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    Langsam müsste Kratos doch sämtliche antiken Monsterbacken ausgerottet haben… Der neuste Ableger der beliebten Schlachtplatte kommt mal wieder als Prequel daher und erzählt auf zwei, zwischendurch mehrmals wechselnden Zeitebenen, von Ereignissen noch vor dem ersten God of War. Nach der tragischen Ermordung seiner Familie sucht Sonys Vorzeige-Antiheld eine Möglichkeit, sich aus der Knechtschaft des verhassten Kriegsgottes Ares zu befreien. Während der anderen Phasen ist ihm genau das bereits gelungen, als Strafe für seinen Eidbruch bekommt er es aber mit den überaus lästigen Furien zu tun, die in der griechischen Sagenwelt für solche Fälle zuständig sind. Die Story ist sicherlich nicht gerade das Highlight dieses Spiels, wird aber durch schicke kurze Zwischensequenzen samt sehr guter Sprecher (Deutsch, Englisch und weitere Sprachen stehen zur Auswahl) ganz ordentlich erzählt.

    So geht es los: Kratos als Gefangener der Furien

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    So geht es los: Kratos als Gefangener der Furien

    Antike Action
    Das Grundprinzip dürfte inzwischen jeder kennen, der spielemäßig nicht völlig hinterm Mond lebt. Kratos legt sich mit allerlei mythologischem Monsterpack an – Satyre, Zyklopen und was der antike Hintergrund noch so alles hergibt. Per Quadrat- sowie Dreieck-Taste und natürlich mit passenden Combos vertrimmt man die Viecher, daran hat sich nichts geändert. Auch diverse Quick Time Events setzen wie gewohnt eine Portion Reaktionsvermögen voraus. Die Ergebnisse sind wie üblich ausgesprochen blutig und ziemlich eklig. Da werden Schädel zertreten oder bis zur Brust gespalten, Wirbelsäulen gebrochen und jede Menge Gliedmaßen abgetrennt.

    Trotzdem wurden dem Kampfsystem ein paar zaghafte Neuerungen verpasst. Als dauerhafte Waffen nutzt der schlecht gelaunte Spartaner diesmal lediglich seine an Ketten befestigten Chaosklingen, zusätzliche Mordwerkzeuge gibt es bloß in begrenzt haltbarer Form. So kann man etwa einen für heftige Schläge geeigneten Schild in den Levels stehend finden bzw. Feinden entreißen oder den Widersachern Speere um die Ohren werfen. Um manche Gegner zu entwarfen, beherrscht Kratos nun einen entsprechenden Fußtritt. Ein spaßiges Feature der Gefechte ist außerdem die Möglichkeit, sich Monster zu krallen und wild mit den Kettenklingen herumzuschleudern. Mit der Zeit erlernt der Hauptdarsteller ergänzend ein paar Formen göttlicher Magie für seine Waffe, die man entfesselt, um z.B. bösartige Tentakel aus der Unterwelt zu beschwören. Mit gesammelten roten Orbs lassen sich die einzelnen Magie-Varianten verbessern.

    Archimedes, ich hasse dich
    Die Schwierigkeitsschwankungen kamen mir diesmal etwas ausgeprägter vor als früher. Gerade manch dicker, gefährlich aussehender Brocken macht Kratos weniger Probleme als Gegnergruppen im selben Gebiet, die durch ihr ständiges Blocken nerven, so Combos unterbrechen und den Fluss des Kampfes empfindlich stören. Und kurz vor Schluss kommt noch mal eine (in meinen Augen echt unfaire) Stelle, die wahrscheinlich so manchen Controller das Leben kosten wird, inzwischen aber wohl per Patch etwas entschärft wurde.
    Wirklich bildschirmfüllende Bosskreaturen könnten zahlreicher sein, nichtsdestotrotz erlebt man spektakuläre Momente wie den Flug auf Riesenschlangen, schwingt über bodenlose Abgründe, rutscht rasant Abhänge hinunter und kann erneut die monumentale Architektur der Umgebungen bestaunen. Es fehlt dem Ganzen meistens bloß der letzte Aha-Moment – vielleicht hat God of War III seine Sache einfach zu gut gemacht und in Sachen Bombast Maßstäbe gesetzt, die vom aktuellen Spiel nun nicht zu übertreffen sind. Dazu kommen ein paar Schönheitsfehler wie gelegentliches Tearing, unpraktische Kameraperspektiven und Ruckler.
    Gefallen haben mir aber auf jeden Fall einige Rätsel von Ascension. Neben simplen Schaltern kommt dabei u.a. ein Zauber zum Einsatz, mit dem man bestimmte Objekte zerfallen oder sich wieder zusammenfügen lässt. Manchmal muss dieser Prozess auch mittendrin gestoppt werden, um etwa dadurch in der Luft hängende Elemente als Plattformen für Sprünge zu benutzen. Die zweite neue Fähigkeit lässt einen Doppelgänger auftauchen, der z.B. Kurbeln festhält, während sich der echte Kratos anderen Aufgaben widmet. Beide Kräfte sind übrigens auch im Kampf verwendbar.

    Gemeinsam metzeln
    Ganz neu ist der Multiplayermode als Ergänzung zur ca. 8-10 Stunden dauernden Einzelspielerkampagne (welche durch mehrere Schwierigkeitsgrade und ein New Game Plus samt freigeschalteten Upgrades aber auch noch einen gewissen Wiederspielwert bietet).
    In der Multiplayer-Arena schwört man einem von vier Göttern Treue, wodurch unterschiedliche Kräfte und Magien zu erhalten sind. Auf den großen, clever gestalteten Maps müssen Altare von den Spartaner- oder Griechen-Teams in Besitz genommen werden, Schatztruhen, Portale und diverse Fallen machen die Gefechte interessanter. Leider werden die Matches aber auch recht chaotisch. Durch ein Erfahrungs- und Fähigkeitensystem kann man die Ausstattung des eigenen Kriegers verbessern.
    Fans von stärker werdenden KI-Gegnerwellen dürfen sich stattdessen mit einem Freund in die kooperative Arena bei „Trial of the Gods“ wagen.

    Fazit

    God of War: Ascension wäre ein durchaus beeindruckendes Spiel – hätte ich nicht schon die fünf bisherigen Serienteile und etliche Nachahmer erlebt. So trifft man zwar immer noch auf einige spektakuläre Kreaturen, kann hübsche antike Bauwerke bestaunen und hat nach wie vor Freude an der typischen blutigen Monstervernichtung, es fehlt aber das gewisse „Wow!“. Außerdem nerven Übersichtsprobleme und ein paar Macken des Kampfsystems. Vielleicht sollten die Entwickler Kratos bald in Rente schicken oder ihm erst in ein paar Jahren einen Neuanfang auf der PS4 spendieren, bevor die Reihe ganz ausgelutscht ist. Denn Ausgelutschtheit kann wohl kaum etwas sein, wonach so ein strammer Spartaner strebt...

    Wertung


    Pro

    • einige spektakuläre Momente
    • insgesamt doch wieder schicke Präsentation
    • jede Menge blutige Kratos-Action
    • interessante Rätsel

    Contra

    • Abnutzungserscheinungen
    • kleine Grafikpatzer und Übersichtsprobleme
    • schwankender Schwierigkeitsgrad

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Abenteuer, Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 28.Mrz.2013 2.571 x gelesen

    God of War: Ascension
    Publisher Sony
    Hersteller Sony
    Genre Action-Adventure Hack&Slay
    Altersfreigabeab 18 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PS313.03.2013 Kaufen
     

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