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    Zur traditionsreichen Fallout-Reihe muss man ja eigentlich nicht mehr viel sagen. Stattdessen beginne ich direkt mit meinen Ausführungen zum mit Spannung erwarteten neusten Ableger, für den so mancher Arbeitnehmer in weiser Voraussicht bereits einen Teil des wertvollen Jahresurlaubs eingeplant hatte.

    So war das nicht gedacht

    Werbeversprechen kann man einfach nicht trauen – erst recht nicht in Zeiten der Apokalypse. Im Vault 111 soll den Bewohnern ein komfortables Weiterleben ermöglich werden, wenn Atombomben zum Einsatz kommen. Als dann wirklich der Ernstfall im altmodisch-futuristischen spielbaren Prolog entritt, kann sich die Hauptfigur samt Partner und Säugling auch mit knapper Not in den Bunker retten. Doch dann läuft alles anders als geplant. Unfreiwillig eingefroren, wird man nur zwischendurch mal kurz aufgetaut, um Zeuge des gewaltsamen Ablebens des Ehemanns/der Ehefrau und der Entführung des Babys zu werden.
    Zweihundert Jahre nach dem Atomkrieg betritt der Protagonist dann die völlig veränderte Welt, muss sich in der verstrahlten Ödnis zurechtfinden und den gekidnappten Sprössling suchen. Wobei diese eigentliche Mission angesichts unzähliger Ablenkungen oft in den Hintergrund gedrängt wird. Dazu später mehr.

    Hier lebte die Hauptfigur einst mit ihrer Familie

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    Hier lebte die Hauptfigur einst mit ihrer Familie

    Boston im Jahr 2287

    Vor dem Spielstart wird im Charaktereditor die Hauptfigur, Männlein oder Weiblein, mit einer typischen Auswahl an Hautfarben, Frisuren oder vorgegebenen Visagen ausgestattet, um dann noch weiter individualisiert zu werden. Die verschiedenen Gesichtsdetails sind auf intuitive Weise zu verändern, man kann etwa nach Herzenslust die Nase langziehen oder die Backen aufpusten.
    Außerdem werden Punkte auf die sieben Grundwerte wie Kraft, Intelligenz und Charisma verteilt.
    In umschaltbarer Ego- oder Third-Person-Perspektive erforscht man dann die Gegend rund um Boston, beziehungsweise was davon übrig ist. Dort warten zahllose Hochhausruinen, von Feinden besetzte Fabrikhallen, eingestürzte Brücken, mehr oder weniger geplünderte Geschäfte und auch die eine oder andere echte Sehenswürdigkeit.
    Abseits der städtischen Szenerie durchquert man unter anderem eine komplett verstrahlte Wüste (Schutz und einen ausreichenden Heilmittel-Vorrat nicht vergessen!) oder erkundet das Innere eines noch immer bewohnten Bunkers. Die Spielwelt ist abwechslungsreich und weitgehend offen. Lediglich beim Betreten von großen Gebäuden oder manchen Stadtvierteln muss man mit recht langen Ladezeiten leben.
    Die Präsentation der Schauplätze überzeugt durch den erwähnten Abwechslungsreichtum und viele liebevolle Details wie auf Wände gesprühte Nachrichten, Hinterlassenschaften verschwundener Bewohner oder dekorativ platzierte Skelette. Eine nette Verneigung vor alten Spieleklassikern gibt es in Form verschiedener versteckter Module, welche auf dem berühmten Pip-Boy gezockt werden dürfen. In der typischen grünen Optik kann man sich da z.B. an einem Donkey-Kong-Klon versuchen.
    Auch die teils abenteuerlich aussehenden Ausrüstungsteile der Personen – etwa seltsame Gitterkonstruktionen rund um den Kopf – bieten was fürs Auge. Trotzdem wäre bei der Grafik sicherlich noch mehr drin gewesen, vor allem häufige Clippingfehler oder sonstige Patzer wie fehlende Lippenbewegungen trüben das Gesamtbild.

    Vault-Tec Assisted Targeting System

    Im Bereich der Gegner gibt es nicht zuletzt typisches Endzeit-Gesocks wie Rieseninsekten, unverschämte Banditen, aggressive Maschinenwesen oder zombieartige Gestalten, denen die Strahlung das Gehirn verbrutzelt hat. Apropos Strahlung: Die schädliche Kraft lauert an allen Ecken und Enden darauf, dem Helden seine Gesundheitsleiste zu verkürzen (was dann erst wieder mit entsprechender Medikation zu beheben ist). Ob unbehandeltes Wasser, verschiedenste eigentlich heilende Nahrungsmittel, der Biss eines Monsters oder ein Spaziergang durch bestimmte Gebiete bzw. den Gewitterregen.
    Und dann wären da natürlich auch noch die Kämpfe als hauptsächliche Gesundheitsgefahr. Die Auswahl an Mordwerkzeugen ist reichhaltig – Nahkampfwaffen wie Machete oder Baseballschläger, verschiedene Granaten und Schießprügel von Pistolen, über Schrotflinten und Energiewaffen bis zu richtig dicken Wummen (Mini-Atombombe per Fatman gefällig?) und ein paar Exoten wie einem Müll verschießenden Exemplar.
    Die Gefechte lassen sich wahlweise in Shooter-Manier und Echtzeit austragen, oder aber unter Einsatz des schon aus dem Vorgänger bekannten strategischen Kampfsystems V.A.T.S., für das die Zeit nun verlangsamt (nicht angehalten) wird. Dort kann man unter anderem die derzeitige Wahrscheinlichkeit für das Treffen einzelner Gegner-Körperteile sehen und diese gezielt ausschalten. Hierbei muss man aber auch noch die verfügbaren Aktionspunkte im Auge behalten. Rollende oder platzende Köpfe sind in den spaßigen Ballereien an der Tagesordnung.
    Besonders spektakulär wird das Kampfgeschehen beim Einsatz mächtiger Kampfanzüge, durch die der Protagonist fast selbst wie ein waschechter Mech herumspaziert. Später können diese dicken Hüllen mit coolen Extra wie einer Jetpack-Funktion aufgepeppt werden.
    Durch sechs, jederzeit wechselbare Schwierigkeitsstufen ist es möglich, den Grad der Herausforderung in den Gefechten anzupassen. Darüber hinaus wird die Spielfigur natürlich auch kontinuierlich stärker. Beim Levelaufstieg kann man die Grundwerte steigern und vor allem zwischen zahlreichen damit zusammenhängenden Perks wählen. Investiert man Skillpunkte in die Hackerfähigkeit oder ins Schlösserknacken, können kompliziertere Apparaturen geöffnet und beeinflusst werden. So kann man automatische Geschütze deaktivieren, feindliche Roboter zu vorübergehenden Verbündeten umprogrammieren und haufenweise zusätzliche Beute entdecken. Andere Perks erhöhen z.B. die Widerstandskraft gegen Strahlung, machen den Helden zum besseren Tüftler, lassen ihn schlagkräftiger mit bestimmten Waffentypen umgehen, stärken die Überredungskunst im Umgang mit dem anderen Geschlecht oder sorgen für eine verbesserte Erfahrungspunkteausbeute. Die Charakterentwicklung fand ich ziemlich frei und auch motivierend, weil es wirklich möglich ist, eigene Schwerpunkte zu setzen und andere Bereiche zu ignorieren.

    Zusammen ist man weniger allein

    Bei all den Gefahren sind gute Freunde Gold wert. Zum Glück kann der Protagonist immer zusammen mit einem KI-Kumpel losziehen. Ein schon durch die Werbung und zahlreiche Vorschauen prominenter Vertreter dieser Begleiter ist der treue, niedlich fiepende Schäferhund Dogmeat, der nicht nur im Kampf beherzt zubeißt und mit der Zeit weitere Kniffe erlernt, sondern auf Kommando auch Gegenstände einsammelt und (wie jeder der Kameraden) eine wertvolle Erweiterung des gewichtsbeschränkten Inventars darstellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Christina Schmitt 29.Nov.2015 3.203 x gelesen

    Fallout 4
    Publisher Bethesda
    Hersteller Bethesda
    Genre Rollenspiel
    Altersfreigabeab 18 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC10.11.2015 Kaufen
    PS410.11.2015 Kaufen
    Xbox One10.11.2015 Kaufen
     

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    vom 16.Feb.2016 0 Kommentare