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    Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber umfangreiche RPGs sind nicht unbedingt meine Lieblings-PC-Spiele für den Sommer. Bei schönem Wetter und Helligkeit bis in die späten Abendstunden ziehe ich normalerweise den Garten oder andere Orte an der frischen Luft dem Platz am Computer eindeutig vor und beschäftige mich über weite Strecken höchstens mal mit kurzen Casualgames-Partien. In der isometrischen Welt von Divinity: Original Sin hatte ich nun aber so viel Spaß, dass dem Ganzen einige sonst draußen verbrachte Stunden zum Opfer gefallen sind.

    Bekannte Welt, aber keine Vorkenntnisse nötig

    Original Sin entführt den Spieler einmal mehr nach Rivellon, jedoch in eine Zeit vor den Ereignissen der bisherigen Divinity-Games. Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei so genannte Source Hunter, zu deren Aufgaben es gehört, magische Gefahren unschädlich zu machen. Die einst segensreiche Magieform Source wurde durch einen lange vergangenen Zwischenfall verdorben und treibt seitdem viele ambitionierte Zauberkundige in den Wahnsinn.
    Los geht’s in der Küstenstadt Cyseal, wo es die Ermordung eines hochrangigen Ratsmitglieds aufzuklären gilt. Neben den mysteriösen Umständen des Verbrechens liegen dort aber noch allerlei andere Dinge im Argen, welche weit größere Gebiete betreffen als nur Cyseal. Marodierende Orks, modernde Untote und magische Verschwörungen warten auf die Helden. Die Hauptstory ist eigentlich eher unspektakulär und oft nur rudimentär vorhanden, vor allem durch einige Wendungen und witzige Begebenheiten in zahlreichen Nebenhandlungen wird das Abenteuer trotzdem nie langweilig.

    Helden im Doppelpack

    Anders als in den meisten Genrevertretern darf man zu Beginn nicht nur einen Helden erschaffen, sondern gleich zwei gleichberechtigte Hauptpersonen, die als dynamisches Duo, genauer gesagt als gemischtes Doppel, auf die Reise gehen und später durch diverse Nebenfiguren Unterstützung bekommen. Die Gruppe besteht dann aus maximal vier Mitgliedern (im Kampf eventuell verstärkt durch beschworene Kreaturen).
    Eine Besonderheit des Spiels ist der Koop-Modus über LAN und online. Man kann nahtlos in das Spiel des Hosts einsteigen und vorübergehend einen seiner Helden übernehmen. Gespeichert wird der Fortschritt dann auch auf dem System des „Besitzers“.
    Aber erst mal zurück zur Erschaffung der Pappenheimer. Das Spiel besitzt ein an sich klassenloses Grundgerüst – es gibt zwar allerlei verschiedene Typen wie Zauberer oder Krieger für bestimmte Startwerte/-Fähigkeiten zur Wahl, aus einem Ritter kann aber im Spielverlauf problemlos auch ein Magier oder eine bunte Mischung werden. Beim Aussehen finden sich typische Optionen mit Haarfarben, Frisuren, Tattoos und Gesichtszügen, darunter auch ein paar eher exotische Variationen. Am Körperbau der beiden kann man allerdings nichts verändern.

    Sehr schick

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    Sehr schick

    Feuer, Eis, Strom und Gift

    Per Maus marschiert man durch zoom- und eingeschränkt drehbare Umgebungen, der aktuelle Anführer der Gruppe wird per Anklicken des Charakterporträts gewählt und es gibt diverse Formationen. Darüber hinaus kann man die Party trennen und z.B. eine Person allein durch fallengespickte Gebiete schicken. Als Alternative zur normalen Iso-Ansicht lässt sich in die Vogelperspektive umschalten, die in Kämpfen teils bessere Übersicht liefert.
    Zum Gefecht kommt es, wenn die Gruppe in den Sichtbereich von Feinden gerät oder einen Überraschungsangriff auf die Widersacher startet, um sich einen kleinen Vorteil zu verschaffen. Ein Schleichmodus erleichtert solche Manöver.
    Die Kämpfe werden rundenbasiert ausgetragen, aber ohne Kästchen oder andere Bodenmarkierungen. Je nach Schnelligkeit usw. dürfen die Figuren nacheinander ihre Angriffe und Sonderaktionen durchführen. Fortbewegung, Attacken, Heil- und Schutzzauber, die Benutzung von Gegenständen und andere Moves verbrauchen unterschiedlich viele Aktionspunkte, nicht benötigte kann man für die nächste Runde aufsparen, um dann „teurere“ Fähigkeiten einzusetzen. Viele taktische Möglichkeiten bietet nicht zuletzt das Element-System des Spiels mit Zauberei und passenden Fernwaffen-Geschossen. So kann man etwa durch rechtzeitiges Bewässern per Regenzauber gefährliche Flammen am Boden löschen oder die Zündschnur explosiver Monster durchtränken, was extrem tödliche Detonationen verhindert. Wasserflächen lassen sich sehr schön unter Strom setzen, Feuer macht giftige Gase unschädlich, auf Austrittsstellen geworfene Fässer sorgen dafür, dass die schädlichen Schwaden verschwinden – sowohl im Kampf als auch in kleinen Rätseln beim Erkunden der Umgebung bietet Divinity schon durch diese Kniffe jede Menge interessante Möglichkeiten.

    Jeder Punkt zählt

    Verglichen mit manch anderem RPG ist Original Sin beim Aufleveln etwas knauserig – während man andernorts alle Naselang eine Stufe aufsteigt, geht es hier gefühlt deutlich langsamer. Jeder zu vergebende Attributs- oder Fähigkeitenpunkt muss da umso bedachter eingesetzt werden. Es warten bekannte Werte wie Konstitution und Intelligenz, außerdem kann man die Auffassungsgabe verbessern – je höher der Wert, desto mehr zusätzliche Schätze oder lauernde Fallen lassen sich entdecken. Darüber hinaus gibt es unter anderem Möglichkeiten zum Erhöhen der unterschiedlichen Waffenfertigkeiten oder Zauberschulen (die Sprüche selbst stammen aus passenden Büchern), zum Erlernen von handwerklichen Fähigkeiten zwecks Item-Reparatur oder vielschichtiger -erschaffung und zum Ausbauen der sozialen Interaktion (Charisma). Auf manchen Stufen darf man zusätzlich unter einigen Persönlichkeitsmerkmalen wählen, die sowohl Vorteile als auch manchmal bestimmte Einschränkungen mit sich bringen. Als Besserwisser ist man z.B. bei den NPCs weniger beliebt, erhält aber einen Intelligenz-Bonus.
    Besonders nett finde ich die ebenfalls in diesem Bereich zu findende Fähigkeit, mit Tiere zu sprechen. Die Vierbeiner liefern oft einfach nur zusätzliche Kommentare, aber auch Tipps oder sogar weitere Quests.
    Apropos Quests: Manchmal hat man verschiedene Möglichkeiten, Aufgaben zu lösen, etwa was den Mordfall betrifft. Entweder durch voreilige (vielleicht ungerechte) Beschuldigungen Verdächtige einbuchten lassen oder mit sorgfältig gesammelten Beweisen zu ganz anderen Schlussfolgerungen kommen. Solche komplexeren Aufträge sind aber die Ausnahme, wie so oft dominiert ansonsten das übliche „Gehe zu Ort XY“, „Finde Gegenstand Z“ und „Töte böse Kreatur“, allerdings verpackt in ziemlich überzeugende Dialoge.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 22.Jul.2014 5.081 x gelesen

    Divinity: Original Sin
    Publisher Daedalic
    Hersteller Larian Studios
    Genre Rollenspiel
    Altersfreigabeab 16 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
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    Artikel

    Divinity: Original Sin kommt als Enhanced Edition...

    vom 15.Mai.2015 0 Kommentare