstellungsfehler oder sogar Abstürze konnten wir nicht mehr feststellen. Stattdessen wirkte Backguards 2 zwar hardwarehungrig, aber sehr stabil.

    Fazit

    Blackguards 2 hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Die Präsentation ist stimmungsvoll, die Geschichte abwechslungsreich, die Steuerung recht simpel. Probleme haben vor allem Neueinsteiger bei dem recht plötzlichen Einstieg und dem nicht ganz verständlichen Charakterentwicklungssystem. Darüberhinaus erscheint Blackguards 2 recht hardwarehungrig. Schon bei einer etwas höheren Anzahl von Akteuren auf der Karte spürt man dies recht deutlich an der Performance. Insgesamt ist Daedalic aber ein sehr zufriedenstellender Nachfolger gelungen.

    Wertung


    Pro

    • sehr schöne und gut erzählte Geschichte
    • stimmungsvolle und effektvolle Darstellung
    • sehr vielfältige Charakterentwicklungsmöglichkeiten
    • liebevoll und abwechslungsreich gestaltete Karten

    Contra

    • sehr hardwarehungrig
    • recht plötzlicher Einstieg für Neueinsteiger
    • komplexes Charakterentwicklungssystem
    • keine Charaktererstellung

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christian Häusler 17.Feb.2015 2.132 x gelesen

    Blackguards 2
    Publisher Daedalic
    Hersteller Daedalic
    Genre RPG Taktik
    AltersfreigabeAb 12 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC20.01.2015 Kaufen