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    Fünf Jahre nach dem Release des letzten God of War Titels (Ascension) und drei nach dem Release des Remakes von Teil 3 für die PS4, ist mit God of War nun der nächste Teil, der berühmten Hack and Slay Action Reihe rund um Kratos erschienen. Schafft das Reboot der Serie die Fußstapfen der Vorgänger zu füllen oder bleibt es durch das neue Setting hinter den Erwartungen zurück? Wir haben einen genauen Blick auf den Titel geworfen, um bei der Entscheidung zu helfen.

    Gott des … Nordens?
    Das Setting von God of War stellt zu den zahlreichen Vorgängern eine komplette Umorientierung dar. Fernab der griechischen Mythologie hat es Kratos in die nordische Mythologie verschlagen. Dort lebt er mit Frau Fey und Sohn Atreus in vermeintlichem Frieden, bis eines Tages Fey verstirbt. Ihr letzter Wunsch war es, dass ihre Asche zum höchsten Berg des Landes getragen wird und von dort verstreut wird. So machen wir uns als Kratos also gemeinsam mit Sohn Atreus auf den langen Weg. Bei einer Spielzeit von ca. 30 – 35 Stunden erahnen wir schnell, dass dieser Weg nicht so gradlinig verlaufen wird, wie es geplant war.

    Entgegen Kratos‘ ursprünglichem Charaktertyp, bekommen wir im aktuellen Titel eine emotionale und tiefgehende Vater-Sohn-Beziehung präsentiert, die zwar nicht durch übertrieben blumige Momente glänzt, jedoch durch Szenerie und Gespräche eine harte, herzliche Verbindung offenbart. Auch nach der sehr umfangreichen Kampagne, die im Übrigen ein sehr befriedigendes Ende abliefert, haben wir noch die Möglichkeit die halb offene Spielwelt zu erkunden und versteckte Gebiete und neue Gegenstände zu finden und zu erkunden. So kommen noch einmal ca. 10-15 Stunden Spielzeit oben drauf. Da die Story in Hauptquests und Nebenquests eingeteilt ist, können wir uns diesen Nebenaufgaben (falls wir sie verpasst oder ausgelassen haben) auch noch nach dem Abschluss der Hauptgeschichte widmen.

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    Auf dem Weg müssen wir uns gegen Hunderte verschiedene Gegnerarten aus der nordischen Mythologie stellen und nebenbei noch Odins Boten bekämpfen, die er schickt, um uns als Fremdem im Land das Leben zur Hölle zu machen. Hierbei nutzen wir als neue Waffe die Leviathan-Axt, die ähnlich wie Thors Hammer über eine Rückholfunktion verfügt und so auch als mächtiges Wurfgeschoss verwendet werden kann. Sohn Atreus kann uns im Kampf per Pfeil und Bogen unterstützen und so die Aufmerksamkeit der Gegner gezielt auf sich lenken. Per Tastendruck können wir ihm befehlen, anvisierte Gegner zu beschießen. Dies funktioniert in der Praxis auch sehr flüssig und effektiv. Zu keinem Zeitpunkt fühlte ich mich von Atreus gestört oder erlebte ihn als überflüssig.

    Gegenstände kommen in Form von Waffenupgrades, neuen Fähigkeiten und neuen Rüstungen für Kratos und Atreus einher. So bekommt die Reihe plötzlich einige RPG-Elemente spendiert, die aber gut funktionieren. Auch einige Rätselelemente wurden in die halb offene Spielwelt integriert. Hierbei benötigt es manchmal etwas um die Ecke denken, die meisten Rätsel waren aber schnell lösbar. Abseits vom gradlinigen Weg gibt es zudem einiges zu finden wie genannte Ausrüstung oder versteckte Areale, es lohnt sich also links und rechts vom Wegesrand, zu gucken.

    Die Charaktere, die uns auf unserer Reise begegnen, unter anderem die Weltenschlange, eine Hexe aus dem Wald und zwei zerstrittene Zwergenbrüder, die nebenbei noch Schmiedemeister sind, wirken alle absolut authentisch und bringen ihren eigenen Charme mit. Hier wurde extrem auf die Charakterentwicklung und deren Einflüsse geachtet.

    Was die Steuerung anbelangt ist GoW absolut genau und lässt uns nach einer kurzen Lernphase Kratos über den Bildschirm tanzen und unsere Gegner mit gekonnten Axtkombos in Teile schlagen. Der Rage-Balken aus den Vorgängern ist auch beim aktuellen Titel wieder dabei und lässt nach Aufladung ein Gewaltfeuerwerk auf unsere Gegner niederprasseln. Die Kamera ist anders als bei den Vorgängern immer hinter unserem Rücken (Single-Shot-Kamera), wodurch Gegner, die sich direkt hinter uns befinden, nur durch eine Anzeige bemerkt werden können und nicht durch direktes Sehen. Hier benötigen Serienveteranen eventuell eine kurze Eingewöhnungsphase.

    Der Schwierigkeitsgrad von God of War lässt sich im Allgemeinen als hoch bezeichnen. Selbst auf der „normalen“ Stufe hatte ich bei einigen Gegnern Probleme, wenn ich nicht taktisch genug vorgegangen bin. Aufgrund einiger Frustmomente habe ich mich dann für den „Story-Schwierigkeitsgrad“ entschieden, der ein entspanntes Spielerlebnis mit sich bringt.

    Grafisch liefert God of War uns nahezu fotorealistische Pracht auf den heimischen Fernseher. Auf der PS4 Pro haben wir die Wahl, zwischen einem Performance-Modus (1080p Auflösung mit möglichst hoher Framerate 30-50 FPS ca.) und einem Optik Modus (4K Auflösung mit möglichst konstanten 30 FPS). Ich entschied mich aufgrund meines 4K Fernsehers für Letztere und war völlig hin und weg von den Details, Lichteffekten und Umgebungstexturen. Probeweise habe ich den Titel jedoch auch auf meiner „normalen“ PS4 getestet, auch hier bekommen wir ein Grafikfeuerwerk abgeliefert. Von den düsteren Umgebungen der nordischen Mythologie, den Lavawelten, den flackernden Lichteffekten, von kleinen bis großen Gegnern usw. bekommen wir eine wunderbar dichte Atmosphäre präsentiert.
    Der Soundtrack von GoW ist episch, kräftig und in jeder Situation des Spiels passend auf die Szenerie und das Gameplay abgestimmt.

    Fazit

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit God of War ein nahezu perfekter Exklusivtitel für Sonys aktuelle Konsole erschienen ist. Von der dichten Atmosphäre, dem passendem Soundtrack, der genauen Steuerung, der fast fotorealistischen Grafik bis hin zur emotionalen, brachialen Vater-Sohn-Geschichte verwoben mit der nordischen Mythologie, bekommen sowohl Actionfans als auch Serieneinsteiger und Veteranen ein Rundum-sorglos-Paket für gute Unterhaltung abgeliefert. Wer bestimmte Inhalte an God of War auszusetzen hat, meckert wirklich auf sehr hohem Niveau.

    Wertung


    Pro

    • emotional, brachiale Vater-Sohn-Geschichte
    • fast fotorealistische Grafik
    • passender Soundtrack
    • gute Steuerung
    • hoher Umfang (35-50 Stunden)
    • gelungenes Reboot

    Contra

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Abenteuer, Fantasy, Spiele
    von Pascal Requardt 11.Mai.2018 362 x gelesen