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    Mit Final Fantasy XV ist Ende November der aktuellste Teil der wohl bekanntesten JRPG-Reihe erschienen. Square Enix entführt uns in eine Welt, gemischt aus Fantasy und modernem Setting. Ob sich die knapp 10 Jahre Entwicklungszeit ausgezahlt haben, schauen wir uns im Test einmal genauer an.

    ffxv-cover

    (c) Square Enix
    seit 29.11.2016 im Handel
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    Eure Majestät
    Zu Beginn des Spiels werden wir ohne große Umschweife direkt in die Geschichte geworfen. Als Prinz Noctis verlassen wir gemeinsam mit unseren Freunden Prompto, Gladiolus und Ignis die Königsstadt Lucis. Unser Ziel lautet, sicher bei unserer eigenen Hochzeit mit dem Orakel Lunafreya anzukommen. Diese Hochzeit hat politische Hintergründe, durch sie soll ein Friedensabkommen zwischen dem Königreich und dem Niflheimer Imperium besiegelt werden. Jenes Abkommen scheitert aber schon, sobald wir uns auf den Weg zur Reise machen: Feindliche Truppen überfallen den Thronsaal, zerstören die Stadt und töten unseren Vater König Regis. Diese Ereignisse werden im Spiel zwar ausreichend deutlich, der zum Spiel gehörende Film Final Fantasy XV: Kingsglaive greift diese Geschehnisse jedoch noch detaillierter auf.
    Das einzige Bestreben vom nun neuen König Noctis lautet: Rache an Niflheim. Storytechnisch geht es außerdem um die Entwicklung der Beziehung zwischen den Charakteren und dem Zusammenschweißen der Gruppe als Einheit von Freunden. Hier bedient sich Square Enix zwar durchaus an einigen Klischees (der Tollpatschige, der Muskelprotz, der Denker und der junge naive Prinz) jedoch werden diese menschlich und glaubhaft transportiert und durch einige ironische Anspielungen passend entkräftet.

    Spielerisch bewegen wir uns gemeinsam mit unseren Begleitern und unserem königlichen Auto durch die offene Spielwelt und erledigen fleißig Haupt- und Nebenquests die uns Erfahrungspunkte und neue Gegenstände einbringen. In den ersten 70% des Spiels bleibt es auch dabei, gegen Ende wird es dann deutlich linearer. Dies ist im Vergleich zu vorherigen Teilen also genau umgekehrt, nach Beendigung des Spieles haben wir jedoch noch die Möglichkeit in die offene Welt zurückzukehren, um Nebenquests und weitere Spielinhalte zu erledigen.
    Die Freiheit die uns in der offenen Welt geboten wird ist gigantisch und erinnerte mich zwischenzeitig an The Witcher 3. Inhaltlich gibt es etwas weniger zu entdecken als dort, jedoch wird das Erkunden belohnt und durch optionale Dungeons und Nebenquests attraktiv gemacht. Fortbewegen tun wir uns in dieser Welt entweder mühsam zu Fuß, per Chocobo-Ritt (den bekannten Vogelwesen aus der FF-Reihe) oder mit unserem Fahrzeug auf den Straßen.

    Ungefähr 50 Stunden dauert es, bis wir sämtliche Haupt- und Nebenquests im Spiel erledigt haben. Durch die motivierende Suchtspirale aus Leveln, finden von neuen Gegenständen und Erkundungsdrang, fliegen diese einfach an uns vorbei. Square Enix weiß also noch, wie es funktioniert.

    Action statt Warten
    Von vielen Fans wird das neue Kampfsystem als Stilbruch empfunden. Dies läuft nicht wie gewohnt rundenbasiert oder per Timer ab, sondern in actiongeladener Echtzeit. Wer nun glaubt, dass dadurch der taktische Aspekt von Final Fantasy zu kurz kommt, liegt jedoch falsch. Die Wahl unserer Waffen (Kurzschwert, Dolch, Breitschwert, Magie, Lanzen usw.) beeinflusst den verursachten Schaden und die Effektivität stark. Durch passgenaues Ausweichen und Kontern von Angriffen und dem hin- und herwarpen per Waffenwurf entsteht eine Art kriegerischer Tanz, bei dem es Spaß macht zuzusehen und die Gegner stilsicher zu erledigen. Unseren Mitstreitern können wir per Kurzbefehl Anweisungen geben, welche in der Praxis auch recht genau und zügig umgesetzt wurden. Durch die fehlende Begrenzung des Kampfgebietes sind so taktisch völlig neue Möglichkeiten und Herangehensweisen möglich, die in einem rundenbasierten Spiel nie denkbar wären. So verflog meine anfängliche Skepsis gegenüber dem Echtzeit-Kampfsystem schnell und ich konnte mir kein Rundensystem mehr hineindenken.

    Schöne neue Welt
    Die Grafik des Spiels ist eine Wucht, die offenen Landschaften sind detailliert gestaltet und bieten enorm viel Spielraum zum Erkunden und zwischenzeitigen innehalten. Technisch läuft das Spiel aufgrund dieser hohen Texturdichte nur mit 30 FPS, dies ist zu verkraften, 60 FPS wären jedoch noch schöner gewesen. Lediglich die sehr (!) langen Ladezeiten auf der Xbox One gingen mir zwischenzeitig auf die Nerven, wenn ich knapp 60 Sekunden untätig vor dem Bildschirm saß.
    Erstmals in der Geschichte von Final Fantasy wurde das Spiel komplett mit deutscher Sprachausgabe vertont, diese klingt authentisch und überzeugend, jedoch stellte ich aus Gewohnheit nach ca. einer Stunde auf die englische Sprachausgabe um. Durch diese Wahlmöglichkeiten werden aber wohl alle Spieler gleichermaßen glücklich. Der Soundtrack des Spiels ist in gewohnt hoher Qualität. Die Szenerien werden episch und modern untermalt. Während unserer Autofahrten haben wir sogar die Möglichkeit den Soundtrack in Form von CD’s zu verändern und uns darunter auch Musikstücke von vorhergegangen Final Fantasy Teilen anzuhören.

    Square Enix veröffentlicht für Final Fantasy XV zum ersten Mal in der Geschichte der Spielereihe einen Season Pass, welcher knapp 25 € kostet. Dieser schaltet in der Zukunft noch weitere Spielinhalte frei, welche die Story und das Spielgeschehen nachträglich noch erweitern sollen. Was sich genau hinter diesen Inhalten versteckt, ist bisher im Detail noch nicht bekannt.

    Fazit

    Final Fantasy XV ist Rollenspielkost vom feinsten. In den knapp 50 Stunden Spielzeit werden wir Zeuge einer fantastischen Reise rund um Freundschaft, Politik und Verantwortungsbewusstsein. Das motivierende Level- und Kampfsystem schaffte es, mich Stunden an den Bildschirm zu fesseln. Lediglich kleinere Technikschnitzer schmälern das Spielerlebnis zwischenzeitig, trotzdem kann jeder, der mit JRPGs etwas anfangen kann, beherzt zugreifen.

    Wertung


    Pro

    • wunderhübsche Grafik
    • 50 Stunden Spielzeit
    • passender Soundtrack
    • authentische Charaktere
    • flottes Kampfsystem
    • deutsche Synchronisation

    Contra

    • sehr lange Ladezeiten
    • auf 30 FPS gelocked

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Abenteuer, Fantasy, Spiele
    von Pascal Requardt 12.Dez.2016 1.231 x gelesen