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    Manchmal frage ich mich, ob denn die Zeit wirklich so schnell vergeht und ob die Spiele von damals wirklich so viel besser waren als die Versuche, die heute ins Rennen geschickt werden. Die älteren Zocker erinnern sich bestimmt noch an Dungeon Keeper – feines Spiel, das vom Nachfolger auch noch getoppt wurde. In dessen Fußstapfen will nach Dungeons nun auch Impire treten, aber das ist wahrlich kein leichtes Unterfangen, zumal die Vergangenheit immer große Füße hat und die neuen Schuhe kommen immer irgendwie schmaler daher.

    Das Böse ist doch eigentlich das Gute
    Mit einer schrägen, wenn auch nicht überzeugenden Hintergrundgeschichte wartet die Kampagne auf, mit der sich Solo-Spieler in das Gameplay einarbeiten können. Die Geschichte um den finsteren Hexenmeister Oscar van Fairweather, der seinem heraufbeschworenen Imp-Lord Baal erklärt, dass das Böse eigentlich das Gute sei und deshalb nun die Welt beherrschen müsse, ist arg konstruiert und nur teilweise lustig inszeniert. Die Zwischensequenzen sind größtenteils überflüssig, auch wenn der eine oder andere Kalauer zündet, so sind die Animationen bescheiden oder unpassend – von Lippensynchronität ganz zu schweigen. Aber es gibt einen roten Faden und wir dürfen als Lord Baal unter gütiger Anleitung von Oscar ein unterirdisches Gewölbe ausbauen, Feinde fernhalten und auch noch die Hallen der Gegner erkunden und plündern. Klingt ganz nett, ist aber so, wie das Freischwimmerabzeichen in der Badewanne zu machen: keine große Herausforderung. Das liegt am friedlichen Gameplay, bei dem Lord Baal und auch seine Truppen, die praktischerweise in maximal fünf Vierer-Gruppen zusammengestellt werden können, jederzeit die Möglichkeit zur Teleportation haben. Der Kampf gegen den feindlichen Hexenmeister läuft nicht wie gewünscht? Also ab in die Küche, wo die Schergen etwas zu futtern bekommen und die Gesundheit wieder aufgeputscht wird. Danach wieder zum Feind teleportieren, der, bis auf die sich mitunter selbst heilenden Bosse, arg geschwächt geblieben ist und nun von uns plattgemacht wird. Fordernd wird es dadurch selbst auf dem höchsten der fünf Schwierigkeitsgrade nicht.
    In dieser Form kann auch online gegen bis zu drei andere menschliche Gegner gekämpft werden: Fünf Minuten Zeit, das Dungeon aufzubauen und abzusichern, dann werden die Pforten geöffnet und das wilde Kämpfen kann beginnen. Blöd, dass die Teleport-Sache hier auch genutzt werden kann, so ist ein ziemlich wildes Geklicke vorprogrammiert. Solche Gefechte können nicht gegen den Computer, sondern nur online ausgetragen werden. Sprich: Online = Gefechte, Offline = Kampagne. Ein Koop-Modus fehlt demnach, schade.

    Nicht viel Auswahl im Hauptmenü

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    Nicht viel Auswahl im Hauptmenü

    Sammeln, Aufbauen und Plattmachen
    Dabei ist die Arbeit unter Tage gar nicht so übel: Wir brauchen Pilze und Waren und Geld, um alles meistern zu können. Pilze können gesammelt werden, Geld bekommen wir, wenn wir Helden gefangen nehmen und gegen ein Lösegeld wieder freilassen. So lassen sich unsere Hallen immer weiter ausbauen, hier kommt noch eine Waffenkammer dazu, sodass wir Fallen aufstellen und einfallende Gegner direkt dezimieren können, ohne dass unsere Truppen in der Nähe sind. Zwar wollen die Feinde gern mal Abkürzungen nehmen, indem sie Leitern in das Dungeon schieben und darüber eindringen wollen – wer aber schnell genug ist, zerstört die Leitern und dann müssen die Burschen den Haupteingang benutzen, der perfekt geschützt ist.
    Alles sehr durchschaubar und ohne große Schwierigkeit zu bewältigen, Spaß kommt aber dennoch auf, wenn auch nicht im ganz großen Stil, weil zu vieles zu einfach oder auch einfach zu seicht im Gameplay ist. So machen sich die unterschiedlichen Einheiten, die wir heraufbeschwören können, kaum im Kampf bemerkbar. Priester, Beserker oder Recke – alles ganz nett, nur reichen auch immer fünf Vier-Mann-Truppen von irgendetwas und der Feind ist platt.
    Niedlich und nett, aber woher kommen sie denn?
    Optisch sieht Impire gar nicht so schlecht aus, vieles ist sogar recht ansprechend und detailliert umgesetzt. So werden die verschiedenen Räume, die wir im Dungeon erstellen, von einem fleißigen Arbeiter beackert und in der Küche stellen sich die geschundenen Schergen brav an die Theke und bekommen ihre Mahlzeit serviert. Die Kämpfe sind dahingehend dann schon wieder unübersichtlich – klar, wenn sich auf engem Raum die Massen prügeln, dann sind nur noch Verlustwerte erkennbar. Stufenlos lässt sich in die Karte raus- und reinzoomen, richtig übersichtlich ist es aber nie. Und warum zur Hölle gibt es Nebenmissionen an der Oberfläche, um noch Waren, Geld oder Pilze aus anderen Dungeons zu erbeuten, wenn diese Aktionen nur im Hintergrund und vollkommen automatisch ablaufen? Die Lokalisierung beschränkt sich auf die Bildschirmtexte, die Sprachausgabe ist in Englisch. Dummerweise ist das Spiel auch nicht ganz fehlerfrei, ein paar Abstürze kamen während des Testzeitraums vor.

    Fazit

    Hm. Also schlecht ist Impire wirklich nicht, es ist nur ein überschaubares Spiel. Klar, für 19,99 kann man vielleicht kein umfangreiches, tiefschürfendes Gameplay erwarten, aber ein paar Kleinigkeiten hätten schon besser gelöst werden können. Das Balancing ist unausgegoren, die Flucht über den Teleport nimmt zudem jegliche Schärfe aus den Kämpfen. Dennoch macht der Titel für eine kurze Weile Spaß und vielleicht kommt ja noch ein Patch, der ein paar Schwächen behebt.

    Wertung


    Pro

    • nette Optik
    • niedriger Preis

    Contra

    • wenig Spieltiefe
    • zu einfach

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Armin Sengbusch 26.Feb.2013 2.069 x gelesen

    Impire
    Publisher Paradox
    Paradox
    Genre Strategie
    Altersfreigabeab 12 Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC08.03.2013 Kaufen
     

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