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    Es ist wieder Zeit für eine ordentliche Mischung aus Civilization und einem Fantasy-Rollenspiel. Normalerweise würde man da jetzt an die Heroes of Might & Magic Reihe denken, doch wir kümmern uns heute um Fallen Enchantress – Legendary Heroes. Mit dem Standalone Add-On zum Fantasy-4X dreht Stardock an ein paar Schrauben und löst damit einige Kritikpunkte des Hauptspiels praktisch in Luft auf. Aber zunächst einmal das Wichtigste.

    Was bisher geschah

    fallen_enchantress_cover

    (c) Kalypso
    Systeme: PC
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    Im Hauptspiel Fallen Enchantress, dem Nachfolger des glücklosen Elemental: War of Magic, durfte man bereits eine fantastische Zauberwelt erkunden und darin ein eigens Reich aufbauen. Stardock machte vieles besser, wurde aber für die viel zu starken Helden, die den Kampf dominierten, und die überholte Grafik abermals kritisiert. Stardock hat sich allerdings auch diese Kritik zu Herzen genommen und beweist einen langen Atem. So wurde unlängst ein weiteres Update veröffentlicht, das sich vor allem um die KI und das Balancing gekümmert hat.

    Blühende Landschaften

    In dem eher kurz gehaltenen Hauptszenario setzen wir die Geschichte des Hauptspiels fort und müssen nach einer globalen Katastrophe die Welt neu bevölkern und alte Lehren wieder erforschen. Ein radikaler Einschnitt, um den Relaunch der verschiedene Reiche aus Elemental  erzählerisch zu unterfüttern. Zusammen mit dem Tutorial erhalten auch neue Spieler einen sehr guten Einstieg. Allerdings sind auch in der deutschen Version Englischkenntnisse von Vorteil, da die Tutorialvideos nicht lokalisiert wurden.
    Es müssen wieder Städte gegründet werden, Ressourcen erschlossen, Truppen ausgebildet, geforscht und diplomatische Beziehungen mit den anderen Reichen der Fantasy-Welt aufgebaut werden. Dazu kommen die Helden, die mit ihren Armeen die bunte Welt entdecken und dabei Ausrüstungsgegenstände und Erfahrung sammeln. Motivierend ist dabei, dass es sehr viele umherstreifende Feinde gibt, von der Untoten-Truppe, über wilde Spinnen und Ork-Armeen bis hin zu großen Drachen, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Die Kämpfe bieten nicht sehr viele taktische Möglichkeiten, sind aber bei starken Gegnern und großen Feindarmeen trotzdem recht spannend.

    Armeen

    Bild 1 von 8

    Die kleinen Armeen zeigen, was in ihnen steckt.

    Viele kleine Quests und abgelegene Orte bieten einzigartige Gegenstände. Hauptbezugsquelle für die Helden bleiben aber die eigenen Städte, in denen man sich für viel Geld ausstatten kann. Hier könnte man sich darüber streiten, warum ein etwas besseres Schwert für einen unserer Helden fast so viel Wert ist wie eine neue Einheit. Die Auswahl hängt dabei von den Gebäuden in der Stadt und dem Forschungsstand des Reiches ab. Mit dem Aufleveln darf man jetzt auch den Helden auf unterschiedlichen Fertigkeitsbäumen neue Fähigkeiten verpassen. Das motiviert zusätzlich. Lästiges Jagen nach neuen Kämpfern fällt jetzt zudem aus, denn der Ruhm des Reiches lockt automatisch Helden an, von denen man immer einen von zwei auswählen darf. Zusammen mit der locker leichten Bedienung und der Cell-Shading Grafik mit schönen Zaubereffekten und den immer größer werdenden Städten, macht Legendary Heroes schon sehr viel Spaß. So locker geht es auch in den Gefechten zu. Sehr schnell hat man die Steuerung begriffen und kann sich um die Strategie kümmern. Die dynamisch generierten Karten, die Möglichkeit eigene Truppen zu gestalten, der integrierte Modsupport und die recht lebendige Spielwelt geben Fallen Enchantress – Legendary Heroes einen Wiederspielwert, den kaum ein anderes Spiel bieten kann.

    Die Schattenseite

    Wo Licht ist, da ist zumindest ein wenig Schatten. Und so geht es auch diesem Spiel. Die unzureichende deutsche Lokalisierung mit englischen Tutorialvideos und gelegentlichen englischen Wörtern und Satzfetzen fällt da als Erstes auf. Desweiteren nettäuschen die miesen Modelle der Helden und Truppen, die man sich ganz nah im Detailbildschirm der Einheit ansehen muss. Kleinere Probleme beim Drehen der Kamera oder die gewöhnungsbedürftige Oberfläche gehen daneben fast unter. Wie auch im Hauptspiel könnte die KI fordernder sein und auf dem diplomatischen Parkett realistischer reagieren. Das letzte Update auf Version 1.3 schafft hier zumindest etwas Abhilfe. Das soll aber nicht heißen, dass man sich hier nicht die Zähne ausbeißen kann. Schnell sind wichtig Truppen verloren und können nur langwierig ersetzt werden. Kluges Handeln erfordert auch der Einsatz von Magie, die man nicht nur im Kampf auf Einheiten, sondern auch auf eigene und gegnerische Städte wirken kann. Das Spiel hat etwas Komplexität dazugewonnen, was vor allem die Hardcore-Strategen unter uns ansprechen soll.

    Fazit

    Strategiefans mit einem Hang zur Fantasy werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Stardock zeigt, dass Rollenspiel und 4X eine sehr gute Mischung sein können. Hoch anrechnen muss man ihnen vor allem den langen Atem bei der Entwicklung des Spiels. Bis auf kleinere Bedienprobleme der Kamera, die etwas gewöhnungsbedürftige Oberfläche und die sehr schlechten Detaildarstellungen der Einheiten, gibt es kaum etwas zu kritisieren.

    Wertung


    Pro

    • lebendige Fantasy-Welt
    • umfangreiches 4X mit Rollenspielelementen
    • einfache, flüssige Bedienung

    Contra

    • miese Charakterdarstellungen
    • unvollständige deutsche Lokalisierung
    • Oberfläche mit kleineren Schwächen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christian Häusler 24.Aug.2013 2.973 x gelesen