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    Mit Horizon Zero Dawn wagen sich die Killzone-Entwickler Guerrilla Games erstmals an ein futuristisches Open-World Spiel, gepaart mit einem Steinzeitsetting. Ob dieses Wagnis belohnt wurde oder ob der „Schuster“ lieber bei seinen Leisten bleiben sollte, haben wir uns im Test genauestens angeschaut.

    Horizon Zero Dawn

    (c) Sony Entertainment
    seit 01.03.2017 im Handel
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    Apokalypse tritt auf Zukunft
    Ungefähr 1.000 Jahre nach dem Ende der uns bekannten Zivilisation sind nur noch wenige Menschen übrig, die sich in Stämmen zusammengeschlossen haben und gemeinsam ums Überleben kämpfen. Den größten Feind stellen hierbei die mysteriösen Maschinenwesen dar, die sich wie wilde Jagdtiere auf dem Planeten tummeln.
    Wir spielen Aloy, ein Mädchen, das als Ausgestoßene bei ihrem Ziehvater in der Wildnis aufwächst, nachdem ihre Mutter nach der Geburt verschwunden ist. Das Spiel lässt uns Aloys Kindheit bis hin zur jungen Erwachsenen in einer Art Zeitraffer miterleben und vermittelt uns parallel dazu in einem Tutorial die Grundsteuerung und Struktur des Titels. Dies geschieht in einem sehr angenehmen Tempo, welches sich genug Zeit lässt uns umfangreich über die Gegebenheiten und Besonderheiten der Spielwelt, zu informieren. Sämtliche offene Fragen rund um die riesige offene Spielwelt von Horizon Zero Dawn und die Geschichte von Aloy, werden in den knapp 50 Stunden Spielzeit jedoch vollständig geklärt.

    Das Rad neu erfunden?
    Vom Aufbau und Questdesign erinnert Horizon Zero Dawn stark an Genrekonkurrenten wie The Witcher 3, von der Bewegung des Charakters eher an ein Tomb Raider oder Uncharted. Durch Haupt- und Nebenquests treiben wir die Geschichte voran. Dabei stoßen wir zwar auch auf ungeliebte Klassiker wie „Hole mir drei Exemplare von diesem Gegenstand“ oder „Bring bitte Person A diesen Gegenstand“, der Spielspaß wird dadurch jedoch zu keinem Zeitpunkt getrübt. Die meisten Quests verbinden Stealth-Elemente mit dem flotten Kampfgameplay und lassen uns nach eigener Vorgehensweise Lager einnehmen oder Hinweise für einen Storyzusammenhang sammeln. In Brutstätten, die vom Aufbau an Dungeons erinnern, können wir Bosse erledigen und zusätzliche Belohnungen dafür einheimsen. Hier treffen wir zudem auf verschiedene Rätsel. Diese sind durch die vorhandene Fokusmechanik interessant aufgebaut, trotzdem kommt zu keiner Zeit wirkliches Kopfzerbrechen auf.

    Unsere Hauptgegner sind die genannten Maschinenwesen. Sie alle haben ihre Eigenarten und Schwachpunkte, welche wir uns, genau wie die Laufrouten per Fokusfähigkeit farblich hervorheben lassen können. Am einfachsten kämpft es sich schleichend, aus der Deckung heraus, da unüberlegtes, Angreifen oft mit dem Tod endet, der durch das gute Speichersystem aber keine gravierenden Folgen hat.

    Trotz der riesigen offenen Welt sind die dazugehörigen Aufgaben wie das Erkunden der Karte, das Sammeln von Gegenständen und das Jagen wesentlich abwechslungsreicher und intuitiver in den Spielfluss eingebettet, als bei der Genrekonkurrenz. Zu keinem Zeitpunkt fühlte ich mich vom Spiel dazu genötigt nun einen Bereich der Karte aufzudecken, gewisse Maschinenarten zu jagen, um benötigte Materialien zu erhalten oder unnötige Kräuter einzusammeln. Das Spiel schafft es, dem Spieler diese in vielen anderen Titeln lästigen Tätigkeiten schmackhaft zu machen, indem es mit der Neugier und dem Entdeckungsdrang spielt. Die Spannungskurve wird stets auf einem hohen Niveau gehalten, sodass ich nach jeder Spielsession schon wieder planen konnte, was ich am darauffolgenden Tag alles erledigen wollte, ohne mich gehetzt zu fühlen.

    Ich hatte beim Spielen oft das Gefühl, noch andere Dinge erledigen zu wollen (!) bevor ich weiter in der Hauptgeschichte vorangeschritten bin, was mir persönlich bisher bei keinem Open-World Titel in der Form passiert ist. Trotz der passenden Rollenspielaspekte wie dem Modifizieren der Waffen, dem Ausbau des Skillbaums und dem recht taktischen Kampfsystem, fühlte ich mich nie davon erdrückt oder überfordert. Horizon Zero Dawn gelingt in allen Bereichen genau die richtige Dosierung. Das Spiel bleibt stets abwechslungsreich und bietet genügend Freiraum für spontane Ideen und alternative Herangehensweisen des Spielers. Wer das Spiel einmal zu 100% durchspielt, hat inhaltlich zwar alles gesehen, jedoch zeichnet sich Horizon Zero Dawn durch die alternativen Herangehensweisen aus, die einem erfahrenen Spieler im zweiten Durchlauf noch einmal andere Möglichkeiten bieten. Der normale Schwierigkeitsgrad fällt für gekonnte Spieler, trotz einiger happiger Gegner, recht niedrig aus, lässt sich aber je nach Bedarf nach oben oder unten regulieren.

    Schöne alte Welt
    Was jedem direkt zu Beginn auffallen wird, ist die umwerfende Grafik, die an gewissen Stellen nicht mehr weit vom Fotorealismus entfernt ist. Knackig scharfe Texturen, sich im Wind bewegende Gräser und Sonnenuntergänge, die echter nicht aussehen könnten, verleihen dem Titel eine sehr dichte Atmosphäre und einen hohen Detailgrad, der mich auch nach vielen Spielstunden noch innehalten ließ, nur um die Szenerie zu betrachten. Auch der Soundtrack unterstreicht die Geschichte und das Setting des Spiels atmosphärisch, ohne dabei nervig zu werden. Zwischenzeitig wunderte ich mich, wie die Entwickler von Guerrilla Games es geschafft haben so viel Leistung aus der mittlerweile fast 4 Jahre alten Hardware zu holen.

    Fazit

    Horizon Zero Dawn orientiert sich zwar durchaus an bekannten Genregrößen wie The Witcher oder Far Cry, setzt aber völlig neue Maßstäbe, was das Storytelling durch authentische Reaktionen der Bewohner, die grafische Qualität und die Gestaltung des Gesamtwerkes angeht. Zudem habe ich selten solch eine charismatische Protagonistin wie Aloy in einem Open-World Szenario spielen können. Für jeden, der auch nur entfernt etwas mit offenen Welten und Actionspielen mit Rollenspielelementen anfangen kann, spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus. Schöner und emotionaler kann man die knapp 50 Spielstunden aktuell kaum verbringen.

    Wertung


    Pro

    • nahezu fotorealistische Grafik
    • interessante Protagonistin
    • riesige Open-World mit viel Leben und Inhalt
    • stimmiger Soundtrack
    • unverbrauchtes Setting
    • flüssiges Gameplay

    Contra

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Science-Fiction, Spiele
    von Pascal Requardt 18.Mrz.2017 835 x gelesen