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    Einmal die Rolle von Kirk, Picard, Janeway, Admiral Adama und wie sie sonst noch alle hießen übernehmen, ein Traum der in Computerspielen – bis auf wenige, ältere Ausnahmen – nie so richtig wahr geworden ist. Dies soll nun durch das Kickstarter-Spiel Into The Stars anders werden. Ein Captain, ein Schiff, eine Crew, ein Haufen Zivilisten, bösartige Aliens und ein wichtiges Ziel – alle Zutaten sind da. Schauen wir mal was es geworden ist.

    Titus Nova
    Das Ziel in „Into The Stars“ ist die erdähnliche Welt Titus Nova. Die letzte Zufluchtsmöglichkeit der Menschheit, die von Aliens namens Skorn seit Jahren immer wieder angegriffen wird. Da das Ende absehbar ist, wurden Archen gebaut, um sich vor den fiesen Weltraummonstern in Sicherheit zu bringen. Aber alle bisherigen Versuche sind fehlgeschlagen und der Spieler muss nun mit der Ark-13 den letzten Versuch zum Erfolg bringen.
    Dazu muss der Spieler eine Crew zusammenstellen, Rohstoffe von Planeten fördern, mit Aliens handeln, neue Schiffskomponenten finden, den Verbleib der anderen Archen aufklären und natürlich mit den Skorn kämpfen. Blöd nur, dass kurz vor Ende der Sprungantrieb ausfällt und wir den Rest der Reise durch ein Minenfeld voller Aliens „zu Fuß“ zurücklegen müssen.
    Jedes Spiel soll dabei etwas anders ablaufen, je nach gewünschter Schwierigkeit, Hintergrund des gewählten Kapitäns und Ausrüstung des Schiffes. Je nachdem kann man sich mehr Zeit bei der Erkundung der Raumsektoren lassen oder nicht. Wartet man zu lange, werden die Skorn aufmerksam und schauen öfters mit ihren Kampfschiffen vorbei. Auf der anderen Seite müssen wir aber immer wieder Rohstoffe sammeln, was Zeit kostet. Wir müssen also das richtige Timing finden.
    Die Idee ist sehr gut und bietet spannende Momente – besser gesagt: könnte für spannende Momente sorgen.

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    Zu Beginn bekommt man eine kurze Einweisung und muss dann Schwierigkeit, Hintergrund des Kapitän und Ausstatung des Schiffs wählen.

    Ein guter Anfang und drei Minispiele
    Ein bisschen Nostalgie kam beim Spielen auf. In den späten 80ern und frühen 90ern waren Spiele wie „Öl Imperium“ sehr gefragt. Sie verbanden nüchterne Themen mit „actionreichen“ Minispielen, wie Bohren, brennende Plattformen löschen oder Pipelines bauen. So ähnlich ist der Ansatz auch bei „Into The Stars“.
    Der Hauptteil des Spiels besteht darin von einem Planeten zum Nächsten zu schippern, um weitere Ressourcen zu sammeln. Die Navigation ist dabei denkbar einfach gelöst. Wir können die Ark-13 per Tastatur wenden, rollen und die Geschwindigkeit regulieren. Viel mehr müssen wir nicht wissen, der Rest funktioniert mit der Maus, mit der man sich auch schön im Weltraum umsehen kann.
    Für unsere Rohstoffe wird ein Förderschiff ausgesandt und ein Bohren-Minispiel beginnt. Das ist auch ganz nett umgesetzt, müsste man es nicht immer und immer wieder ausführen. Mit einem Bohrer müssen wir uns durch die Schichten kämpfen und verhindern, dass wir gegen Quadrate kommen, die unsere Bohrspitze zerstören. Durchbrochen wird das ewige Bohren fast nur durch Ereignisse, die nahezu ausschließlich per Textbox quittiert werden. Dabei geht es vor allem um unsere Zivilisten, die meistens sehr verwöhnt werden müssen, weil sie sonst durchdrehen. Da hat man das Gefühl man ist Kapitän eines Kreuzfahrtraumschiffes. Zum Glück können wir weitere Einrichtungen aufbauen, um die Laune, die Gesundheit oder die Sicherheit zu verbessern. Das wirkt recht unlogisch. Warum sollte es in einem Kolonieschiff noch weiteren Platz für zukünftige Gebäude geben? Würde man nicht so viele Menschen wie möglich retten wollen? Egal, noch ein Mini-Sim-City kann ja nicht schaden. Um unsere Probleme mit der Stadt kümmert sich dann die Brückencrew und dadurch gewinnen sie an Erfahrung. Auch Außenmissionen führen sie aus und so kommen wir auch an neue Teile für unser Raumschiff. Aber auch hier, nur Textadventure.
    Das dritte Minispiel ist dann der Kampf. Man könnte jetzt fragen: „Wow, wir fliegen in einem schön von der Unreal-Engine animierten Weltraum durch die Gegend und der Raumkampf ist dann ein Minispiel?“ Ja, so ist es, leider. In rundenbasierten Schlachten, in denen wir per Mausklick Ziele und Waffenfrequenzen wählen müssen, kämpfen wir um unser Überleben. Wollen wir geschützt bleiben, müssen wir die richtige Farbe für den Deflektor wählen. Genauso müssen die Laser und die Torpedos auf die richtige Farbe (Frequenz) eingestellt werden, um einen Treffer zu landen. Das wirkt wie ein fauler Kompromiss, um das Kommandantengefühl auch in der Schlacht zu haben, obwohl die Schlachten mit der Engine viel besser aussehen könnten. So ist es eher öde.

    Halbgar
    Grafisch bietet das Spiel eine interessante Welt mit vielen schönen Effekten. In den ersten Minuten macht es wirklich Spaß durch den Raumsektor um Titus Nova zu fliegen. Planeten, Planetenreste, Asteroidenfelder, Sterne und auch die Raumschiffe sehen wirklich sehr gut aus. Der Kampf wirkt dann wieder zu simpel in der Aufmachung, genauso wie das Stadtmanagement. Das Bohren geht in Ordnung, ist jetzt aber auch nicht das optische Highlight.
    Es ist wirklich sehr schade, dass gerade die sehr gute Präsentation des Raumfluges nicht für die Raumschlachten verwendet wird. Das wirkt wie ein Bruch, obwohl die Idee dahinter schon verständlich ist. Die schlechten Charakterdarstellungen und Animationen der Brückencrew sind dagegen noch verschmerzbar.
    Die sphärische Untermalung ist wiederum sehr stimmig und fördert gerade beim Durchflug der Systeme und der Vermeidung unserer Feinde für Spannung. Sicherlich ein Pluspunkt des Spiels. Insgesamt wirkt das Spiel aber trotzdem halbfertig und unausgegoren.

    Fazit

    Was als gute Idee angefangen hat, endet hier als nicht ganz vollständiges Spiel. Größtes Manko sind der Kampf, das ewige Rohstoffgrinden, die beliebigen Textadventure-Einlagen für Außenmission oder zivile Ereignisse und das Sim-City für Arme. Bei einem solchen Umfang würde ich dann doch statt der vielen Textelemente mehr Minispiele erwarten. Das Bohren war ein guter Anfang, es hätte aber mehr geben müssen. Bspw. manuelles Scannen von Planeten und Schiffen, Energienetzreparatur, Abwehr von Unruhen, Enterkommandos usw. Am Ende habe ich das Gefühl, dass hier ein Cut gemacht wurde, um es überhaupt fertig zu bekommen. Es wirkt halbfertig. Was sehr schade ist, solche Spiele sind viel zu rar gesät.

    Wertung


    Pro

    • überzeugende Spielidee
    • sehr schöne Präsentation des Weltraums
    • simple Steuerung

    Contra

    • halbherzige Umsetzung
    • ödes Rohstoffgrinden
    • unspektakuläre Kämpfe
    • viele Spielelemente lediglich per Textbox umgesetzt

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Christian Häusler 29.Mrz.2016 1.575 x gelesen

    Into The Stars
    Publisher Iceberg Interactive
    Hersteller Fugitive Games
    Genre Abenteur Echtzeitstrategie Simulation
    AltersfreigabeAb 6 Jahren Jahren
    Weitere Infos
    Termine
    PC04.03.2016 Kaufen