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    Wenn man viel versucht, dann kann man auch viel erreichen – oder episch scheitern. Nun, gescheitert ist Dragon Commander nicht, aber zum ganz großen Wurf fehlt auch noch etwas mehr als heiße Luft und Drachenatem. Dennoch kann die Mischung aus RPG und RTS in vielen Punkten überzeugen. Allerdings – und das ist eben so, wenn man viel versucht – gibt es auch einige Schwachstellen, die unübersehbar sind.

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    Daedalic/Larian Studios
    Release: 06.08.2013
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    Bastarde, wohin man auch sieht

    Die Geschichte hinter Dragon Commander ist schon mal einer der stärkeren Aspekte im Spiel: Als unehelicher Thronerbe des Königs, geboren als Bastard von einer Drachenfrau, müssen wir uns daran machen, das Reich zu einen und zu befrieden. Wir starten dabei mit einer von drei Drachenrassen und müssen Länder erobern und befestigen, Einheiten erforschen und die Gegner dezimieren. Im Grunde genommen nichts Ungewöhnliches, wenngleich der Schauplatz sich doch von vielen Vorlagen abhebt: Statt angestaubter Szenarien wartet hier eine bunte Steampunk-Mischung auf uns, schrullige Charaktere begleiten uns durch die Aufgaben außerhalb der Schlachten und sorgen dafür, dass es immer etwas zu entdecken gibt. Zwar gibt es keinen roten Faden, der sich durch die Kampagne zieht, dafür sorgen aber die Generäle, Ingenieure und Ratsmitglieder für die notwenige Atmosphäre. Amüsant und voller Ironie werden die Gespräche inszeniert, wenngleich einige Themen vielleicht auch mal die Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Dabei stellen wir in der Regel die Fragen, die NPCs stehen uns Rede und Antwort – und so ganz nebenbei gibt es in den animierten Hintergründen auch noch den Zugang zu Forschung und Einheitenentwicklung.

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    Unterhaltungen gehören zur Tagesordnung

    Ist das hier Risiko oder was?

    So schmuck der Titel an den Nebenschauplätzen auch ist, so trist wirkt er dann auf der Strategiekarte, die am besten mit einer aufgebohrten Fassung eines Brettspielklassikers zu vergleichen ist. Hier machen sich erste Nachteile bemerkbar: Die Einheitenanzeige ist unübersichtlich, alles wirkt spartanisch und unspektakulär. Mit ein wenig Eingewöhnungszeit lässt sich das Ganze wohlwollend als zweckdienlich beschreiben. Und dann ist es eben auch etwas lästig, ständig zwischen den Bildschirmen der Berater zu wechseln, um schließlich wieder auf die Karte zu gelangen. Zu schnell verliert sich dabei der Spielfluss in den schönen Details der NPC-Geschichten, die zu Beginn noch amüsant sind, später aber irgendwann langweilig werden. Dabei ist der Strategie-Teil doch das, was dem Spiel Tiefe bescheren sollte und auch könnte, doch hier wurde leider geschlafen.

    Es ist dabei nicht schlimm, dass man die Schlachten automatisch absolvieren lassen und einem seiner Generäle die Leitung übertragen kann, es ist einfach schade, dass jeder Gegner dieselben Einheiten hat, dass das Spielprinzip sehr flach ausgefallen ist und darauf hinausläuft, weitere Basen zu sichern und den Gegner mit einer Vielzahl an Einheiten zu überrennen. Es gibt dabei keine Skripte, die KI agiert sogar intelligent und versucht immer mit neuen Strategien, um uns zu schlagen. Die Schlachten sind ziemlich schwierig, selbst auf der untersten Stufe gibt es keine leichten Siege, jeder Zentimeter Boden muss sich erkämpft werden.

    Als Geheimwaffe haben wir uns selbst: Als Drache können wir aktiv in die Echtzeitstrategie eingreifen und das Blatt zu unseren Gunsten wenden – auch einer der Stärken des Titels, zumal wir uns, genau wie die anderen Einheiten, weiter entwickeln und aufrüsten können. Aber: Es geht auch ohne den Drachen-Ego-Trip, zumal die Gegner-KI auch ohne ihn auskommt. Voll aufgerüstet ist das Biest allerdings auch eine tödliche, ja ultimative Waffe, mit der wir im späteren Verlauf der Kampagne einen erheblichen Vorteil haben.

    Und gerade die Sache mit den Kämpfen ist dabei auch so eine Sache: Das Kampfsystem ist nicht transparent und niemand weiß, welche Einheit warum die bessere ist und wer wann welchen Schaden verursacht. In der Beta-Phase wurde allerdings schon fleißig gepatcht, da kann also noch etwas kommen.

    Fazit

    Schlecht ist Dragon Commander: Divinity wirklich nicht. Der Unterhaltungswert ist hoch, auch grafisch schneidet der Titel gar nicht so schlecht ab. Woran es wirklich fehlt, ist der spielerische und taktische Tiefgang. Das mag für Hobby-Strategen auf den ersten Blick nicht so wichtig sein, aber gerade bei längerem Spielen macht sich das eintönige Gameplay in den Schlachten bemerkbar. Trotzdem: DCD macht Spaß und bietet zudem auch noch einige nette Neuerungen und Überraschungen, wobei der Schwierigkeitsgrad nicht unbedingt etwas für Einsteiger ist.

    Wertung


    Pro

    • tolles Szenario
    • gute Dialoge mit den Beratern
    • viele Upgrades und Erweiterungen für Einheiten und Drache
    • Ego-Trip als Drache im RTS
    • große, umfangreiche Kampagne

    Contra

    • Gameplay ohne Tiefgang
    • gleiche Einheiten für alle Parteien
    • Schlachten hektisch und schnell

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Armin Sengbusch 10.Aug.2013 2.738 x gelesen