• Werbung

  •  
    Anmelden

    Mit Digimon World – Next Order ist im Januar der neuste Ableger der mittlerweile 15 Jahre alten Spielereihe erschienen. Kann das JRPG heutzutage noch begeistern oder sollte die Serie langsam in den Ruhestand gehen?

    digimon-world-next-order-cover

    (c) Bandai Namco
    ab 27.01.2017 im Handel
    Trailer ansehen / Bei Amazon bestellen

    Digitale Welt
    Vor Beginn unseres Abenteuers haben wir die Wahl zwischen einem männlichen und einem weiblichen Charakter, dessen Namen wir bei Bedarf anpassen können, optisch lässt sich jedoch nichts machen. Im Anschluss daran werden wir direkt in die Spielwelt der Digimon, digitalen kleinen Monstern, geworfen. Ein kurzes Kampftutorial erklärt uns in einem dazugehörigen Gefecht gegen ein riesiges Digimon namens Machinedramon die Grundlagen des Spiels. Mithilfe unserer zwei vorgegebenen Partner-Digimon strecken wir den Feind nieder und treffen auf einen alten Bekannten aus dem 1. Teil der Reihe, der damals vor knapp 15 Jahren für die Playstation 1 erschienen ist. Jener Bekannter hört auf den Namen Jijimon und ist selbst auch ein Digimon.
    Dieser berichtet uns von den Angriffen der bösen Machinedramon, auf die bisher friedliche Digiwelt und seine Stadt Floatia. Viele der Digimon, die bisher dort gelebt haben, sind aufgrund der Vorfälle in die Wildnis geflohen, wodurch die Stadt nur noch ein Schatten ihrerselbst ist. Wir sollen die Digiwelt vor den Angriffen der Machinedramon schützen und die entflohenen Digimon überzeugen, wieder zurück in die Stadt zu ziehen. Viel tiefgründiger wird die Story des Spieles leider auch nicht. Einige offene und teils verwirrende Geheimnisse bringen jedoch etwas Würze in das ungefähr 40 Stunden lange Abenteuer. Jijimon überlässt uns zwei Partner-Digimon, um unserer Aufgabe gerecht zu werden. Nachdem wir diese erhalten haben, machen wir uns auf ans Training und auf die Suche nach Spuren zu den Feinden und den Digimon.

    Wir reisen also mit unseren Begleitern durch die in Abschnitte geteilte Spielwelt und erledigen allerlei Botengänge und Sammelaufgaben. Die Story wird durch Hauptmissionen fortgeführt, diese sind vom Aufbau jedoch ähnlich simpel gehalten. Diese Sammelaufgaben und Botengänge werden durch Kämpfe gegen wilde Digimon und einige Bossgegner aufgelockert.
    Wie auch damals im Serienerstling zeichnet sich das Spiel durch die Tamagotchi-ähnliche Mechanik der Digimon-Pflege aus. Unsere Partner müssen von uns gefüttert werden, schlafen, die Toilette besuchen, können krank werden, brauchen Lob und Tadel und regelmäßiges Training in der dazugehörigen Halle, um fit zu bleiben. All dies wirkt auf den ersten Blick recht umfangreich, wird jedoch nach einigen Stunden eher lästig, da unsere Partner nach einer gewissen Zeitspanne auch sterben. In diesem Fall bekommen wir zwar ein neues Digimon, müssen aber den Großteil des Trainings wiederholen usw. Durch diesen Umstand hing ich an einigen Stellen des Spiels unnötig lange fest, da meine bisher sehr starken und hoch digitierten (entwickelten) Digimon wegstarben und ich mir erst mal neue heranzüchten durfte.

    Aktives Nichtstun
    Das Kampfsystem des Spiels läuft zwar in Echtzeit ab, jedoch können wir als Spieler das Geschehen nur bedingt beeinflussen.
    Durch Zurufe und einige wenige Aktionen, die wir die Digimon ausführen lassen ist eine gewisse Partizipation zwar vorhanden, unsere Begleiter haben aber ihren ganz eigenen Kopf und kämpfen so vor sich hin.

    Dies funktionierte in der Praxis zwar meistens gut, ich fühlte mich zuweilen trotzdem sehr nutzlos und konnte lediglich durch das Heilen der Digimon und einige wenige Zurufe Einfluss auf den Erfolg des Kampfes nehmen. Entscheidend waren letztendlich nur die Trainingsgwerte der Digimon, nicht die taktischen Entscheidungen. Durch gewonnene Kämpfe erhalten wir, wie durch das Training, Erfahrungspunkte und Gegenstände. Die Weiterentwicklung unserer Digimon können wir durch die Trainingswerte und regelmäßiges Loben oder Tadeln zwar beeinflussen, jedoch war mir selbst gegen Ende des Spieles, trotz vorhandener in-game Übersicht nicht klar, wie ich welche von den insgesamt 230 Formen erhalten kann.
    Grafisch merkt man Digimon World – Next Order seinen Playstation Vita Ursprung durchaus an, jedoch war ich im Gegensatz zu einigen anderen Portierungen von der konstant flüssigen Framerate und dem sehr klaren Sound überrascht. Grafisch bewegt sich das Spiel zwar lediglich auf einem durchschnittlichen Niveau mit teilweise sehr matschigen Playstation 2 ähnlichen Bodentexturen, durch die Farbvielfalt kam die Eigenart der Animationsserie trotzdem gut zur Geltung und fühlte sich passend an. Die Soundtracks bestehen zumeist aus elektronischen Songs, die für das kurzweilige Anhören in Ordnung gehen, aber nach dem x-ten Mal hören lästig wurden.

    Fazit

    Digimon World – Next Order ist ein technisch wie inhaltlich unterdurchschnittliches Spiel, das die bekannten Eigenarten des 1. Serienablegers zwar übernimmt, jedoch nicht darüber hinauswächst. Wer nur nach einem unterhaltsamen JRPG sucht, sollte sich eher anderweitig umschauen. Aber eingefleischte Digimon-Fans und Nostalgiker werden über Schwächen wie die recht schwammigen Texturen sowie die teils lästigen Leerlaufphasen hinwegsehen können und wohl trotzdem ihren Spaß mit dem Titel haben.

    Wertung


    Pro

    • schicke Charaktermodelle und konstante Framerate
    • hohe Spielzeit
    • viele direkte Bezüge zur Serie
    • Tamagotchi-Gameplay gut umgesetzt …

    Contra

    • … wird nach einiger Zeit aber lästig
    • teils matschige Umgebungstexturen
    • Leerlaufphasen durch das Sterben der Digimon
    • plumpe Story

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , ,

    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Pascal Requardt 12.Feb.2017 1.325 x gelesen