• Werbung
    Aktuelle Phantastik bei Amazon:

    derzeit nur 99 Cent

  •  
    Anmelden

    Nach einem gewissen Hin und Her hinsichtlich der Veröffentlichungsweise (im Episodenformat oder nicht) steht nun der erste Abschnitt von Dreamfall Chapters als Download oder alternativ auch hübsch verpackt im Laden bereit. Man erhält durch den Kauf automatisch einen Season-Pass zum kostenlosen Herunterladen der anderen Episoden, auch „Books“ genannt, sobald diese verfügbar sind.
    Der folgende Artikel soll klären, ob sich das Warten auf diese per Kickstarter finanzierte Fortsetzung der beliebten Adventure-Klassiker The Longest Journey und Dreamfall gelohnt hat.

    Da muss man erst mal durchblicken

    Dreamfall: Chapters richtet sich wegen seines Sequel-Status natürlich ganz besonders an treue Fans, die durch ihr Vorwissen auf jeden Fall den meisten Spaß am neuen Ableger und den Bezügen zu vergangenen Ereignissen haben werden. Doch auch für Neueinsteiger (sofern sie bereit sind, sich etwas in die Vorgeschichte einzulesen) lohnt sich ein Blick auf das Abenteuer, zumal man seit einem Patch netterweise vom Hauptmenü aus Zugriff auf ein dreiminütiges Video hat, welches eine kurze, aber recht gelungene Zusammenfassung der wichtigsten Storyfäden liefert.
    Im Mittelpunkt stehen erneut vor allem die hoch technisierte, dystopische Zukunft unserer Erde (genannt Stark) und Geschehnisse in einer eher von Magie bestimmten Parallelwelt namens Arcadia. Die eigentliche Handlung beginnt für Heldin Zoë Castillo, oder besser gesagt ihren Geist, im rauen Gebirge der Zwischenwelt Storytime. Von dort aus betrachtet sie ihren Körper, welcher sich seit über einem Jahr im Koma befindet. Nach den ersten interaktiven Schritten, der Rettung diverser Personen, die durch die Benutzung Sucht-erzeugender Traummaschinen in ihren Alpträumen gefangen sind, und einer Begegnung mit dem geheimnisvollen Hüter von Storytime beschließt Zoë jedoch, den Schritt zurück in die Ungewissheit der realen Welt zu wagen. Dort angekommen, fehlen ihr wichtige Erinnerungen zur Zeit vor dem Koma bzw. zu Erlebnissen während dieser Phase.
    Ungefähr zeitgleich flieht Elitekrieger Kian Alvane, der zweite spielbare Charakter und ein weiterer alter Bekannter, mithilfe eines unerwarteten Verbündeten aus dem arcadianischen Kerker, in welchem er eigentlich seiner Hinrichtung wegen Hochverrats entgegen sah. In Chapters sollen sich die Pfade der beiden Charaktere überschneiden, aktuell ist das allerdings noch nicht der Fall.
    Am Ende der ersten Episode kommt dann noch kurz eine dritte, eher ungewöhnliche neue Hauptfigur ins Spiel, zu der ich hier aber nichts verraten will. Gerade auf die bis jetzt nur angedeutete Rolle und weitere Entwicklung dieser Protagonistin bin ich aber schon sehr gespannt.

    Storytime

    Bild 1 von 10

    Storytime


    Gelungene Atmosphäre

    Die schnell zu erlernende Steuerung des Third-Person-Adventures erfolgt über Tastatur und Maus oder auch ein Gamepad. Letztere Variante erscheint mir aber noch nicht ganz ausgereift und das Spiel hat während meines Tests immer wieder „vergessen“, dass der Controller aktiv war.
    In den Umgebungen findet man nur ziemlich wenige manipulierbare und zu kombinierende Items, aus denen sich aber trotzdem ein paar Rätsel ergeben. So muss man als Kian etwa eine Fackel herstellen oder in Zoës Gestalt mit einer Taschenlampe hantieren. Andere Puzzles erfordern das Verlangsamen der Zeit oder lassen die Hauptdarstellerin auf dem Markt feilschend die Händler gegeneinander ausspielen. Insgesamt bietet Dreamfall Chapters jedoch relativ wenige Rätsel und erinnert oft eher an einen interaktiven Film. Mich persönlich stört diese Tatsache kaum, aber das ist natürlich mal wieder Geschmackssache.
    Optisch wäre noch etwas Luft nach oben was z.B. die Texturen oder Animationen betrifft, am allgemeinen Stil, der schicken Farbgebung und dem dezent Comic-artigen, ansehnlichen Charakterdesign gibt es in meinen Augen aber nichts auszusetzen.
    Sehr gut gefallen mir die ausgezeichnet geschriebenen Dialoge und sonstigen Texte des Spiels, nicht zuletzt im futuristischen Schmelztiegel Europolis, wo Begriffe (nicht selten Schimpfwörter) aus den verschiedensten Sprachen und Kulturen ins Englisch (alternativ auch Deutsch) der Gespräche eingeflossen sind. In den finsteren Gassen der Großstadt kann man allerlei Wortwechsel zwischen Passanten belauschen und vor allem die storyrelevanten Charaktere überzeugen durch professionelle Sprachausgabe. Mit zynischen Kommentaren und besonders einem eigenartigen Blechkameraden kommt außerdem ein Schuss Humor in die sonst oft ziemlich düstere oder nachdenkliche Geschichte.
    Innerhalb der Dialoge oder in diversen anderen Situationen muss man einige Entscheidungen treffen. Die gewählten Antworten beeinflussen das unmittelbare Verhalten von Gesprächspartnern und auch ein paar andere Auswirkungen sind schon zu beobachten (zum Beispiel was Zoës Arbeitsstelle oder ihr Outfit angeht), aber auf zusätzliche größere Veränderungen kann man wohl erst in den vier weiteren Episoden hoffen.
    Spieltempo und Storyentwicklung zeigen sich meistens recht ruhig und die erste Episode ist leider eher kurz (ca. vier bis fünf Stunden). Man hat das Gefühl, dass das Abenteuer gerade erst begonnen hat, und bleibt neugierig zurück.

    Fazit

    Vor allem für Fans der Vorgängerspiele führt eigentlich kein Weg an Dreamfall Chapters vorbei. Die erste Episode startet gleich mehrere interessante Handlungsstränge, die wegen der recht kurzen Spieldauer allerdings allzu früh gekappt werden. Auch die Sache mit den Entscheidungen wird wohl erst später eine größere Rolle spielen. Schon jetzt haben mich die schön geschriebenen Texte und die ansprechend gestalteten Schauplätze aber auf jeden Fall neugierig gemacht. Freunde kniffliger Kopfnüsse werden wahrscheinlich den Mangel an fordernden Rätseln beklagen, dafür punktet das Spiel mit einer gelungenen (wenn auch für Neulinge verwirrenden) Story und Atmosphäre.

    Wertung


    Pro

    • interessante Geschichte und Atmosphäre
    • drei Hauptfiguren und dazugehörige Schauplätze
    • schön geschriebene Dialoge/Texte mit guten Sprechern
    • hübscher Look
    • Entscheidungsmöglichkeiten...

    Contra

    • ...deren Auswirkungen sich aber noch etwas in Grenzen halten
    • recht wenige Rätsel
    • geringe Spieldauer der Episode

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema , ,

    Kategorien: Fantasy, Science-Fiction, Spiele
    von Christina Schmitt 15.Nov.2014 1.920 x gelesen

    Dreamfall Chapters
    Publisher Euro Video
    Hersteller Red Thread
    Genre Adventure
    Altersfreigabeab 12 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC21.10.2014 Kaufen
     

    Artikel

    Dreamfall Chapters: Termin und Trailer zu Kapitel...

    vom 19.Feb.2015 0 Kommentare