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    Meine PS3 hatte schon ein bisschen Staub angesetzt, nachdem ich davon ausgegangen war, alle für mich interessanten Exklusivtitel der guten alten Konsole bereits abgehakt zu haben. Mit Drakengard 3 bekam sie nun aber doch noch mal etwas Futter, wenn auch nicht in Disc-Form. Zumindest in Europa ist das Spiel nämlich nur als Download verfügbar – nicht besonders Sammler-freundlich und dank 15 GB Größe eine echte Geduldsprobe für mich mit meinem Schnecken-Internet…

    Familienfehde

    Drakengard 3 stellt ein Prequel zum ersten Serienteil dar, aber mit weitgehend unabhängiger Geschichte, so dass man auch ohne Vorkenntnisse gut zurechtkommt. Es erzählt von den so genannten „Intonern“, gottgleichen Schwestern, welche durch ihren magischen Gesang den Ausgang ganzer Kriege zu ändern vermögen. Nun versucht allerdings eine von ihnen – Zero, die (Anti)heldin des Spiels – aus anfangs nicht näher erläuterten Gründen, die anderen auf brutalste Art und Weise um die Ecke zu bringen. Doch Zeros erster Angriff scheitert, sie wird schwer verletzt und verliert ihren treuen Drachen-Gefährten Michael.
    Als Spieler begleitet man die einigermaßen genesene und reichlich mies gelaunte Hauptdarstellerin bei ihrem Rachfeldzug. Auch mit an Bord ist der sehr sympathische Mikhail (eine mit Kinderstimme sprechende, freundlich-naive und oft tollpatschige Reinkarnation von Michael), der von Zero pausenlos kritisiert und als Trottel beschimpft wird. Was aber nichts an seiner fröhlichen Grundhaltung und an seiner Zuneigung für die böse Schönheit ändert. Die Dialoge sind ein Highlight des Spiels, zumal durch die mit der Zeit quasi „eroberten“ Untergebenen der besiegten Schwestern noch allerlei witzige Kommentare dazukommen. So wird man z.B. fortan von einem eigenartigen Masochisten oder einem versauten Alten begleitet. Eine tiefere Beziehung zwischen Zero und diesen Charakteren entsteht dabei zwar nicht, die Typen sind aber wenigstens für die erwähnten Sprüche gut.
    Auch sonst enthält Drakengard 3 diverse ulkige Ideen und schräge Begebenheiten, durch welche die düstere Ausgangslange aufgehellt wird. So trifft man z.B. auf seltsame „Zensur-Bildschirme“ bei besonders bösen Metzelaktionen, und während etwa niedlich herumschwebende Leucht-Feen in anderen Spielen treue Helfer der Helden sind, entpuppen sich die Zauberwesen hier als wild pöbelnde Plagegeister (die zur Strafe aber auch gern von Zero zerquetscht werden).
    Einigermaßen solide Englischkenntnisse sollte man übrigens mitbringen, denn es gibt keine deutschen Texte.

    Neben solchen mittelalterlichen Gemäuern bereist man später auch die Ruinen einer modernen Stadt

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    Neben solchen mittelalterlichen Gemäuern bereist man später auch die Ruinen einer modernen Stadt


    Nicht zimperlich

    Drakengard 3 verfügt über keine zusammenhängende Spielwelt, sondern besteht aus zahlreichen nacheinander freigeschalteten Missionen, die sich beliebig oft wiederholen lassen, um Erfahrung und Gold zu sammeln oder vergessene Schätze abzuholen.
    In den Levels tummeln sich jede Menge menschliche Feinde (die Soldaten der angegriffenen Schwestern) mit ihren Hiebwaffen, Schilden und Kanonen sowie monströse Kreaturen von Höllenhunden über Untote bis hin zu robusten Golems, gegen die man sehr actionlastige Echtzeitkämpfe austrägt. Zwei der vier vorhandenen Begleiter kommen jeweils als wählbare Unterstützung mit, die Heinis sind ihrer Herrin aber keine wirkliche Hilfe und können z.B. auch nicht befehligt oder mit Ausrüstung versorgt werden.
    Mit der Zeit erlernt Zero das Einsetzen von vier Waffentypen, zwischen denen man per Knopfdruck blitzschnell hin- und herschaltet: Es beginnt mit den vielseitig einsetzbaren Schwertern, bald kommen die durch große Reichweite überzeugenden (aber recht langsamen) Speere sowie krallenbesetzte Handschuhe und (auch als Wurfgeschoss taugende) Kampfringe hinzu. Mithilfe dieser Mordwerkzeuge entfesselt die Heldin beeindruckende Angriffs-Combos, außerdem kann sie Ausweichbewegungen vollführen, springen und mit passendem Timing auch Attacken abwehren. Durchs Kämpfen füllt sich eine spezielle Leiste für den „Intoner-Mode“ – wird dieser aktiviert, metzelt sich Zero vorübergehend unbesiegbar durchs Feindesvolk. Spätestens danach ist ihre helle Kleidung von oben bis unten mit roter Suppe eingesaut. Die Auseinandersetzungen stecken also voller Dynamik und machen auch durchaus Spaß, wie in manch anderem Bereich des Spiels mangelt es aber an Abwechslung und Tiefgang.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 11.Jun.2014 2.727 x gelesen

    Drakengard 3
    Publisher Square Enix
    Hersteller Access Games
    Genre Action-Adventure Action-Rollenspiel
    Weitere Infos
    Termine
    PS3 (Download)21.05.2014