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    Mit Deadfall Adventures versuchen sich die polnischen Entwickler The Farm 51 nach „Painkiller: Hell & Damnation“ erneut an einem Shooter. Diesmal hat man jedoch ein typisches 30er-Jahre Abenteurersetting gewählt: man spielt James Lee Quatermain, einen Nachfahren des bekannten Romanhelden Allan Quatermain. Jüngeren Semestern ist die Figur vielleicht noch am ehesten als von Sean Connery verkörperter Abenteurer aus „Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman“ bekannt. Angeheuert von einer etwas naiven, aber umso hübscheren Archäologin, sollen wir in einem alten ägyptischen Tempel das Herz von Atlantis finden. Das hinter dem Artefakt mehr steckt als nur ein Stück fürs Museum merkt unser Held schnell, da fortan nicht nur ein Trupp Rüpelnazis, sondern auch diverse Mumien und anderes Monstergesocks den beiden ständig ans Leder wollen. Der Ausflug in den Tempel stellt dabei nur den Auftakt zu einer Reise rund um den Globus dar, denn das Herz von Atlantis besteht aus mehreren Teilen …

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    (c) Nordic Games
    Systeme: PC, X360
    ab 15.11.2013 im Handel
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    Es ist irgendwie so Indy

    Wer jetzt an einen gewissen Filmhelden mit Hut und Peitsche denken muss, ist sicher nicht alleine. Die Musik, die Schauplätze, die Charaktere (vor allem die übertrieben klischeehaften Nazis) – alles atmet den Geist der klassischen Abenteuerfilme der 80er. Spielerisch bietet Deadfall Adventures eine angenehme Mischung aus Shooter-Gameplay und Tomb-Raider-inspirierter Rätselkost. Löblicherweise kann man anfangs sogar getrennte Schwierigkeitsgrade für Kämpfe und Rätsel einstellen – je nachdem also was man eher präferiert. Ich für meinen Teil fand allerdings den normalen Schwierigkeitsgrad schon viel zu einfach. Wenn eine Mumie gemessene 10 Sekunden mit dem Schwert auf einen einprügeln kann und man dann nach kurzem Kampf und dank Autoheal wieder dasteht wie eine Eins, kann es mit der Herausforderung nicht allzu weit her sein. Immerhin muss man sich bei den Untoten eines kleinen Tricks bedienen, indem man sie zuerst mit einem fokussierten Strahl aus seiner Taschenlampe schwächt und dann über den Haufen ballert. „Alan Wake“ lässt grüßen. Auch die menschlichen Gegner stellen dank mäßiger KI keine große Bedrohung dar. Wer es etwas spannender mag, wählt am besten gleich den hohen Schwierigkeitsgrad.

    Die meisten Tode dürften wohl eher auf das Konto der zahlreichen Fallen gehen, bei denen das Auslösen meist den sofortigen Bildschirmtod zur Folge hat. Beim Umgehen der Fallen oder dem Öffnen irgendwelcher Tore ist dann zur Abwechslung auch mal etwas Gehirnschmalz gefordert. Ähnlich wie in der Tomb Raider-Serie wollen hier meist Schalter in einer bestimmten Reihenfolge gedrückt oder Apparaturen richtig bedient werden. Ein Beispiel ist hier eine Halle mit mehreren Spiegeln, die der Reihe nach ausgerichtet werden müssen, sodass der Lichtstrahl mehrere Sensoren aktiviert. Die Rätsel sind zwar eine angenehme Abwechslung im Gameplay, Kopfnüsse im Stile von Myst und anderen Hardcoreadventures darf man aber auch nicht erwarten. Dank des Notizbuchs von Opa Quatermain, welches man per Tastendruck zurate ziehen kann, bekommt man die Lösung ohnehin meist mehr oder weniger unter die Nase gerieben.

    Sehr schön finde ich hingegen, dass überall in der Spielwelt Schätze versteckt sind, die man an einer Orakelstatue gegen Verbesserungen wie z.B. schnellere Selbstheilung oder höhere Feuerrate eintauschen kann. Die Schätze sind meist recht gut versteckt und nur nach dem absolvieren kleinerer Rätsel oder einer Geschicklichkeitseinlage erreichbar.

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    im alten Ägypten startet das Abenteuer. In dieser Pyramide wartet das erste Artefakt.

    Stimmungsvolle Ruinenhatz

    Grafisch bietet Deadfall Adventures durchaus das ein oder andere Eyecandy. Besonders die Tempelanlagen in Ägypten und später in Guatemala sehen dank gelungener Beleuchtung und monumentaler Architektur sehr stimmungsvoll aus, sodass sich Hobbygrabräuber sofort wie zu Hause fühlen dürften. Weniger gut gefallen da die doch etwas staksig wirkenden Animationen in den Zwischensequenzen und einige der Effekte wie z.B. die Explosionen von Granaten, welche doch etwas billig aussehen. Alles in allem kann man das Gezeigte aber dennoch insgesamt als gut bewerten.

    Neben der rund 8-10 Stunden dauernden Solokampagne bietet das Spiel auch noch mehrere Multiplayermodi: im Überlebenskampf müssen in begrenzten Arealen mit bis zu vier Spielern im Coop immer stärker werdende Gegnerwellen abgewehrt werden. Dieser Modus erinnert sehr an den beliebten Zombiemodus aus der Call of Duty-Serie. Desweiteren werden nämlich noch mehrere kompetitive Modi wie Deathmatch und Capture the Flag auf insgesamt sieben Maps geboten, in denen man die Spielfigur hochleveln kann. Je höher man im Rang steigt, desto mehr Waffen lassen sich freischalten, die man dann ala CoD in einem Klasseneditor zu eigenen Klassen zusammenstellen kann. Alles in allem ist der Multiplayer durchaus spaßig und wird sicher ein paar Fans finden.

    Fazit

    Deadfall Adventures betrachte ich als Geheimtipp. Nicht groß angekündigt oder gehyped und wider erwarten doch ganz spaßig, wenn auch nicht Oberklasse. Wer schon immer mal Tomb Raider und Egoshooter in einem Spiel vereint haben wollte und ein Faible für indymäßige Abenteuereraction hat, macht beim technisch ordentlichen Deadfall Adventures nichts verkehrt. Grundsätzlich empfehle ich allerdings, den Schwierigkeitsgrad bei den Kämpfen auf hoch zu stellen, da die Schießereien sonst zu leicht zu gewinnen sind.

    Wertung


    Pro

    • stimmungsvolle Schauplätze
    • gelungenes Abenteurerflair
    • viele versteckte Schätze laden zum Erkunden ein
    • dank auflevelbarer Spielfigur und Coopmodus motivierender Multiplayer

    Contra

    • übertrieben klischeehafte und eher flache Charaktere
    • Kämpfe wegen mäßiger KI eher zu einfach
    • staksige Animationen in den Cutscenes

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Abenteuer, Spiele
    von Denny Vitzthum 13.Nov.2013 4.164 x gelesen