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    Nach Erscheinen der dritten Episode aus dem aktuellen Telltale-Adventure gibt es hier mal einen Zwischenstand.

    Eine große Verantwortung
    Peter Quill aka Star-Lord und seine im wahrsten Sinne des Wortes bunte Crew geraten in ein ungeahntes neues Abenteuer, als ihnen nach dem Sieg über Gamoras bösen „Vater“ Thanos ein geheimnisvolles Artefakt in die Hände fällt. In dem Relikt schlummern gewaltige Kräfte, die sich auch düstere Weltraumbewohner zunutzen machen wollen. Der Beginn einer actionreichen Reise in fünf Teilen, die Peter und seine Leute vor so manche moralische Zwickmühle stellen wird.

    Das Spiel erzählt, wie man sieht, eine von den beliebten Filmen unabhängige Story, deren Atmosphäre den Kino-Abenteuern aber durchaus nah kommt. Nicht zuletzt durch den wirklich coolen, nostalgischen Soundtrack vergangener Jahrzehnte. Und auch die Action und der Humor stimmen – z.B. die Sprüche von Drax, der alles wörtlich nimmt, oder so manche überdrehte Interaktion zwischen den Besatzungsmitgliedern. Die gelungenen Dialoge werden durch eine professionelle englische Sprachausgabe abgerundet, als Unterstützung sind direkt deutsche Untertitel mit an Bord.
    Unter leichtem Zeitdruck zu wählende Gesprächsoptionen beeinflussen oft den weiteren Verlauf des Dialogs und die Reaktionen des Gegenübers, teils kommen die Charaktere auch noch eine ganze Weile später darauf zurück und beschweren sich beispielsweise über vermeintliche Ungerechtigkeiten.

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    (c) Warner Bros.
    Season Pass Disc seit 04.05.2017 im Handel
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    Gewohntes Gameplay
    Neben Gesprächen und komplett automatisch verlaufenden Sequenzen sind wie üblich Kampfeinlagen in Form einfacher Reaktionstests zu bestreiten, bei denen Analogstick-Bewegungen oder Button-Betätigungen innerhalb kurzer, aber stets fairer Zeitfenster gefordert werden.
    An manchen Stellen übernimmt der Spieler direkt die Kontrolle über unseren Star-Lord und muss kleine Umgebungen erkunden bzw. einfache Rätseleinlagen wie das Betätigen außerirdischer Mechanismen bewältigen.
    Während sich die Quick Time Events flott und intuitiv wie eh und je bedienen lassen, ist die Steuerung beim Herumlaufen verbesserungswürdig, nämlich arg lahm und mit teils ungünstigen Kameraperspektiven versehen.
    Noch schwerer wiegt die Tatsache, dass sich vorhandene Features wie Mister Quills Raketenschuhe, eine Art Radar zum Suchen von Hinweisen oder der Funkkontakt zu den Begleitern streng auf fest vorgegebene Situationen beschränken und leider sehr simpel gestrickt sind.
    Mit einer Spieldauer von ca. einer Stunde pro „Folge“ fällt der Umfang auch nicht gerade üppig aus.

    Die Stärke des Spiels ist erneut seine Story. Eine wichtige Rolle spielen hier insbesondere Kindheitserinnerungen von Peter im Bezug auf seine verstorbene Mutter. Und auch Szenen aus der Vergangenheit mehrerer Begleiter bekommt man zu sehen. Die Rückblicke sind stellenweise traurig, verleihen den Charakteren mehr Tiefe und machen die Gründe für ihr Verhalten und ihre inneren wie äußeren Konflikte deutlich.
    Unterschiedlich ist die Sicht der Figuren auf zentrale Aspekte der ganzen Relikt-Geschichte, was dem Spieler die anstehenden Entscheidungen nicht unbedingt leichter macht. Durch manche Wahl kann man es sich zumindest vorübergehend mit mindestens einem der Gefährten verscherzen. Trotzdem bleiben die Entscheidungen aber häufig ohne große Konsequenzen und ich fürchte, dass selbst bei den schwierigsten und größten (die Kern-Entscheidung von Episode 3 fällt richtig schwer) letztendlich mal wieder alles so zurechtgedreht wird, dass sie fast aufs gleiche hinauslaufen. Das wäre ja nicht das erste Mal…
    Am Ende jeder Episode kann man wie gewohnt bezogen auf die zentralen Entscheidungen einen Vergleich mit der Gesamt-Community betrachten.

    Fazit

    Auch dieser Spiel-exklusive Ausflug der Guardians of the Galaxy bietet viel von der unterhaltsamen Mischung, für die Fans die Marke lieben. Das Episoden-Abenteuer liefert Action, Humor und einen coolen Retro-Soundtrack. Durch die Blicke in die Vergangenheit gewinnen die sympathischen Charaktere außerdem an Tiefe. Außer bei den Entscheidungen hat der Spieler allerdings keinerlei Freiheit – das Gameplay ist mal wieder arg simpel. Viele der Wahlmöglichkeiten sind außerdem kaum mehr als Fassade und verändern den Story-Verlauf nicht wesentlich. Wer die typische Art der Telltale-Adventures mag und etwas für die Vorlage übrig hat, macht mit dem Kauf nichts falsch, alle anderen halten besser Abstand.

    Wertung


    Pro

    • typische Guardians of the Galaxy-Atmosphäre
    • Action und Humor
    • interessante Story mit Einblicken in die Vergangenheit der Charaktere
    • toller Soundtrack und überzeugende englische Sprachausgabe
    • Entscheidungsmöglichkeiten

    Contra

    • simples Gameplay ohne Freiheit und Anspruch
    • Konsequenzen der Entscheidungen sind oft oberflächlich
    • optisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Christina Schmitt 29.Aug.2017 808 x gelesen