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    Als RPG-Fan kann man auf den neuen Konsolen noch nicht wirklich aus den Vollen schöpfen. Da erregt jedes Spiel des Genres umso mehr Aufmerksamkeit. Der folgende Artikel soll klären, ob Bound by Flame diese verdient hat.

    Zwei Seelen wohnen, ach! in seiner Brust

    Nach einem Beschwörungsritual-Zwischenfall ist der Söldner mit dem kraftstrotzenden Spitznamen „Vulcan“ von einem mächtigen Feuerdämon besessen. Ein zweischneidiges Schwert, denn einerseits nervt der ungebetene Mitbewohner durch gewalttätige Ansichten und sein generell allzu einnehmendes Wesen, andererseits wird wohl nur mit seiner Hilfe ein Sieg über die untoten Horden der so genannten Eisfürsten möglich sein. Vulcan muss im Laufe der Geschichte entscheiden, ob er dem Dämon die Stirn bietet oder seine Menschlichkeit zugunsten ungeahnter Kräfte aufgibt.
    Diese schrittweise vollzogene Wahl steht im Zentrum der Handlung und beeinflusst neben der späteren optischen Erscheinung teilweise auch die Eigenschaften des Hauptdarstellers (ein Dämon kann wegen seiner Hörner z.B. keine Helme tragen, verfügt aber über mehr Mana) oder die Reaktionen seiner Mitstreiter. Die besuchten Schauplätze oder der Aufbau der Story verändern sich jedoch nicht, so dass sich der Wiederspielwert eher in Grenzen hält.
    Dieses an sich coole, oder eher heiße, Feature des Spiels fällt in Wahrheit also viel weniger dramatisch und wichtig aus als uns etwa die Werbung glauben machen will. Interessanter wäre es z.B. gewesen, aus der Sache ein vollwertiges Moralsystem mit ständigen Entscheidungen und deren Auswirkungen zu basteln, statt nur an wenigen zentralen Storypunkten eine Wahlmöglichkeit zwischen Dämon und menschlicher Seite anzubieten.

    Mal wieder Untote, gähn...

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    Mal wieder Untote, gähn...


    Keine Schönheit

    Vor Spielbeginn kann die Hauptfigur optisch geringfügig angepasst werden. Als Alternative zum standardmäßigen Helden darf man mit einem weiblichen Gegenstück auf die Reise gehen, die Gute sieht von Körperbau und Bewegungen her aber ebenfalls ziemlich männlich aus. Die paar angeklebt aussehenden Frisuren machen sie nicht hübscher. Aber als Söldnerin muss man natürlich in erster Linie ordentlich zuschlagen können. Da wirkt so ein Brienne of Tarth-Double eigentlich ganz passend.
    Man steuert die Figur in Third-Person-Ansicht durch leider arg schlauchartige, oft schmucklose Umgebungen. Gerät Vulcan ins Blickfeld herumstreifender Feinde, kommt es zum Kampf (dem man durch Wegrennen teils aber auch entgehen kann). Die Auseinandersetzungen werden in Echtzeit ausgetragen, durch die verlangsamte Spielgeschwindigkeit beim Aufrufen des speziellen Befehlsmenüs sind aber auch Aktionen mit etwas mehr Ruhe möglich.
    Zwei verschiedene Nahkampfattacken per Kriegshammer, riesigen Schwertern usw. kombiniert der Held mit ausgelegten Fallen, Armbrustschüssen und geschickten Gegenangriffen nach erfolgreichem Abblocken feindlicher Hiebe. Per Knopfdruck ist der schnelle Wechsel zwischen zwei Kampfstilen möglich. Im Kriegermodus ist man z.B. robuster, als Waldläufer schleicht man sich hingegen an nichtsahnende Widersacher an und lässt besonders schnelle Attacken auf die Monster einprasseln. Und dann wären da auch noch die feurigen Dämonenfähigkeiten. Genug Magie vorausgesetzt, steckt man etwa die aktuelle Waffe für eine Weile in Brand oder wirft Feuerbälle durch die Gegend.

    Gutes Fähigkeiten- und Upgrade-System

    Beim Aufleveln können Fertigkeiten in allen drei Bereichen erworben bzw. verbessert werden. So lässt sich in den Talentbäumen unter anderem die Gesundheitsregeneration steigern, die Kraft der Feuergeschosse erhöhen oder das Schleichverhalten optimieren.
    Zusätzlich gibt es Punkte für den Erwerb passiver Vergünstigungen, was aber die Erfüllung bestimmter Vorgaben voraussetzt. Wer sich Hilfe beim Finden von Schatztruhen erkaufen will, muss so beispielsweise schon eine bestimmte Anzahl der Behältnisse geöffnet haben. Andere Boni beziehen sich etwa auf die maximale Magiemenge, einzelne Waffentypen oder den Erfolg beim Recyclen von Objekten.
    Vulcan verfügt nämlich über die Fähigkeit, ungewollte Ausrüstungsgegenstände zu zerlegen und neben Hilfsmitteln wie Tränken und Munition auch Upgrades für Waffen und Rüstungsteile zu basteln. So kann unter anderem der Giftwiderstand verbessert oder der durchs entsprechende Mordwerkzeug erzeugte Schaden vergrößert werden.
    Diese Ausbaumöglichkeit tröstet Jäger und Sammler ein wenig darüber hinweg, dass es hier lang nicht so viele interessante Beutestücke abzustauben gibt wie in manch anderem Action-RPG. Die gefundenen Stücke sehen am Körper des Helden aber immerhin recht schick aus.
    Auch mit viel Erfahrung, aufgepeppter Rüstung und ausgebauten Fähigkeiten hat es der Held nicht gerade leicht – selbst auf dem niedrigsten der vier Schwierigkeitsgrade sind die Kämpfe manchmal nicht ganz ohne. Mir kam das Ganze auch nicht optimal ausgewogen vor. Während mancher Zwischenboss recht schnell aus den Latschen kippt, zieht Vulcan gegen „kleinere“ Feinden im selben Gebiet unter Umständen gleich den kürzeren. Zum Glück ist außerhalb der Kämpfe eine freie Speicherfunktion verfügbar und es gibt häufige Autosaves, so dass erneute Versuche nicht zu frustrierend werden.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 21.Mai.2014 3.500 x gelesen

    Bound by Flame
    Publisher Koch Media
    Hersteller Spiders
    Genre Action-Rollenspiel Rollenspiel
    Altersfreigabeab 16 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
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    Xbox 36009.05.2014 Kaufen
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