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    Mehr als 20 Superhelden in einem Spiel, eine krude Geschichte und dann auch noch Prügel-Spaß ohne Ende? Geht das? Ja, das klappt bei Injustice – Götter unter uns (IGUU) ganz hervorragend. Sogar besser, als ich es dachte und wer mit dem Kampf-Genre nicht vollkommen auf Kriegsfuß steht, sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren. Allein schon deshalb, weil wir die Welt retten können.

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    Warner Bros. Interactive
    USK: ab 16
    PS3, Wii U, X360
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    Verdammt, wer kämpft denn hier nun gegen wen?

    Superhelden en masse, es gibt nicht nur Batman, es gibt nicht nur Superman, es gibt auch Flash und Green Arrow – und es gibt passend dazu auch jede Menge Schurken. Ob nun Joker, Doomsday oder Raven, alle tauchen nicht nur im Spiel auf, sie dürfen auch übernommen werden, ohne, dass wir dabei irgendeinen der 24 Charaktere freispielen müssen.
    Doch Moment, erst einmal das Offensichtliche: IGUU kommt mit den zwei obligatorischen Modi on- und offline. Die Online-Variante leidet aber unter Optionsarmut – es können nur VS-Kämpfe ausgetragen werden, Vielfalt wird kleingeschrieben – und es gab während des Tests immer wieder Verbindungsabbrüche, was den Spielspaß doch erheblich bremste. Wenn es denn mal lief, dann auch flüssig – immerhin.
    Offline bietet der Titel aber auch schon eine Menge Spielspaß – natürlich kann auch gegen einen Freund gekämpft werden, wenngleich hier derselbe Kritikpunkt zutrifft wie beim Online-Spiel: Optionsarmut. Diese trifft auf das Solo-Spiel allerdings nicht zu, denn es stehen einige Modi zur Verfügung.
    Es beginnt mit einer Geschichte, die tatsächlich auch eine ist und keine lose Aneinanderreihung von Kämpfen. Gut, es gibt jetzt kein erzählerisches Meisterwerk zu bestaunen, aber eine ziemlich wilde Rahmenhandlung mit einem – Verzeihung – angepissten Superman, der in seiner Welt für Recht und Ordnung sorgen will. In seiner Welt? Oh ja, liebe Freunde, es gibt nicht nur ein Universum, sondern mindestens noch ein weiteres und das sorgt für Verwirrung und Komplikationen. Was zunächst nach einer Batman-Geschichte aussieht, entpuppt sich als munteres Wechseln von Superhelden – frei nach dem Motto: Jeder kommt mal dran. So dürfen wir in der Geschichte unter anderem auch mal mit Joker zuschlagen.
    Da wären dann noch die Kämpfe, bei denen zehn Gegner besiegt werden müssen. Hier stehen zahlreiche Varianten zur Verfügung, beginnend mit zufällig ausgewählten Feinden kommen dann immer vielfältigere Varianten zum Einsatz, darunter ein Zeitlimit von 2 Minuten oder auch alle Gegner mit nur einer, sich nicht wieder erholenden Gesundheitsanzeige zu erledigen. Nicht alle sind sofort spielbar, sie müssen im Lauf des Spiels mithilfe von Zugriffskarten freigeschaltet werden. In den »S.T.A.R. Labs« gilt es hingegen, insgesamt 240 Sonderaufgaben zu erfüllen: Fünf Aufgaben stehen zu Beginn zur Verfügung, wir bekommen für erfüllte Aufgaben Sterne und schalten somit weitere Aufgaben frei. Schließlich warten noch Einzelkämpfe auf uns und das Training, bei dem wir Kombos und Spezialattacken der Recken üben können. Daneben steht ein umfangreiches Tutorial zur Verfügung, um sich mit der Steuerung vertraut zu machen. Ob nun Neuling oder Veteran im Fighting-Genre, einmal Durchspielen lohnt.

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    Gleich legt Flash richtig los - für den Gegner wird es eng.

    Bis Level 32 und so weiter

    Spielerisch ist IGUU eine Wundertüte: Zum einen ist es leicht zugänglich, zum anderen erstaunlich vielfältig und jeder Charakter hat eine Vielzahl an persönlichen Angriffen und Abwehraktionen. Allein das Balancing ist schlecht ausgewogen, hier sind einige Helden etwas im Vorteil. Wer sich die Mühe macht, sich mit einem Charakter nachhaltig auseinanderzusetzen, kann mit dem Titel sehr viel Spaß haben. Wobei im Single-Modus die Modi Kämpfe, S.T.A.R. Labs sowie auch die Geschichte so ausgelegt wurden, dass wir alle Charaktere spielen können müssen.
    Auf dem höchsten der fünf Schwierigkeitsgrade ist der Titel fordernd, auf dem leichtesten fast schon Casual-Gaming. Insgesamt aber keine schlechte Mischung, auch wenn die Steuerung etwas zu schwammig ausgefallen ist, sofern sie mit dem Xbox-Controller umgesetzt wird. Dafür sind Analog-Stick und das Digipad einfach zu ungenau – wer einen Arcade-Stick sein Eigen nennt, hat deutlich bessere Karten und auch mehr Spielspaß. Mit dem richtigen Timing spielt sich IGUU dann wunderbar flüssig und es lassen sich beachtliche Kombos hinlegen.
    Nach jedem Kampf gibt es XP, mit denen wir aufsteigen. Nicht etwa, um Charaktere aufzuwerten, sondern um Zugriffskarten oder Arsenalschlüssel zu bekommen, mit denen wir Gegenstände oder Spielerbilder freischalten können. Unter anderem sind auch so nützliche Dinge wie XP-Multiplikatoren mit dabei, damit wir schneller aufsteigen und noch mehr Punkte sammeln können.

    Wenn es kracht und rummst und blitzt

    Was wirklich Spaß macht bei IGUU, ist, dass die Umgebung wunderbar in die Kämpfe einbezogen wurde. So nehmen Objekte und auch der Hintergrund zunehmend Schaden, wir können die Umgebung aber auch für uns nutzen und den Gegner mit einem Auto schlagen, die kalte Luft aus der Klimaanlage auf den Gegner loslassen oder andere fiese Kleinigkeiten machen. Da es einige verschiedene Hintergründe gibt, kann man viel entdecken und auch nach einigen Stunden findet sich immer wieder ein neuer Kniff. Schade nur, dass die Hintergründe optisch nicht auf dem neuesten Stand sind, viele Texturen sind eher breiig, sodass man nicht so genau hinsehen darf. Nett hingegen ist es, dass immer zwei Schauplätze miteinander verbunden sind und wir, wenn wir an den Rand des einen geraten, den Gegner mit einem wuchtigen Schlag und mit einigem Substanzverlust in die nächste Kulisse prügeln können. Das sieht schick aus und bringt auch noch Abwechslung ins Spiel.
    Die Kämpfer sehen gut aus, die Animationen sind flüssig und es sind sogar Wunden an den Charakteren zu erkennen. Blut fließt also auch, aber nicht in rauen Mengen.
    Während die Geschichte mit vielen Zwischensequenzen daherkommt, geht es bei den Kämpfen und S.T.A.R. Labs wortkarg zu. Die Synchronisation ist gut gelungen, hier gibt es – ebenso wie beim Soundtrack – nichts zu bemängeln.

    Fazit

    Tja, ich hatte es nicht erwartet, bin aber freudig überrascht: Injustice ist ein gutes Spiel geworden, dem nur ein kleines Stück fehlt, um auch einen Award einzuheimsen. Kritikpunkte sind die mauen Hintergrundgrafiken und der schwächelnde Online-Modus, der bei einem Fighting-Game einfach dazugehört. Der SinglePlayer-Modus kann zwar auch langfristig überzeugen, bietet Veteranen aber auf Dauer keine ernsthaften Gegner, auch wenn die Herausforderungen hier und da ziemlich happig sein können. Durch den einsteigerfreundlichen Schwierigkeitsgrad ist das Spiel auch Genre-Neulingen zu empfehlen.

    Wertung


    Pro

    • 24 Superhelden und -schurken
    • umfangreicher Solo-Modus
    • viele freischaltbare Dinge
    • einsteigerfreundlich

    Contra

    • schwacher Online-Modus
    • Hintergrundgrafiken breiig

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Armin Sengbusch 7.Mai.2013 5.222 x gelesen