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    Von Kindesbeinen an bekamen Cairon und Calandra eingebläut, dass sich ihr Blut auf keinen Fall vermischen darf. Den Grund dafür hat ihnen ihr Vater allerdings vorenthalten und irgendwann kommt es, wie es kommen musste – in einer Notlage verarztet der angeschlagene Cairon seine Schwester, die Wunden berühren sich und es erwachen dunkle Kräfte in unserem Helden. Was hinter der ganzen Sache steckt, wird natürlich bald geklärt. Ein weiteres Problem: Die beiden hegen alles andere als geschwisterliche Gefühle füreinander, und das, obwohl für Calandra eine lukrative Heirat mit einem örtlichen Großkotz arrangiert wurde. Für Konfliktpotenzial ist also gesorgt…

    Grafisch nicht auf der Höhe der Zeit

    Cairon ist die Hauptfigur des Spiels. Sein Abenteuer beginnt in der Stadt Warunk, die neben zu vielen Flüchtlingen, Seuchenkranken und Ganoven aktuell auch noch ein Untoten-Problem hat. Später führt Cairons Reise ihn unter anderem in ein düsteres Sumpfgebiet, wo explodierende Wasserleichen und Tentakelmonster lauern.
    Einige Wendungen der Story sind recht vorhersehbar, insgesamt ist die Geschichte aber (nach einem etwas gemächlichen, teils auch ein wenig verwirrenden Start) ganz vernünftig und nach einer Weile durchaus spannend, zumal sie auch nicht schlecht erzählt wird. So zeigen sich die Dialoge überwiegend gut geschrieben, gern mal deftig, lassen ab und zu ein wenig Humor aufblitzen und vor allem werden die Texte dank guter Sprecher überzeugend vorgetragen. Insbesondere der Erzähler, welcher zwischendurch – begleitet von schicken Zeichnungen – weitere Entwicklungen zusammenfasst, kann sich absolut hören lassen. Weniger gelungen ist jedoch die Mimik der Personen, deren Gesichter nämlich, sogar in dramatischen Situationen, meist unnatürlich starr und fast vollkommen emotionslos erscheinen. Auch die Körper-Animationen sind nicht gerade geschmeidig zu nennen.
    Die Optik ist sowieso kein Glanzpunkt von Demonicon. Zwar wurde versucht, durch Details wie arbeitende Stadtbewohner zwischen netten Fachwerkhäusern, herumflatterndes Getier oder flackernde Beleuchtung die Umgebungen aufzuhübschen, vieles wirkt aber doch arg veraltet, verwaschen und farbarm. Außerdem fehlen den Innenräumen massiv Details – in so leeren Buden würde ich nicht wohnen wollen. Manchmal scheinen die Texturen auch nicht ganz mitzukommen und Oberflächendetails tauchen, etwa zu Beginn einer Zwischensequenz, erst mit deutlicher Verzögerung auf, was kein schöner Anblick ist.

    Cairon, Calandra und ihr Vater

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    Cairon, Calandra und ihr Vater


    Actionreiche Gefechte

    Man kontrolliert den Hauptdarsteller wahlweise per Maus und Tastatur oder mit dem Xbox-Gamepad. Letztere Variante wurde gut umgesetzt, Demonicon scheint eigentlich wie für den Controller geschaffen, während die Handhabung mit der Maus-Tastatur-Lösung teils unnötig kompliziert wird.
    Ein bisschen Konsolen-artig ist auch das Speichersystem gelöst. Es erlaubt kein freies Speichern, sondern legt an wichtigen Stellen, beim Wechseln des Gebiets und Verlassen des Spiels ein Autosave an.
    Cairon kann selbstverständlich angreifen, außerdem legt er auf Knopfdruck eine rettende Ausweichrolle aufs Parkett oder blockt gegnerische Attacken ab, wofür ein gewisses Timing nötig ist. Als waschechter Allrounder verfügt der Held nicht nur über Nahkampfwaffen wie Schwerter, sondern hantiert auch mit unendlich verfügbaren, wahlweise durch Gift präparierbaren Wurfmessern und nutzt seine zu Beginn erwachten Kräfte, von denen es leider nur vier verschiedene Arten gibt. So lassen sich Feinde z.B. kurz einfrieren oder durch den ekligen „Pesthauch“ vergiften.
    Meistens kommt man im sehr actionbetonten Kampfsystem aber auch mit recht simplen Vorgehensweisen zum Ziel. Wer sich Herausforderungen wünscht, sollte am besten gleich auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad starten.

    Allerlei Upgrade-Möglichkeiten

    Mit wachsender Erfahrung kann man stärkere Stufen der Fähigkeiten kaufen oder kleine Modifizierungen freischalten, um etwa die Wirkungsdauer zu verlängern und den Energieverbrauch zu reduzieren. Lernen kann Cairon auch sonst so einiges, unter anderem mächtigere Hiebe. Je nach Level der Fertigkeiten in Bereichen wie „Grobschmied“ oder „Überreden“ kann man außerdem fiese Fallen entschärfen, in Gesprächen bessere Belohnungen herausschlagen (oder auch die Voraussetzungen für einen Zweikampf verbessern, indem man ans Ehrgefühl des Gegners appelliert und ein Schwert ergattert), Pflanzen ernten und höhere Preise für erbeutete Gegenstände erzielen.
    Apropos Beute: Genretypisch gibt es einiges an Mordwerkzeugen, Schutzkleidung und magischem Schmuck abzustauben, die Auswahl hätte aber ruhig größer sein sollen. Beeindruckende Schätze sind hier irgendwie nicht zu finden. Manche Objekte darf man aber immerhin durch angebaute Teile mit wertesteigernden Effekten versehen.
    In den Hauptmissionen können einige Entscheidungen getroffen werden, in Warunk etwa, ob man sich auf die Seite der Verbrechergilde oder auf die der Stadtwache schlägt. Letztendlich beeinflusst die Wahl aber eigentlich nur begrenzte Bereiche wie die momentanen Gespräche oder spätere kleine Anspielungen und hat keine wirklich weitreichenden Konsequenzen im Spielgeschehen. Generell ist Demonicon mit seinen abgegrenzten Kapiteln, Schlauchlevels und aufeinander folgenden Quests für RPG-Verhältnisse ziemlich linear gehalten. Bei Anschlagtafeln sind aber zumindest diverse Nebenaufträge zu entdecken, unter anderem die üblichen Hol- und Bringdienste oder Sammel-Aufgaben. Die Spieldauer schwankt abhängig vom persönlichen Tempo zwischen ungefähr 15 und 20 Stunden.

    Fazit

    Demonicon ist ein dieser Games, die trotz deutlicher Macken für einige unterhaltsame Spielstunden gut sind. Die Schwächen des DSA-RPGs liegen nicht zuletzt in der grafischen Umsetzung, welche recht altbacken und mit diversen unnötigen Schönheitsfehlern daherkommt. Besser schneidet die Vertonung ab, weil überzeugende Sprecher und orchestrale Klänge in den gut geschriebenen Gesprächen bzw. auf Erkundungstouren eine gelungene Atmosphäre schaffen. Das Kampf- sowie das Charaktersystem haben gute Ansätze, die aber teils nicht genug genutzt wurden. Schade ist auch, dass im Leveldesign lineare Schlauchlevels dominieren und die Spieldauer für Genreverhältnisse etwas sparsam ausfällt. Trotz aller Kritikpunkte kommen aber gerade DSA-Fans auf ihre Kosten und dürfen sich z.B. über allerlei Hintergrundinfos oder die mal dezent humorige, mal eher düstere Stimmung freuen.

    Wertung


    Pro

    • gute Dialoge mit überzeugenden Sprechern
    • Story nimmt später an Fahrt auf/spannende Atmosphäre entsteht
    • diverse Entscheidungsmöglichkeiten
    • einige hilfreiche Fähigkeiten
    • Kämpfe actionreich und durchaus spaßig...

    Contra

    • ..aber auf Dauer recht eintönig
    • Magiesystem und Modifizierungsmöglichkeiten eingeschränkt
    • zu wenige interessante Ausrüstungsteile
    • schlauchiges Leveldesign, kaum Bewegungsfreiheit
    • Geschichte anfangs etwas wirr
    • deutliche Grafikschwächen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 14.Nov.2013 5.227 x gelesen

    Das Schwarze Auge: Demonicon
    Publisher Kalypso
    Hersteller Kalypso
    Genre Rollenspiel
    Weitere Infos
    Termine
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