• Werbung

  •  
    Anmelden

    23 Jahre ist es her, dass der erste Ableger der DOOM-Reihe erschienen ist und das Genre des Ego-Shooters stark mitgeprägt hat. Nun ist der mittlerweile vierte Teil für die aktuellen Konsolen und den PC erhältlich. Wie der Neuling von id Software sich gegen die Genrekonkurrenz schlägt, lest ihr bei uns im Test.

    © Bethesda

    (c) Bethesda
    seit 13.05.2016 im Handel
    Bei Amazon bestellen

    HELL, YEAH!
    DOOM bietet uns insgesamt drei Möglichkeiten der Hölle Herr zu werden, den Singleplayer, den Multiplayer und den Mapeditor namens SnapMap. Primär setzt das Spiel auf die Einzelspielerkampagne, welche auf dem Mars und in der Hölle angesiedelt ist und uns als namenlosen Soldaten in den Kampf gegen Dämonen aller Art und Form schickt. Hierbei gibt es zombiemäßige Gegner zu Beginn des Spiels, die im Spielverlauf aber immer größer, stärker und abgedrehter werden. Diese wurden bei einem Experiment der Union Aerospace Corporation (UAC) während der Forschung an einer neuen Teleportertechnologie freigesetzt und kamen so direkt aus der Höllendimension auf den Planeten. Storytechnisch passiert nicht wirklich viel, dies ist aber zu verkraften, da die DOOM-Reihe schon immer eher vom Gameplay statt der tief greifenden Handlung lebte.

    Die Level von DOOM fangen diese höllische Atmosphäre durch die zerstörten Umgebungen und die passenden Lichteffekte sehr glaubwürdig ein, alles sieht aus, als wäre es gerade dem Höllenschlund entsprungen, um uns zu vernichten. Insgesamt bietet das Spiel uns in der rund 10 Stunden langen Kampagne fünf Schwierigkeitsgrade, welche je nach spielerischem Können sehr fordernd sind und so für Einsteiger und Veteranen eine angemessene Herausforderung bieten.

    Old School trifft Moderne
    Ganz klassisch gibt es in DOOM keinerlei Regeneration der Lebenspunkte oder der Munition, diese sammeln wir per Pick-up vom Boden auf. Dementsprechend ist im gesamten Spiel auch kein Nachladen notwendig. Zudem stehen im Einzelspieler jederzeit alle freigeschalteten Waffen sobald wir diese aufgesammelt haben zur Verfügung. Hiervon gibt es insgesamt acht, von der Pistole und Shotgun bis zur Kettensäge ist alles dabei.

    Völlig neu ist das Hinrichtungssystem mit den sogenannten „Glory Kills“, welche das typische Run and gun Gameplay um einen neuen Aspekt ergänzen. Haben wir einem Gegner genügend Schaden zugefügt, beginnt er abwechselnd blau / orange zu leuchten, was uns symbolisiert, dass wir ihn nun mit einem Finishermove hinrichten können, um so Munition und Lebens Pick-ups zu erhalten. Hierbei reißen wir dem Gegner beispielsweise sein Bein ab und erschlagen ihn dann direkt damit, während dieser Aktion sind wir für Angriff durch andere Gegner unverwundbar. Durch aufnehmbare Power-ups in den Leveln, welche wir meistens abseits der linearen Wege suchen müssen, können wir unser Leben, unsere Waffen und unsere Rüstung verbessern, was uns insgesamt Vorteile im Kampf gegen die Hölle verschafft.

    Die Gegner in DOOM erfordern in den meisten Fällen keine besondere taktische Vorgehensweise, im Gegensatz dazu sind die Bosskämpfe umso fordernder. Hier müssen wir die Schwachstellen der Gegner finden und ihren Attacken gezielt ausweichen, um siegreich aus dem Kampf hervorgehen zu können. In den normalen Kämpfen des Spiels bin ich selten gestorben, bei den Bossen brauchte ich jedoch meistens 2 – 3 Anläufe, bevor ich wusste, wie genau ich sie zu bezwingen habe.

    „Die Hölle, das sind die anderen“
    Im Multiplayer Modus von DOOM werden uns insgesamt sechs Modi geboten, in welchen wir immer 6vs6 spielen: Team Deathmatch, Domination (Herrschaft), Clan Arena (Team Deathmatch ohne Respawn), Soul Harvest (beim Töten eines Gegners kann dessen „Seele“ eingesammelt werden für Punkte), Freeze Tag (durch Beschuss werden Gegner eingefroren, Mitspieler können diese entfrieren, sind alle Spieler eines Teams eingefroren ist das Spiel verloren), Kriegspfad (King of the Hill mit einer wandelnden Spielzone).

    Im Gegensatz zum sehr klassischen Singleplayer haben sich die Entwickler von id Software beim Multiplayer eher bei anderen namhaften Shootern wie Halo oder Call of Duty inspirieren lassen und erzeugen so ein völlig anderes Gameplay im Vergleich zur Kampagne. Dies wird durch das vorhandene Levelsystem unterstrichen, welches uns 10 Ränge mit jeweils 50 Leveln pro Rang (ähnlich dem Prestige System aus Call of Duty) bietet.

    Durch Levelups erhalten wir so also Freischaltungen in Form von Waffen und Fähigkeiten. Wir können im Mehrspieler immer nur zwei Waffen gleichzeitig mit uns führen, was sich aber nicht negativ auf den Spielfluss oder die Munition auswirkt. Eine Besonderheit stellt die Dämonenrune dar, welche in sämtlichen Spielmodi irgendwo zufällig auf der Map spawnt und von einem Spieler beider Teams eingesammelt werden kann, wodurch er zu einem von vier Dämonen (Höllenbaron, Revenant, Mancubus, Schleicher) mit ganz eigenen Vor- und Nachteilen wird. Dieser Umstand macht den betroffenen Spieler temporär nahezu unbesiegbar und bietet seinem Team oftmals den entscheidenden Vorteil, ich persönlich fand die Dämonen meistens eher unfair stark.

    „Wir machen uns diese Welt selbst zur Hölle“
    Mit SnapMap bietet id Software uns einen leicht zu benutzenden Leveleditor für kooperative oder Multiplayer Level. Die Community hat hier bisher schon einige brauchbare Inhalte geschaffen. Das Interface ist am PC etwas gängiger als mit dem Controller an der Konsole, lässt sich jedoch insgesamt gut nutzen und stellt uns in einem simplen Tutorial die Grundfunktionen anschaulich dar. Wer möchte, kann hier also seine ganz eigene Hölle kreieren und mit der ganzen Welt online teilen.

    Schrecklich schön
    Grafisch und technisch ist DOOM sehr überzeugend. Die von uns getestete Xbox One Version lief konstant flüssig mit 60 FPS und der maximalen Auflösung, nur sehr selten kam zu Framerateeinbrüchen, wenn sich viele Gegner gleichzeitig auf dem Bildschirm getummelt haben. Ansonsten sind die Texturen scharf und die Landschaften bieten uns in optisch starken Fernansichten Momente zum Innehalten in diesem doch sehr hektischen Spiel.

    Fazit

    id Software bleibt seinen Wurzeln treu und liefert mit DOOM einen klassischen Run and gun Shooter mit modernen Shooter-Elementen gepaart, woraus sich ein gelungenes Gesamtpaket ergibt. Der Mapeditor ist zwar eher nice-to-have, wird aber einige Spieler sicher viele Stunden zum Basteln motivieren können. Jeder, dem es bei Ego-Shootern primär um die Action und weniger um die Story geht, kann ohne Bedenken zugreifen.

    Wertung


    Pro

    • Bosskämpfe sehr gut durchdacht
    • Ständig hoher Actionpegel
    • „klassisches“ DOOM-Gefühl
    • Guter Umfang
    • Überzeugende Grafik
    • „höllische“ Atmosphäre

    Contra

    • Multiplayer mit bekannten Elementen
    • normale Gegner teilweise zu schwach

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , , ,

    Kategorien: Horror, Science-Fiction, Spiele
    von Pascal Requardt 22.Mai.2016 1.528 x gelesen