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    Mit einem Standalone-Addon liefern die Arkane Studios neues Futter für Fans der gepflegten Schleich- und Meuchel-Action. Dieses ist recht bald nach dem Ende von Dishonored 2 angesiedelt, erzählt aber eine eigenständige Geschichte mit frischer – wenn auch als Nebencharakter bekannter – Hauptfigur.

    (c) Bethesda
    seit 15.09.2017 im Handel
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    Ein letzter Wunsch der tödlichen Art
    Im Mittelpunkt der Story steht Billie Lurk, die uns zuletzt als Kapitänin Meagan Foster begegnete. Von ihrem gealterten und geschwächten Mentor Daud, dem berüchtigten Assassinen, bekommt sie einen letzten Auftrag. Es gilt, den Outsider zu erledigen. Doch wie bringt man einen Gott um die Ecke?
    Hinweise auf des Rätsels Lösung sowie Hilfsmittel wie eine geeignete Waffe trägt Billie in den fünf großen Missionen des Abenteuers zusammen. Der Weg führt sie durch von Wachen bevölkerte Straßen und Anwesen, eine mit Sicherheitssystemen gespickte Bank oder so manchen Unterschlupf düsterer Kultisten. Wie gewohnt ergeben sich in den verwinkelten Levels viele verschiedene Wege für vorsichtige Schleicher oder ungeduldige Killer.

    Neben Waffen wie der Klinge, Granaten und Feinde anziehenden (in tödlicher Variante brutal zerreißenden) Minen gibt es natürlich erneut ein paar übersinnliche Kniffe, welche der Heldin diesmal schon kurz nach dem Beginn zur Verfügung stehen und nicht hochgelevelt werden können.
    Man kann sich wieder auf Knopfdruck zum markierten Ort, etwa in höhergelegene Verstecke, teleportieren. Eine Art Röntgenblick ist ebenfalls bereits bekannt, funktioniert jetzt aber anders. Der Körper der Protagonistin bleibt dabei an seinem Platz und man schwebt wie ein Geist durch die Gegend, um z.B. verborgene Gegenstände zu markieren und generell die Gegend auszukundschaften. Noch dazu lässt sich das Ganze gut mit der Teleportation kombinieren, indem man an eigentlich unereichbaren Stellen entsprechende Marker setzt.
    Interessante Aktionen ergeben sich durch die Möglichkeit, mit einer weiteren Fähigkeit in die Gestalt von NPCs zu schlüpfen. Billie kann sich so etwa als Auktionsteilnehmer in bewachtes Gebiet begeben und vielen weiteren Auseinandersetzungen geschickt aus dem Weg gehen.
    Die benötigte Energie muss nun nicht mehr durch gesammelte Flaschen aufgefüllt werden, sondern regeneriert sich automatisch, so dass man sich bei der Nutzung weniger zurückhalten muss. Dafür handelt es sich aber um offensiv nur bedingt nutzbare Fähigkeiten.
    Meiner Meinung nach hätten es auch ruhig noch ein paar mehr Tricks sein können, wobei die vorhandenen durchaus schon viele kreative Einsatzmöglichkeiten bieten. Das Leveldesign überzeugt durch hübsche Details, heruntergekommenes Flair und eben vor allem die zahlreichen Routen zum Ziel.
    Anders als in Dishonored 2 trifft man hier allerdings nicht auf markante „Bosse“, die dem Hauptspiel noch etwas mehr Charme und durch die Entscheidung über ihr Schicksal zusätzliche Abwechslung verliehen.

    Die Teleportation ist immer wieder praktisch

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    Die Teleportation ist immer wieder praktisch

    Kleine Verbündete im Schatten
    An vielen Stellen der Umgebungen treiben sich Rattengrüppchen herum, mit denen Billie kommunizieren kann. Die Nagern liefern einige hilfreiche Tipps zum Finden von alternativen Routen oder versteckten Schätzen. In Sachen Sammelobjekte bietet das Addon weniger als Dishonored 2, es lassen sich aber immerhin zahlreiche Knochenartefakte ergattern, die etwa leichte Verbesserungen beim Kämpfen, schnellere Regeneration nach Stürzen oder leisere Fortbewegung mit sich bringen. Ebenfalls in Massen vorhanden sind Münzen und Wertgegenstände, die auf dem Schwarzmarkt gegen Munition oder auch Upgrades wie mehr Platz für Geschosse oder zusätzliche Lebenskraft eingetauscht werden dürfen.
    Noch mehr Belohnungen winken bei optionalen Nebenaufträgen – die Hauptdarstellerin soll dabei etwa vermisste Personen aufspüren, unbemerkt Objekte entwenden oder dem entführten kranken Kampfhund des Auftraggebers den Gnadenschuss geben sowie den Kadaver einäschern.

    Die Spieldauer ist wieder stark abhängig von der persönlichen Herangehensweise und Gründlichkeit. Wer ohne Rücksicht auf Verluste durch die Gassen rennt und sich nicht um die Nebenaufgaben oder die überall zu findenden Dokumente mit Hintergrundinformationen zum atmosphärischen Setting schert, wird vielleicht in vier oder fünf Stunden ans Ziel kommen. Genießer, Planer, Sammler und Achievement-Jäger brauchen doppelt oder dreimal so lang. Eine Rolle spielt sicherlich auch der Schwierigkeitsgrad. Außer den fertigen Stufen steht noch eine freiere Variante zur Auswahl, bei der man einzelne Parameter wie die Aufmerksamkeit der Feinde oder die Zahl der Heilgegenstände selbst einstellen darf.
    Die Erweiterung hat zwei Enden, diesmal nicht beeinflusst durch das Verhalten während des Spiels, sondern allein durch die Entscheidung ganz am Schluss. Für einen erneuten Durchgang gibt es die interessante Möglichkeit, das Addon als „Original Game Plus“ zu spielen, um statt Billies Fähigkeiten die aus Dishonored 2 bekannten zu nutzen.

    Fazit

    Der Tod des Outsiders ist ein gelungenes Standalone-Addon, das allen Schleichfreunden einige unterhaltsame Spielstunden in schön designten Levels mit einer großen Portion Atmosphäre beschert. Wie von der Reihe gewohnt, kann man sich über viele verschiedene Lösungswege und versteckte Geheimnisse freuen, auch wenn es ruhig noch ein paar übersinnliche Fähigkeiten und markante Widersacher mehr hätten sein dürfen.

    Wertung


    Pro

    • viele Wege durch die Missionsgebiete
    • tolles Leveldesign mit Freiheit und Atmosphäre
    • gelungene Fähigkeiten mit kreativen Einsatzmöglichkeiten
    • allerlei Nebenaufträge und Sammelobjekte
    • recht pfiffige KI
    • Komfort, z.B. durch freies Speichern und diverse Schwierigkeitsgrade

    Contra

    • diesmal keine interessanten Widersacher am Ende der Missionen
    • kaum Story-relevante Entscheidungen
    • relativ wenige Fähigkeiten

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 3.Okt.2017 1.307 x gelesen