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    Habe ich beim letzten derartigen Zeitfresser Divinity: Original Sin noch über den für meine Spielgewohnheiten ungünstigen Veröffentlichungstermin im Sommer gemeckert, kam Genrekollege Dragon Age Inquisition nun genau richtig für gemütliche lange RPG-Abende. Von den Abenteuern im neuen BioWare-Game möchte ich euch hier berichten.

    Zurück nach Thedas

    Der im Vorgängerspiel eskalierte Konflikt zwischen Magiern und Templern sorgt auch jetzt noch für böses Blut und zahlreiche kämpferische Auseinandersetzungen. Während einer extra ins Leben gerufenen Versammlung sollten entsprechende Friedensverhandlungen eingeleitet werden, doch eine gewaltige Explosion löschte alle Teilnehmer aus. Als einziger Überlebender stolpert unsere Hauptfigur aus den Trümmern, von einer mysteriösen (potenziell heiligen) Lichtgestalt gerettet und nun mit einem seltsamen magischen Mal versehen. So wird aus einem eigentlich bloß zum Spionieren anwesenden Kleinkriminellen bzw. einfachen Söldner nach einigem Hin- und Her der Anführer der namensgebenden Inquisition, welche es schon bald mit einer noch größeren Bedrohung als dem Bürgerkrieg zu tun bekommt. Unter anderem gilt es nun, Dimensionsrisse zu verschließen, durch welche Dämonen in die Spielwelt gelangen.
    In Ermangelung einer Spielstand-Import-Funktion aus den vorherigen Teilen kann man übrigens über eine Browser-App namens „Dragon Age Keep“ die damals getroffenen Entscheidungen manuell auswählen. Die Inhalte reichen von großen, wichtigen Themen wie den damaligen Romanzen und Fragen von Leben und Tod bis hin zu kleinen Details, an die sich die meisten Spieler wahrscheinlich gar nicht mehr unbedingt erinnern. Die in Inquisition zu bemerkenden Konsequenzen hielten sich zu Beginn noch in Grenzen, im weiteren Spielverlauf habe ich mich aber darüber gefreut, dass z.B. zu meinen Entscheidungen passende Gesprächsoptionen, Hintergrundinfos und Charaktere auftauchen.
    Kleiner Hinweis für Neulinge: Als Einstieg ins Dragon Age-Universum ist das aktuelle Spiel meiner Meinung nach nur bedingt geeignet. Wer die früheren Ereignisse nicht aus erster Hand kennt, wird wahrscheinlich oft nicht durchblicken oder zumindest viel weniger Freude an den Details der Geschichte haben.

    Charakterbaukasten

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    Charakterbaukasten


    Alte Bekannte und neue Sympathieträger

    Wie gewohnt darf man vor Spielbeginn eine eigene männliche oder weibliche Hauptfigur erstellen und zahlreiche Einstellungen bezüglich des Aussehens vornehmen. Zur Wahl stehen diesmal Angehörige der vier Rassen Menschen, Elfen, Zwerge und Qunari, die entweder als Krieger, Magier oder Schurke losmarschieren. Je nach Herkunftsvolk und Klasse bekommt man es gelegentlich mit passenden Vorurteilen oder Kommentaren der NPCs zu tun und es existieren besondere kleine Boni (z.B. besserer Fernkampf für Elfen). An Attributen und Fähigkeiten gibt es hier nichts zu managen.
    Schon zu Beginn muss der Hauptcharakter nicht als Einzelkämpfer herumstiefeln. Die Party besteht jeweils aus maximal vier Leuten, zwischen denen man per Steuerkreuz wechselt. Vor Betreten der Gebiete oder an speziellen Lagerplätzen können die Begleiter ausgetauscht werden. Leider bleiben manche von ihnen die ganze Zeit über recht blass und unsympathisch.
    Jeweils mehrere Vertreter der verschiedenen Charakterklassen stehen später zur Verfügung, darunter z.B. Sucherin Cassandra Pentaghast (die Heldin des Animes Dawn of the Seeker) oder der aus Dragon Age II bekannte und beliebte Zwergen-Schurke Varrick. Ein paar andere alte Bekannte wie Leliana sind ebenfalls mit an Bord, aber nicht spielbar.
    Großen Unterhaltungswert haben erneut die Sprüche zum aktuellen Geschehen oder die Gespräche der Begleiter untereinander während des Herumlaufens, je nachdem welche Figuren man gerade kombiniert (die lustigen Kommentare hätten ruhig noch zahlreicher sein dürfen). Da versucht etwa Magier Solas in der Schurkin Sera „elfenhaftes“ Verhalten zu wecken, stößt aber auf taube Ohren und freche Antworten. Sera ist sowieso zu meiner Lieblingsfigur des Spiels und zu einem Party-Dauermitglied geworden – allein schon ihr dezent irres Lachen und ihre interessanten Gedankengänge sind immer wieder für ein Schmunzeln gut.
    Vor allem in der alternativ zur Verfügung stehenden Original-Sprachausgabe wurden außerdem sehr gute Stimmen für die Charaktere ausgewählt. In der deutschen Version muss man dagegen mit einigen unmotiviert klingenden Leutchen leben und auf den typischen französischen Akzent der Figuren aus Orlais verzichten.
    Auch Romanzen dürfen natürlich wieder nicht fehlen. Je nach Geschlecht und Volk stehen verschiedene hetero- und homosexuelle Gefährten zum Becircen durch Gesprächsoptionen und die Erfüllung spezieller Aufträge bereit. Allzu viel Romantik darf man aber nicht erwarten, manche Dialoge und Aktionen wirken eher (mit Absicht oder wohl auch mal unfreiwillig) komisch.
    In vielen Gesprächen sind Entscheidungen zu treffen. Zwischendurch gibt es passend dazu auch mal eine kurze Aufspaltung des Handlungsfadens mit anderen Missionen, ansonsten haben sie aber meist nur eher kurzfristig Einfluss auf den weiteren Gesprächsverlauf und ähnliches. Darüber hinaus kann man storybedingt auch gar nicht richtig böse sein.

    Augenschmaus für Entdeckernaturen

    Streifte man früher noch durch ziemlich begrenzte Gebiete, bietet Inquisition seinen Abenteurern nun teils ausgesprochen weitläufige Tummelplätze, in denen sich die per Pfiff rufbaren Reittiere (Pferde, aber auch exotischere Exemplare) richtig lohnen. Dadurch wiegt das Fehlen einer wirklich zusammenhängenden offenen Spielwelt nicht allzu schwer. Reitend, rennend, an Leitern kletternd und endlich auch springend (nur das Seepferdchen hat der Held leider nicht) kann man sich schon in den kleineren Umgebungen durchaus ein paar Stunden ohne Langeweile herumtreiben, die größeren sind mit all ihren Nebenaufträgen und Sammelmöglichkeiten jeweils gleich ausreichendes Futter für mehrere unterhaltsame Abende.
    Im neuen Serienableger findet man auch viel abwechslungsreichere Schauplätze als etwa im zweiten Teil mit seinen vielen recycelten Umgebungen, nur in Sachen Städte und Siedlungen fällt die Ausbeute reichlich mager aus. Der Schwerpunkt liegt ganz klar auf nahezu unberührter Natur. Und die hat in diesem Spiel einiges zu bieten. Von dicken Bären und Banditen heimgesuchte Wälder, steile Gebirge, staubige Wüsten, neblige Moore, düstere Minen oder schroffe Küstenregionen wollen durchquert werden. Neben der tollen Weitsicht wissen dabei unter anderem Wettereffekte wie Regengüsse samt Blitzeinschlägen oder schick von Fackeln beleuchtete nächtliche Szenerien zu gefallen. Zwischen im Indian Summer-Look erstrahlenden Bäumen, monumentalen Statuen und prächtigen Wasserfälle macht schon das Sightseeing eine Menge Spaß, zumal auch die akustische Untermalung hervorragend gelungen ist. Wer Zeit sparen will, nutzt dagegen das eingebaute Schnellreise-System.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 10.Dez.2014 3.568 x gelesen

    Dragon Age Inquisition
    Publisher Electronic Arts
    Hersteller BioWare
    Genre Rollenspiel
    Altersfreigabeab 18 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC, Konsolen20.11.2014 Kaufen
     

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