• Werbung

  •  
    Anmelden

    Wer hätte das gedacht. Nachdem die Deponia Trilogie eigentlich einen ziemlich finalen Abschluss gefunden hatte, ist nun doch noch ein weiterer Teil der Endzeit Adventure Reihe um den chaotisch egomanen Rufus, von eben jener Schrottplatz-Welt erschienen. Während mir das Ende in Goodbye Deponia trotz traurigem Plot doch ganz gut gefallen hat, scheint ein Großteil der Fangemeinde das nicht so gesehen zu haben und das wird im neuen Teil Deponia Doomsday durchaus thematisiert, indem man eine Art Reset mit der ganzen Story vollzieht.

    deponiadoomsday

    (c) Daedalic
    ab 08.04.2016 im Handel
    ab 29.02.2016 zum Download
    Bei Amazon bestellen

    Alles nur geträumt?
    Wer jetzt an einen klassischen Reboot der Reihe denkt, ist natürlich schief gewickelt. Zunächst scheint es, als hätte Rufus die ersten drei Teile nur geträumt, da wir nach einer einleitenden Apltraum-Episode nur kurze Zeit vor den Ereignissen aus dem ersten Teil erwachen und nun theoretisch alles anders werden könnte. Doch es zeigt sich, dass mehr dahinter steckt, als Rufus auf den Zeitreisenden McChronicle trifft und es auf seine unvergleichliche Art schafft, eine Zeitschleife zu provozieren.
    Der Versuch dieser zu entfliehen sorgt letztlich für weiteres temporales Durcheinander, was sich wie ein roter Faden durch die Handlung des Spiels zieht. Trotz der erheblichen Fülle an verschachtelten Zeitparadoxa kann man dem Plot dennoch folgen, wenn man nicht gerade ein Vertreter der deterministischen Zeitreisetheorie ist.
    Inhaltlich ist der Ablauf erstaunlich eigenständig und erlaubt sich kaum Seitenhiebe auf gängige Zeitreise-Franchises, wie man es vielleicht erwartet hätte. Bis auf wenige Ausnahmen spielt die Handlung auch an neuen Schauplätzen und mit neuen Charakteren in der Welt von Deponia.

    Rätsel in der Feebackschleife
    Die häufig auftretenden Zeitschleifen sind hier etwas anders, als zum Beispiel beim thematisch ähnlichen Randal’s Monday, wo jeder Durchlauf den nächsten massiv beeinflusste. Hier kann man immer nur für marginal abweichende Abläufe in der nächsten Iteration sorgen, während man ansonsten immer auf den gleichen Ausgangsstand, bezüglich der Umgebung und des Inventars resetet wird.
    Ansonsten ist eben munteres Gegenstände kombinieren, mit dem gewohnt morbiden Charme von Daedalic Spielen geboten. Minigames und Dialogrätsel sind hingegen eher Makulatur und Maschinenpuzzles gibt es so gut wie gar keine. Vom Niveau sind die Lösungen streckenweise fast schon zu offensichtlich und großes um-die-Ecke-Denken ist kaum gefragt. Echte Kopfnüsse sind Mangelware, dafür sorgten bei mir manche Trivialaktionen für ein Sackgassengefühl, weil mal eben schon wieder viel zu verkopft an die Sache heran gegangenen ist. Als Rätselhilfe steht wie zuletzt nur die Hotspotanzeige zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es zwar Tipps über Dialoge oder Selbstgespräche von Rufus, die helfen aber nur selten wirklich weiter.
    Vom Umfang ist das Spiel eher übersichtlich. Inklusive der nervigen Sackgassenaufenthalte und dem erneuten Ausprobieren von vermeintlichen Alternativen, lag ich bei einer Bruttospielzeit von gerade mal sechzehn Stunden.

    Bild 1 von 7

    Am Fuße des Sprengturms

    Deponia in neuem Rost
    Was soll man sagen? Von der Präsentation gibt es an sich nichts Neues, so gesehen aber auch kaum Negatives zu berichten. Die Ein- bzw. Zwei-Klick Bedienung wurde beibehalten und auch das ganze Interface wirkt identisch zu den Vorgängern. Es ist nach wie vor ein 2D Adventure mit cartoonigen Hintergründen und Figuren.
    Bei der Synchronisierung wird ein gewohnt rundes Bild abgeliefert. Auch diesmal machen die bekannten Stimmen einen gut aufgelegten Eindruck. Musikalisch und soundtechnisch kann man ebenfalls nicht meckern, auch wenn hier vornehmlich ebenfalls ein bekanntes Programm geboten wird.

    Fazit

    Deponia Doomsday erzählt eine interessante Geschichte mit einem abgedrehten Zeitreise-Szenario. Alles in allem hatte ich den Eindruck, dass es von der Morbidität etwas zahmer zugeht, als bei den Vorgängern. Dafür ist die Story aber einigermaßen einsteigerfreundlich, weil nur wenige Bezüge zu den Vorgängern bestehen, die in der Regel gut erklärt werden. Vom Rätselniveau und Umfang fällt das Spiel allerdings eher mager aus. Für Rätselcracks sind fast nur die Zeitschleifen interessant, ansonsten zieht natürlich der Fan-Faktor. Entsprechend fällt auch mein Schlusswort aus. Als Fan der Deponia Reihe bin ich recht gut unterhalten worden, als Adventure Gamer fehlte mir aber ein wenig die Substanz.

    Wertung


    Pro

    • interessante Zeitreisestory
    • einsteigerfreundlich
    • gewohnt gute Aufmachung

    Contra

    • überwiegend schwache Rätsel
    • aber trotzdem Sackgassengefahr
    • trotz Zeitschleifen relativ linearer Ablauf

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , , , ,

    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von André Pannenbecker 23.Mrz.2016 1.031 x gelesen