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    Mit Borderlands the Pre-Sequel liefert Entwickler Gearbox Nachschub für Freunde der ebenso ungewöhnlichen wie beliebten Mixtur aus Rollenspiel und Egoshooter. Wie der Name schon vermuten lässt, ist the Pre-Sequel jedoch kein echter Nachfolger zum zweiten Teil, sondern erzählt, wie dessen Antagonist Handsome Jack vom eigentlich netten Kerl zum zynisch-fiesen Obermotz wird, welcher uns in Borderlands 2 das Leben so schwer gemacht hat. Ist the Pre-Sequel nun ein echter Nachfolger oder doch eher ein Add-On zum Vollpreis?

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    (c) 2K Games
    Entwickler: Gearbox
    Systeme: PC, PS3, X360
    ab 17.10.2014 im Handel
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    Auf den Mond geschossen
    Der Spieler schlüpft in die Rolle eines von Handsome Jack angeheuerten Söldners, der ihm dabei helfen soll einen Überfall der s.g. verlorenen Legion auf die Helios-Raumstation (das große H) abzuwehren. Im weiteren Verlauf der Handlung stellt sich heraus, dass die Legion mit dem Riesenlaser der Heliosbasis Pandoras Mond Elpis in die Luft sprengen will und erleben, wie Jack bei seinen Bemühungen, dies zu verhindern, zu immer drastischeren Mitteln greifen muss und nach und nach zu dem Charakter wird, den wir aus Borderlands 2 kennen.

    Zunächst einmal steht natürlich die Klassenwahl an. Vier verschiedene Charaktere mit individuellen Spezialfähigkeiten und Skilltrees stehen zur Verfügung. Manche sind bereits aus dem Vorgänger bekannt wie z.B. Enforcer Wilhelm, der Kampfdrohnen ins Gefecht schickt oder Lawbringer Nisha, die per Showdown-Fähigkeit kurzzeitig automatisch zielt und dabei hohen Schaden verursacht. Wer mal Lust auf ein besonders skurriles Spielerlebnis hat, kann sich auch mit der neuen Claptrap-Klasse ins Abenteuer stürzen und als bekloppt-chaotischer Blecheimer auf eine zufallsbasierte Spezialfähigkeit zurückgreifen, in der wir mal mit zwei Waffen gleichzeitig ballern oder Mini-claptraps auf die Gegner hetzen.

    Nach einem kurzen Intermezzo auf der Heliosstation werden wir zum Mond geschossen – allein, denn durch eine technische Panne muss Handsome Jack auf der Raumstation zurückbleiben und dirigiert uns von dort per Funk weiter oder gibt zwischendurch seine gewohnt bissigen Kommentare zum besten.

    Auf der Mondoberfläche angekommen sollen wir zunächst ein Störsignal ausfindig machen, welches die Abwehrsysteme der Helios blockiert und ganz am Ende des Abenteuers wartet natürlich wieder eine mit unglaublichen Reichtümern gefüllte „Kammer“ auf ihre Entdecker. Der Weg dahin ist allerdings steinig und mit zahlreichen Quests gepflastert. Gut und gerne 15-20 Stunden sollte man für den Aufenthalt auf Elpis schon einplanen. Die vergehen allerdings wie im Flug: zum einen funktioniert auch hier wieder die altbekannte Tretmühle aus aufleveln, neuer Ausrüstung finden und der schön flüssigen Shootermechanik hervorragend und zum anderen sind die Quests, Charaktere und Spielwelt mit dem typischen Borderlands-Humor umgesetzt. Wenn z.B. die lesbische Mechanikerin versucht bei der eigentlich eher hetero-orientierten Barbesitzerin zu landen oder ein Endboss über seine nicht genug definierten Bauchmuskeln lamentiert, dann muss man einfach hin und wieder breit grinsen.

    Wer Borderlands 2 gespielt hat, findet sich sofort zurecht. Das Gameplay und die meisten Features wie z.B. das Handelssystem oder das GUI sind identisch, so dass das Add-on-Argument nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Immerhin hat man sich aber bemüht, dem Gamplay doch ein paar neue Facetten hinzuzufügen. So gibt es z.B. mit den Lasern eine neue Waffengattung, die dem zufallsgenerierten Arsenal nochmal eine geschätzte Bazillion an neuen Knarren hinzufügt. Einen weiteren (allerdings eher nervigen) Kniff haben sich die Entwickler mit der Sauerstoffversorgung ausgedacht. Da auf Elpis keine atembare Atmosphäre existiert, bekommt man kurz nach seiner Ankunft ein Sauerstoffgerät, dessen Luftvorrat allerdings begrenzt ist. Diesen muss man in regelmäßigen Abständen an Sauerstoffgeysiren oder in künstlich erzeugten Luftblasen wieder auffüllen. Da außerdem die Schwerkraft niedriger ist, kann man auch viel höher und weiter springen. Folgerichtig haben die Entwickler auch ein paar Jump&Run-Passagen eingebaut. Das ist jetzt aber nicht so schlimm wie es vielleicht klingt, denn da man seine Flugrichtung auch im Sprung noch bis zu einem gewissen Grad ändern kann, sind diese durchaus auch für Hüpf-Muffel zu schaffen.

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    Bild 1 von 8

    Die Helios-Raumstation.

    Ein schöner Mond – aber eben doch nur ein Mond
    Ein gewisser optischer Rückschritt ist allerdings bei der Spielwelt an sich zu sehen. Gut, das ist nun mal szenariobedingt und für einen Mond bietet Elpis mit seinen Eis- und Lavalandschaften schon ein relativ breites Spektrum an „landschaftlicher Abwechslung“, aber trotzdem hat man ständig das Gefühl, im Grunde durch eine Wüstenlandschaft bar jeder Vegetation zu laufen. Da war der zweite Teil doch eigentlich schon ein gutes Stück weiter. Einzig die künstlichen Metallgebäude bieten hier etwas optische Abwechslung von der vorherrschenden Mondödnis. Auch bei der Gegnerpalette hat sich Gearbox nicht gerade mit neuen Kreationen verausgabt und schickt uns neben einigem aggressiven Mondgetier auch diesmal wieder Armeen von Banditen entgegen, die nun allerdings auch die verminderte Schwerkraft nutzen und den Spieler mit wuchtigen Sprungattacken angreifen.

    Grafisch setzt The Pre-Sequel wieder auf den typischen Cel-Shading-look inklusive dicker schwarzer Ränder. Das generelle Comic-look and feel passt aber sehr gut zum auf witzig getrimmten Szenario des Borderlands-Universums. Immer noch ein Problem sind allerdings die ständig nachladenden Texturen, besonders gut zu sehen beim Levelwechsel oder dem Laden eines Spielstands. Da muss man sich dann immer sekundenlang anschauen, wie erst die niedrigen Texturen über die Geometrie gelegt werden und dann die hochauflösenden. Das man das immer noch nicht in den Griff gekriegt hat …

    Auch die Animationen der Charaktere in den Dialogen wirken immer noch etwas hölzern und abgehackt. Aber gut, das ist meckern auf hohem Niveau, zumal ja das Gameplay stimmt. Borderlands ist eben nichts für Grafikfetischisten, wobei das Spiel auch hier und da schöne Szenen und Effekte zu bieten hat. Besonders die teils sehr farbenfrohen Skyboxen tragen sehr zur Atmosphäre des Spiels bei, welche durch den spacigen Ambientsoundtrack noch verstärkt wird.

    Wer nicht gerne alleine unterwegs ist und ein paar Kumpel am Start hat, kann mit bis zu drei anderen Mitspielern the Pre-Sequel auch im Coop spielen. Auf den Konsolen läuft das über die üblichen Dienste, während auf dem PC das Spiel mit einem Steamkonto verknüpft werden muss. Hier ist also eine Internetverbindung Plicht um the Presequel spielen zu können.

    Fazit

    Ist Boderlands the Pre-sequel nun ein neuer Teil oder "nur" ein Add-On? Die Antwort: es ist irgendwas dazwischen. Für Fans der Vorgänger ist ein Abstecher nach Elpis trotzdem absolut empfehlenswert. Das Gameplay ist nach wie vor ein Suchtgarant und dank einiger neuer Spielelemente und frischem Szenario werden auch Veteranen bei der Stange gehalten. Insgesamt kein Meisterwerk, aber ein gutes Spin-off.

    Wertung


    Pro

    • neue Waffen
    • witzige Charaktere
    • sehr motivierende RPG-Tretmühle

    Contra

    • eher öde Landschaften
    • nicht so umfangreich wie z.B. der zweite Teil
    • wenig neue Gegner

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Denny Vitzthum 31.Okt.2014 2.780 x gelesen