• Werbung

  •  
    Anmelden

    Nach fünf Jahren ist nun der Nachfolger zu Homefront aus dem Jahr 2011 erschienen. Aber die Entwicklung stand mit zwischenzeitlichem Entwickler- und Publisherwechsel unter keinem guten Stern. Ob Dambuster Studios mit Homefront: The Revolution trotzdem überzeugen können, lest ihr bei uns im Test.

    (c) Deep Silver
    seit 20.05.2016 im Handel
    Bei Amazon bestellen

    Von der Technik zum Krieg
    Wir schreiben das Jahr 2029 in einer alternativen Timeline: Die digitale Revolution fand in den 70er Jahren in Nordkorea statt, wodurch das Land zum mächtigsten der Welt aufstieg. Die koreanische APEX Corporation schafft Waffen, Militärausrüstung und andere Kriegsspielzeuge und exportiert diese ausgiebig an die USA. Dies geht bis zu dem Punkt gut, an dem die Amerikaner ihre Schulden nicht mehr tilgen können. Nordkorea entscheidet sich dafür, die technisch verbaute Backdoor-Technologie anzuwenden, um sämtliche Utensilien auf einmal lahmzulegen und damit gleichzeitig das gesamte US Militär. Zusätzlich marschiert die koreanischen Volksarmee (KVA) in den USA ein, stiehlt die natürlichen Ressourcen des Landes zur Schuldenbegleichung und unterdrückt die hilflose Bevölkerung. Wir als Spieler finden uns in Philadelphia in der Rolle des Protagonisten Ethan Brady wieder, der dem Widerstand beitritt, um sich gegen die Unterdrückung der KVA zu wehren.
    Die Geschichte ist solide und bietet durchaus Potenzial, hat aber keine nennenswerten Höhepunkte und vieles ist zu vorhersehbar.

    „Krieg, Krieg bleibt immer gleich.“
    Homefront: The Revolution bietet uns sowohl eine Einzelspielerkampagne als auch einen 4-Spieler-Coopmodus mit insgesamt sechs Missionen, jedoch keinen klassischen PvP Multiplayer Modus.

    Gameplaytechnisch finden wir einen Open-World-First-Person-Shooter vor, welcher uns in große, frei begehbare Gebiete schickt. Jeder Stadtteil hat entweder eine rote (zerstört und das Betreten durch die KVA verboten), gelbe (Zivilbevölkerung) oder grüne Färbung (wichtige Zonen der KVA, Rathaus usw.), in welchen wir Haupt- und Nebenmissionen erledigen müssen. Diese gestalten sich eher generisch und nicht wirklich spannend und beinhalten Ziele a la „zerstöre den Panzerwagen“, „infiltriere diese Basis“, „unterstütze deine Kameraden an Punkt XY“ usw. Spielerisch sind diese Missionen jedoch durchaus anspruchsvoll und setzen eine vorsichtige, taktische Herangehensweise voraus. Das liegt auch daran, dass uns die feindlichen Wachen sehr schnell entdecken, sobald wir nur einmal minimal aus der Deckung herauskommen. Deshalb ist der Schwierigkeitsgrad recht anspruchsvoll.

    „Far Cry-mäßig“ gibt es massig Sendemasten und Widerstandsposten auf der Karte zu entdecken und freizuschalten, hierdurch erhalten wir Schnellreisepunkte, Waffenschränke und neue Missionsziele. Anfangs sind diese Freischaltungen noch optional, im Verlauf der Story werden sie jedoch Pflicht, um weiter voranzukommen, dadurch kann sich durchaus eine Langeweile einstellen, wenn wir eigentlich nur wissen möchten, wie es weitergeht und nicht auf Turm Nummer X klettern wollen, um ein Funksignal herzustellen. Durch diesen Umstand wird die Spieldauer von 10-13 Stunden teils künstlich in die Länge gezogen ohne unterhaltsame Inhalte, zu bieten.

    Grenzenlose Möglichkeiten?
    Das Spiel bietet uns nur eine Handvoll Waffen im Kampf gegen die KVA, dies ist jedoch in Hinblick auf die Story durchaus realistisch. Die vorhandenen Waffen können wir komplett modifizieren und so Visiere, Schalldämpfer, Granatwerfer usw. montieren. Ein Sturmgewehr wird so mit ein paar Handgriffen zum Scharfschützengewehr oder wieder zur Pistole. Durch die zwei vorhandenen Währungen (Geld und Techpunkte) können wir uns neue Waffen aus Waffenkisten kaufen und Widerstandsgadgets (Ablenkungssender, Hackmodule, Annäherungsbomben usw.) freischalten.

    Einen Talentbaum zur Verbesserung unserer Fähigkeiten finden wir leider nur im Coopmodus, dieser hätte dem Singleplayer durchaus gut getan, um eine individuelle Charakterentwicklung zu schaffen. Der besagte Coopmodus bietet uns mit bis zu drei Mitspielern eine Auswahl von Missionen an, welche wir gemeinsam in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden absolvieren können, diese Missionen sind völlig unabhängig von der Kampagne und es stellt sich nach mehrfachem Abschließen auch eher ein Gefühl der Wiederholung ein. Hier wären ein paar mehr Missionen wünschenswert gewesen.

    Ansehnlicher Aufstand?
    Ich fand Homefront: The Revolution grafisch und atmosphärisch sehr schön, die Lichteffekte und die zerstörte Umgebung vermitteln das Revolutionssetting glaubwürdig und ziehen uns direkt in ihren Bann. Aber leider läuft das Spiel auf der XOne irgendwo zwischen 30-40 FPS, dies ist im Vergleich zur Konkurrenz arg wenig, lässt das Spielgeschehen an einigen Stellen zur Ruckelpartie werden und bereitet uns beim Zielen mit der Waffe zwischenzeitig Schwierigkeiten. Noch dazu lässt das alle paar Minuten erfolgende, automatische Speichern, das Spiel jedes Mal (!) für ca. 2 Sekunden einfrieren.

    Der Soundtrack und die Waffensounds sind sehr gut gelungen und unterstreichen die Atmosphäre. Das Trefferfeedback jedoch erinnerte mich irgendwie an Kirmesfiguren, die umklappten, hier fühlt sich das Schießen auf die Gegner eher unbefriedigend an, da es keinen Unterschied dabei gibt, ob wir in die Luft schießen oder auf einen Gegner.

    Fazit

    Homefront: The Revolution ist ein solider Shooter mit einer in Ansätzen interessanten Story aber auch einigen Schwächen. Die Entwickler setzen keine neuen Maßstäbe im Shootergenre, nutzen jedoch altbekannte gut funktionierende Elemente. Für Spieler, die verwandtes Gameplay und eine seichte Story mögen ist Homefront: The Revolution durchaus einen Blick wert, alle anderen sollten es vorher einmal anzocken.

    Wertung


    Pro

    • Glaubwürdige Atmosphäre
    • Solides Shootergameplay
    • Interessantes Setting…

    Contra

    • … welches jedoch nicht komplett genutzt wurde
    • Keine zeitgemäße Technik
    • Teils eintönige Aufgaben
    • Schwaches Trefferfeedback

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

    Klicke für mehr zum Thema ,

    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Pascal Requardt 30.Mai.2016 1.398 x gelesen