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    Zur Abwechslung gibt’s heute mal einen Artikel aus dem Bereich der Mobile Games, wenn auch zu einem Spiel, welches bereits seit 2013 als PC-Version erhältlich ist und in diesem Jahr fortgesetzt werden soll. Vorher führt uns Evoland nun also auch auf Smartphones und Tablets im Schnelldurchgang durch die RPG- beziehungsweise Action-Adventure-Geschichte.

    evolandcover

    Entwickler: Shiro Games
    seit 05.02.2015 für Android und iOS erhältlich
    Evoland im Google Play Store

    Ganze Jahrzehnte im Zeitraffer

    Am Anfang war die Spielwelt grau und platt… In einer grobpixeligen, farblosen Umgebung steht ein noch namenloser kleiner Held, der außer geradeaus laufen rein gar nichts kann. Doch mit jeder am Wegesrand gefundenen Schatztruhe wächst nicht nur das Fähigkeiten-Repertoire des Protagonisten, sondern wandelt sich auch radikal das Gesicht seiner Welt. Schon bald halten z.B. Soundeffekte und Musik, ein treues Schwert, Feinde, Fallen, Bodenschalter und (besonders nützlich) Speicherpunkte Einzug. Auch schmückende oder belebende Elemente wie NPCs und eine rudimentäre Story verbergen sich in den Kisten.
    Besonders gelungen sind die nahtlosen Übergänge – innerhalb von Sekundenbruchteilen kann man die Auswirkungen der Funde bewundern. Mit der Zeit wird aus dem an frühe GameBoy-Titel erinnernden Spiel so Stück für Stück ein hübsches 16-Bit-Produkt oder etwas später ein 3D-Rollenspiel wie aus der PS1-Ära. Neben diesen Errungenschaften der Spielehistorie zaubern auch viele Anspielungen auf bekannte Klassiker dem kundigen Betrachter ein Lächeln ins Gesicht. Ob nun optisch, akustisch oder in Form kleiner Kommentare – Freunde von Zelda, Final Fantasy oder auch Diablo werden gleich erkennen, woher Evoland seine Ideen hat.

    Unterhaltsam, aber noch ausbaufähig

    Zwei kreisrunde Touch-Felder am unteren Bildschirmrand kommen als Steuerelemente zum Einsatz. Das linke dient als eine Art virtueller Analogstick, das rechte wird je nach Situation unter anderem für Angriffe oder zum Ansprechen von Personen angetippt. Das System an sich ist recht gut durchdacht, die eher schwammig wirkende Handhabung des „Sticks“ führt während brenzliger Stellen wie der Überquerung eines schmalen Weges oder beim Ausweichen aber des öfteren zu frustrierenden Fehlversuchen. Nach etwas Eingewöhnung klappt es zwar spürbar besser, wirklich optimal unter Kontrolle bekommt man den Helden meiner Meinung nach jedoch nicht. Da bin ich von „richtigen“ Handhelds wie 3DS und Vita aber vielleicht auch etwas zu verwöhnt.

    Auf der Weltkarte lauern Zufallsgefechte, die rundenbasiert ausgetragen werden, innerhalb der diversen Dungeons und Wildnisgebiete wird dagegen normalerweise in Echtzeit aus isometrischer Perspektive gekämpft. Durchs Hantieren mit Bomben und Bogen werden später auch noch ein paar einfache Puzzles möglich und vorübergehend darf sogar zwischen Zeitebenen gewechselt werden, um Rätsel zu lösen. Leider werden solche Features aber jeweils nur angerissen, genau wie z.B. auch die Kampfsysteme mit ihren simplen Abläufen.
    Details wie die sich verändernden Inventar-Darstellungen sind hübsch, haben aber so gut wie keinen Einfluss auf das Gameplay und bleiben bloß Fassade. Dadurch mangelt es Evoland etwas an Spieltiefe und auch in Sachen Spieldauer wird mit ein paar Stunden keine vollwertige Alternative zu den großen Vorbildern geboten, wobei man aber natürlich auch den niedrigen Verkaufspreis berücksichtigen muss. Das Sammeln von Karten (für ein nettes Minigame) oder von versteckten Sternen (für die Ehre) erhöht den Umfang geringfügig.
    Beim munteren Mixen der unterschiedlichsten klassischen Features scheint das Spiel also zumindest teilweise das eigene Gameplay vernachlässigt zu haben. Aus den Kämpfen oder den, vom Ansatz her durchaus gelungenen, Rätseln hätte man noch einiges mehr machen können. So bleibt der Nostalgie-Faktor die größte Stärke des Spiels.

    Fazit

    Die Grundidee von Evoland ist ausgesprochen reizvoll und wurde auch in der mobilen Version ansprechend umgesetzt. Ein paar Abstriche muss man allerdings bei der Steuerung hinnehmen und in manchen Bereichen hätten dem Spiel ein paar zusätzliche Inhalte zum Ausfüllen des interessanten Grundgerüsts nicht geschadet. Doch insgesamt bekommt man hier eine sympathische, humorvolle Zeitreise für zwischendurch geboten. Vor allem langjährige RPG- und Action-Adventure-Fans können unbesorgt die paar Euro in dieses charmante Abenteuer investieren.

    Wertung


    Pro

    • Nostalgie pur
    • stufenlose Verwandlungen in Spielwelt und Gameplay
    • lustige Anspielungen auf diverse Genre-Klassiker
    • fairer Preis

    Contra

    • etwas unpräzise Steuerung
    • viele Features werden nur oberflächlich angeschnitten
    • relativ geringe Spieldauer für ein Action-Adventure

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 15.Feb.2015 1.094 x gelesen