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    Ende August ist mit Distrust ein Survival-Horror Spiel vom Entwickler Cheerdealers erschienen. Als Überlebende eines Helikopterabsturzes in der Antarktis müssen wir uns in einer verlassenen Station mit vielen einzelnen Gebäuden zurechtfinden, um uns vor dem sicheren Tod und einer übernatürlichen Bedrohung zu retten. Ob der Titel es wirklich schafft uns zum Zittern zu bringen?

    distrust-cover

    (c) Cheerdealers
    seit 23.08.2017 bei Steam

    Multitasking
    Distrust wird in der Vogelperspektive gespielt, per Mausklick können wir unseren Überlebenden Anweisungen geben (durchsuchen, Gegenstände verwenden usw.). Insgesamt steuern wir 2 – 3 Überlebende zeitgleich und können noch ein paar weitere im Spielverlauf freischalten. Von Beginn an machen grundlegende Gefahren wie das Erfrieren, Hunger, Erschöpfung und Panik unseren Überlebenden zu schaffen. Als wäre dies nicht genug, tauchen in bestimmten Situationen (zum Beispiel beim Schlafen) sogenannte Anomalien auf, hinter denen sich übernatürliche Wesen verstecken, die unsere Teammitglieder töten wollen. Richtige Kämpfe gibt es hierbei nicht, einige Gegner sind jedoch von unseren Taschenlampen nicht sonderlich begeistert, an dieser Stelle möchte ich jedoch nicht zu viel verraten, da jede Anomalie einer anderen Herangehensweise bedarf.

    Das Ziel des Spiels lässt sich also relativ schnell erraten: überleben und entkommen. Hierbei müssen nicht zwingend alle Teammitglieder durchkommen, als Gruppe ist es aber wesentlich einfacher als alleine. Die Charaktere lassen sich einzeln von uns steuern, uns bleibt also die Wahl, ob sie zusammen durch die Gegend streifen oder wir die Aufgaben je nach Bedarf aufteilen.
    Insgesamt müssen wir uns durch sechs Zonen bewegen, die allesamt zufallsgenerierte Gebäude und Items enthalten. Die Level sehen also bei jedem neuen Spieldurchlauf anders aus und nichts gleicht mehr dem vorherigen Durchgang. Von Zone zu Zone gelangen wir per Durchgangstor im Zaun, welches sich jedoch nur öffnet, wenn wir die (ebenfalls zufallsgenerierte) zugehörige Aufgabe erledigt haben. Dies sind meistens Schalter oder Hebel, die wir umlegen müssen, oder gewisse Gegenstände, die gesammelt werden wollen. Haben wir schließlich die 6. Zone durchlaufen, sind wir frei und haben den Spieldurchlauf gemeistert. Hierfür benötigte ich ca. 5 – 6 Stunden, durch die Zufallskomponente und das Freischalten von zusätzlichen Charakteren bleiben die Motivationskurve und der Wiederspielwert jedoch auch danach noch erhalten.

    Jeder Überlebende hat eigene Fähigkeiten und Items, die er von Beginn an mit in den Spielverlauf einbringt (Axt, Schaufel, höhere Kälteresistenz usw.). In den Gebieten müssen unsere Überlebenden durch die Gebäude ziehen und dort Schubladen, Schränke usw. durchsuchen, um Materialien wie Erste-Hilfe-Kästen, Tabletten oder einfach Nahrung finden. Zusätzlich dazu können wir Öfen oder Feuerstellen finden, die wir beheizen müssen, um in der Kälte der Antarktis nicht zu erfrieren. Gefundene Gegenstände managen wir in unserem recht üppigen Inventar.
    Auch Betten oder Sofas zum Ausruhen finden sich an. Wer nun denkt, dass dies doch alles recht überschaubar und einfach klingt, wird spätestens nach der ersten Lebensmittelvergiftung und dem Mangel an Medikamenten dagegen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich das nächste Mal eine Feuerstelle zum Kochen suchen – falls diese denn vorhanden ist.

    Denn die große Zufallskomponente sorgt zwar für hohen Wiederspielwert, aber auch für Frust. Oftmals kam es vor, dass ich in einer Zone gespawnt bin, in der es nicht genügend Nahrung oder Medikamente gab, damit meine Überlebenden ansatzweise eine Chance hatten durchzukommen. So blieb nur das unvermeidliche Game Over und ein erneuter Versuch. Hieran müssten die Entwickler nachträglich per Patch unbedingt noch etwas tun, damit sinnlose Frustrationen vermieden werden können.

    Grafisch gewinnt Distrust keinen Preis, schafft es aber durch seine gezeichnete Optik und den Soundtrack eine spannende und authentisch wirkende Survival-Atmosphäre aufzubauen.

    Fazit

    Mit Distrust ist ein kleines aber feines Indie-Survial-Horror Spiel erschienen, dass mit einem hohen Wiederspielwert und einer durchdachten Mechanik glänzt. Lediglich der Zufallsfaktor, der so manchen Spieldurchlauf zur Frustrationsfalle werden lässt, bremst den Spielspaß an einigen Stellen stark aus. Hier ist zu hoffen, dass die Entwickler in Zukunft noch einen Patch herausbringen. Für den recht schmalen Preis, ist das Spiel für Interessierte durchaus jetzt schon einen Blick wert.

    Wertung


    Pro

    • Grafikstil und Soundtrack schaffen gute Survival-Atmosphäre
    • durchdachte Spielmechanik
    • Anomalien sind abwechslungsreich und stets bedrohlich
    • hoher Wiederspielwert durch Zufallsgenerierung ...

    Contra

    • ... die gleichzeitig durch Ressourcenmangel zu Frust führt
    • teilweise Trial-and-Error

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Horror, Science-Fiction, Spiele
    von Pascal Requardt 6.Sep.2017 922 x gelesen