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    Vor kurzem veröffentlichte Tequila Works die aufgehübschte Version des im Jahre 2012 erschienen 2,5D Zombie-Sidescrollers Deadlight in der Director’s Cut Edition für PS4, Xone und nochmals für PC. Ob das Spiel nach heutigen Standards noch einen Blick wert ist, erfahrt ihr bei uns im Test.

    (c) Deep Silver

    (c) Deep Silver
    seit 21.06.2016 im Handel
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    Totes Licht
    In Deadlight steuern wir den Protagonisten Randall Wayne durch ein verlassenes, mit Zombies verseuchtes Seattle. Randall hat zwischenzeitig Flashbacks, in denen er den Tod seiner Frau immer wieder durchleben muss. Auf der ständigen Flucht vor den Untoten macht er sich nun auf die Suche nach seiner Tochter, von der er damals getrennt wurde, um zumindest einen kleinen Teil seiner Familie wiederzuerlangen.

    Zu Beginn des Abenteuers werden wir von unseren Freunden getrennt und müssen uns alleine durch die Zombiehorden flüchten, um zu überleben. Dies geschieht in Deadlight in einem Mix aus Reaktionstests und Geschicklichkeitsaufgaben sowie der guten alten 2D-Sidescrolling Manier (a la Limbo). Die Hintergründe des Spiels sind mit aufwendigen 3D-Animationen versehen und hauchen der Welt eine glaubwürdige, düstere Atmosphäre ein.

    Im ca. 4 – 5 stündigen Überlebenstrip erfahren wir etwas zu den Ursachen der Zombieapokalypse in Form von Filmsequenzen im Comicstil zwischen den Abschnitten sowie sammelbaren Tagebüchern und Fotografien in den Leveln. Gegen Ende wird der Spieler von einem starken Plottwist noch einmal überrascht, wobei ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten möchte. An sich ist die Story für einen 2D-Sidescroller mehr als zufriedenstellend und reichte mir beim Durchspielen als Motivation völlig aus.

    Spiel mir das Lied vom Tod
    Das Gameplay von Deadlight gibt durch die vorgegebenen Levelstrukturen vor, von links nach rechts (Sidescroller) sowie nach oben oder unten (Gebäude, Tunnel) vor den Zombies zu fliehen und in den nächsten Abschnitt zu gelangen. Damit uns dies erfolgreich gelingt, muss jede Bewegung sitzen, ist der Absprung auf eine Leiter zu spät getimed, oder schaffen wir es nicht rechtzeitig eine Tür zu öffnen, werden wir auch schon von unseren untoten Freunden übermannt. So wird das eigentlich ruhige, überlegte Gameplay zwischenzeitig von etwas Zeitdruck geprägt, wodurch eine angenehme Hektik entsteht, die uns durchatmen lässt wenn wir entkommen sind.
    Leider entstehen dadurch aber auch klassische Trial & Error Situationen, die uns Zeit und Nerven kosten können – das gilt auch für die zufällige Verteilung der Checkpoints.
    Einige Level fordern uns zu kleineren Denkaufgaben heraus, diese lassen sich jedoch nach kurzer Überlegung meist schnell bewältigen und halten uns nicht auf. Nur selten kommt es in Deadlight zu Kämpfen, wir verfügen im Spielverlauf zwar über eine Axt und eine Pistole, diese kommen jedoch nur in absoluten Ausnahmesituationen zum Einsatz und bieten uns auch nur vor einzelnen Zombies Schutz.

    Der Soundtrack von Deadlight, unterstreicht die Endzeitstimmung und stellt damit meiner Meinung nach einen der besten in diesem Genre dar, er gefiel mir sogar so gut, dass ich mehrere Minuten im Hauptmenü verweilte, um ihn mir genauer anzuhören. Auch die ausschließlich englischsprachigen Synchronsprecher von Deadlight geben den Charakteren einen glaubwürdigen Charakter und machen so die Erzählsequenzen zu qualitativ hochwertigen Momenten.

    Aus alt mach neu?
    Im direkten Vergleich zur „Vorgängerversion“ fielen mir die schärferen und detaillierteren Texturen, sowie die höhere Auflösung sofort auf. Auch am Ton wurde technisch einiges gemacht. Somit entsteht ein rundum schickerer Eindruck des Spiels. Dies gilt jedoch nur für die Konsolenfassung des Spiels. Die PC Fassung lag uns zum Test nicht vor, die Meinungen über ein kostenpflichtiges (!) Upgrade in Form eines Neukaufes gehen jedoch stark auseinander. Hierbei muss im Einzelfall abgewogen werden. Gameplaytechnisch wurde die Steuerung überarbeitet, womit diese direkter reagieren soll, dies konnte ich nur bedingt feststellen, es wurde also wirklich nur Feintuning betrieben.

    Zusätzlich zur Einzelspielerkampagne, bietet uns Deadlight in der Director’s Cut Edition den sogenannten Survival Arena Modus, in welchem wir gegen endlose Horden von Zombies ankämpfen müssen. Im starken Kontrast zur Kampagne haben wir hierbei wesentlich mehr Feuerkraft dabei, was zwar durchaus Spaß macht, aber sich verglichen zur stetigen Flucht im Solomodus etwas verwirrend anfühlt. Für diesen Modus haben die Entwickler zusätzliche Waffen wie das Scharfschützengewehr, die Maschinenpistole und Molotow Cocktails zum Arsenal hinzugefügt, was die Action noch etwas rasanter werden lässt.
    Für jene, die schon die Urversion des Spiels auf dem PC besitzen, ist das allerdings kein ausreichender Grund, nochmal den vollen Preis zu bezahlen. Eine kostenlose oder wenigstens kostengünstigere Upgrade-Funktion gibt es für sie leider nicht.

    Fazit

    Für den schmalen Preis bietet Deadlight Director’s Cut Zombiefans einen atmosphärischen Singleplayertrip durch das zerstörte Seattle, an der Seite eines interessanten Protagonisten und einer im Comicstil erzählten Geschichte, welche uns als Spieler zum Ende hin überrascht. Alles in allem wird hier ein rundes 2,5D-Sidescrolling Erlebnis geboten, welches sich vor der Genrekonkurrenz nicht zu verstecken braucht. Spieler, die einen Zombie-Slasher voller Action erwarten, sollten sich aber eher anderweitig umschauen.

    Wertung


    Pro

    • interessante Story mit gutem Plottwist am Ende
    • glaubwürdiger Protagonist
    • Spielzeit angemessen
    • stimmiger Soundtrack
    • atmosphärische Grafik

    Contra

    • teilweise viel Trial & Error
    • wenig neue Inhalte für Besitzer der "alten" Version

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Horror, Spiele
    von Pascal Requardt 7.Jul.2016 1.109 x gelesen