• Werbung
    Aktuelle Phantastik bei Amazon:

    derzeit nur 1,99 Euro

  •  
    Anmelden

    Der Protagonist erwacht ohne Erinnerung in einer Disco, deren Innenausstatter die letzten Jahre wohl auf einem Friedhof gelebt haben muss. Ihm ist kotzübel, seine Sicht verschwommen und die stampfende Musik vermischt sich mit hämmernden Kopfschmerzen zu einem nicht enden wollenden Schmerzcrescendo. „Ja klar“, höre ich euch jetzt sagen, „so geht’s mir doch jedes Wochenende!“. Mag sein. Der Unterschied ist nur, dass sich Eric Bane gerade in einen Vampir verwandelt hat. Sein Name ist auch das Einzige, was ihm aus seinem früheren Leben wieder einfällt, aber nicht, warum er hier ist oder wer ihn überhaupt zum Vampir gemacht hat. Und das stellt sich schnell als ziemliches Problem heraus.

    Glück im Unglück: Eric ist in einem Nachtclub gelandet der von Vampiren betrieben wird und als Anlaufstelle und Rückzugspunkt für Jungblutsauger dient. Rose, die Besitzerin des gruftigen Tanztempels, nimmt Eric unter ihre Fittiche und erklärt ihm die Grundlagen des Vampirdaseins. Das Wichtigste lernt Eric zuerst: Er ist noch kein vollwertiger Vampir. Erst muss er seinem „Erschaffer“ ebenfalls an den Hals gehen, sonst wird er innerhalb einer überschaubaren Zeitspanne zu einem Ghul – eine Art gehirnloser Vampirzombie. Damit ist das Spielziel schon mal klar umrissen. Da Eric nicht weiß, wer ihn gebissen hat, muss er zumindest das Blut eines hochrangigen (=alten) Vampirs trinken, um dem Ghul-sein zu entgehen. Dass die ihr Blut nicht einfach hergeben wollen, dürfte klar sein …

    Das saugt ohne Ende!

    DARK ist ein reinrassiges Schleichactionspiel. Und zwar weitaus konsequenter als z.B. Splinter Cell oder Thief. Sam Fisher hatte seine Pistole, Garret immerhin ein Schwert und einen Bogen mit diversen Pfeilsorten. Eric hat, nun ja, so gut wie nichts. Zwar begegnet Eric immer wieder Gegnern mit Schusswaffen, aber selbst benutzen kann man die Bleispritzen nicht. Alles was ihm zur Verfügung steht, sind seine Vampirfähigkeiten. Manche sind ihm angeboren, z.B. kann sich Eric in begrenztem Radius durch die Gegend teleportieren. Andere wiederum müssen erst freigespielt werden und stehen dann auch nur sehr begrenzt zur Verfügung. So gibt es eine Art Vampir-“Machtgriff“, mit dem man Gegner auch aus der Entfernung töten kann. Das Problem ist nur, dass diese Fähigkeiten Blut benötigen, das man erst mal aus Gegnern heraussaugen muss. Dazu muss man sich von hinten an ein Opfer heranschleichen und es dann aussaugen. Das kostet Zeit. Wird man währenddessen entdeckt, ist man in der Regel so gut wie tot, da sofort alle anderen Gegner angerannt kommen und das Feuer eröffnen. Gelingt der Angriff, hat man für einen der Vampirskills einen Aktionspunkt zur Verfügung. Anfangs hat man davon maximal zwei. Das kann man zwar später erweitern, aber trotzdem muss man mit seinen Spezialskills sehr bedacht umgehen.

    Generell kann man sagen, dass das Spiel sehr Trial&Error-lastig und wahrlich nichts für ungeduldige ist. Das liegt vor allem daran, dass DARK keine typische Lernkurve hat, sondern dem Spieler gleich im ersten Level, einem Museum, alles abverlangt. Schon nach kurzer Zeit kommt man in einen Bereich, der mit dutzenden Gegnern gespickt ist. Umschleichen lassen die sich kaum, dazu sind es einfach zu viele. Bis man einen Weg gefunden hat möglichst viele Wachen unbemerkt auszuschalten und zum rettenden Ausgang durchzuschlüpfen, braucht man viel Zeit und garantiert mehrere Anläufe. Und das ist bei Weitem nicht der einzige derartige Abschnitt. Zwar kann Eric mittels Röntgenblick Gegner auch durch Wände erspähen und so theoretisch deren Laufwege erkennen, aber weil sich dabei auch gleichzeitig ein Zeitlupeneffekt einstellt, muss man teilweise elendig lange zuschauen.

    darkapp-2013-07-14-13-51-29-85

    Bild 1 von 6

    Gleich kommt Blade um die Ecke...

    Vampirismus mit eingeschränkten Möglichkeiten

    Gestört haben mich jedoch am meisten die eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten. Eric kann im Grunde nur Laufen, Schleichen und sich an Hindernisse schmiegen, hinter denen er dann auch von Gegnern nicht gesehen werden kann – paradoxerweise sogar dann nicht, wenn das Hindernis eine Glasscheibe ist. Sowieso ist die KI eher gewöhnungsbedürftig: Man kann z.B. einen Wachmann aussaugen, ohne dass es ein in direkter Sichtlinie stehender Kollege mitbekommt. Man muss einfach nur weit genug weg sein. Andererseits ist diese Kurzsichtigkeit auch nötig, ansonsten wäre das Spiel nämlich kaum zu schaffen. Aber die Möglichkeit zu springen, sich an Kanten entlangzuhangeln oder alternative Routen zu nehmen, das fehlt hier irgendwie. Durch freigespielte Vampirskills wird das Gameplay später zwar etwas facettenreicher, trotzdem hat man öfters den Eindruck, dass DARK hinter seinen Möglichkeiten bleibt.

    Technisch merkt man dem Spiel an, das kein Riesenstudio dahinter steht. Die Umgebungen, Texturen und Beleuchtung sehen durchaus ok aus, aber die Gesichts- und Bewegungsanimation erinnern hingegen oftmals eher an die Augsburger Puppenkiste. Das ganze relativiert sich allerdings etwas, da DARK mit seinem Cellshading-look eh eher an einen Comic erinnert. Die Soundeffekte und die deutsche Vertonung sind auch in Ordnung, nur die ständig gleichen Sprüche der Standardgegner gehen einem schnell auf den Keks. Hier mangelt es schlicht an Quantität ebenso wie bei der Anzahl der Gegnermodelle. Oft fühlt man sich wie in der sprichwörtlichen Klonfabrik, wenn dreimal derselbe Wachmann zum Entleeren um die Ecke kommt. Übrigens: Kumpels, die euch gerne mal absaugen wollen, müsst ihr eine Abfuhr erteilen. DARK hat leider keinen Multiplayer.

    Fazit

    DARK ist etwas für absolute Stealth-Action-Liebhaber, die den Gebrauch von Schusswaffen verabscheuen, eine hohe Trial&Error-Toleranz haben und sich auch an den genannten Schwächen in der Präsentation nicht stören. Immerhin ist die „moderner Vampir“-Thematik ganz gut getroffen. Wer dafür jedoch kein ausgeprochenes Faible hat, findet besseres auf dem Markt.

    Wertung


    Pro

    • coole Vampirskills
    • stimmige Vampiratmosphäre
    • konsequente Stealth-Mechanik für Profischleicher

    Contra

    • viel Trial&Error
    • lachhafte Animationen
    • suboptimale Spielbalance
    • Spiel wird sehr schwer wenn man nicht richtig skillt
    • teilweise unglaubwürdiges KI-Verhalten

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , ,

    Kategorien: Fantasy, Horror, Spiele
    von Denny Vitzthum 15.Jul.2013 3.209 x gelesen

    DARK
    Publisher Kalypso
    Hersteller Kalypso
    Genre Action-Adventure
    Altersfreigabeab 16 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    X36004.07.2013 Kaufen
    PC04.07.2013 Kaufen
     

    Artikel

    DARK – Vampir-StealthAction jetzt im Handel,...

    vom 4.Jul.2013 0 Kommentare