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    Wenn ein Spiel schon Killer is dead (schön, wenn daraus abgekürzt „Kid“ wird) heißt, dann fühle ich mich Zuhause. Das gleich vorweg, damit von mir verteilte Boni auch gleich richtig zuzuordnen sind. Wer auf Schwerter, die Zukunft, abgefahrene, eiskalte, aber trotzdem irgendwie menschliche Charaktere und eine schräge Handlung steht, der sollte gleich mal die Fühler ausstrecken und Vorfreude ansammeln. Schließlich kommt Kid mit allem daher, was ein absolut cooles Spiel eben braucht.

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    (c) Deep Silver
    Systeme: PS3, X360
    ab 30.8.2013 im Handel
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    Auf dem Mond und über Kopf gedacht

    Tja, bei unserem Helden ist wirklich alles drin, was ihn zu einem solchen macht: Keine Emotionen beim Ausüben seines Jobs, dafür hat er extremen Schlag bei Frauen und legt sie reihenweise flach. Im Grunde kennt das wohl auch jeder aus seinem eigenen Leben, wenn er in der Zukunft als Auftragskiller arbeitet, um Verbrecher zu beseitigen. Executioner nennt sich das dann in der Fach-Spiel-Sprache – und Gigolo, wenn es denn darauf ankommt. Damit ist über das Spiel schon fast alles gesagt. Fast, denn die krude, wirklich abgedrehte Geschichte soll nicht unerwähnt bleiben. Es gibt Kurztrips zum Mond und gleich zu Beginn gibt es ein sehr seltsames Haus, bei dem wir um die Ecke oder über Kopf denken müssen. Zudem sind die Dialoge extrem lässig inszeniert. Ein wenig erinnerte mich das Ganze an Riddick – nicht von der Handlung, sondern wegen des coolen Hauptdarstellers. Mondo Zappa ist einfach ein Held, dagegen wehrt er sich auch nicht, sondern trägt dieses Amt mit Würde, erledigt seine Aufträge sehr souverän, auch wenn es hier und da mal etwas knifflig wird. Bevorzugt metzelt er mit dem Schwert, das er lustig vor sich herschwingt. In den „Bonusmissionen“ geht es dann darum, Frauen rumzukriegen. Das ist aber ein eher lästiges Minispiel, bei dem wir unsere Blicke auf das Wesentliche konzentrieren sollen – meistens Brüste – ohne plump zu wirken. Zur Belohnung gibt es von der Frau für den One-Night-Stand eine nette Waffe. Wenn es doch im richtigen Leben auch so wäre …

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    Bild 1 von 6

    Wohin gucken wir denn nun, dass es uns etwas nützt?

    Schwing dein Ding, Alter!

    Wie? Bonus-Waffen? Ich denke, es gibt nur ein Schwert. Da Mondo aber in der Zukunft beheimatet ist, kann er mit seinem synthetischen Arm viele Dinge anstellen. Unter anderem benutzt er ihn als Vielzweckwaffe und ballert damit nach feindlich Gesinnten. Das klappt, wenn auch nicht ganz so gut, wie es könnte, aber dafür sieht Mondo eben immer und überall extrem stylish aus. Im Klartext: Der Grafik-Stil ist sehr eigen, erinnerte mich ein wenig an die Filme „Sin City“ oder auch „A Scanner Darkly“ und konnte mich überzeugen. Allerdings hilft auch die schönste Grafik nichts, wenn sich Hallen und Gänge zu sehr ähneln. Dafür sind die Kämpfe schön inszeniert, es fließt viel Blut und die Feinde werden gern zerstückelt und aufgespießt.
    Die Steuerung unterstützt das Metzeln durch ein paar spezielle Kombos, die es unter bestimmten Bedingungen leicht machen, den Feind fachgerecht zu zerlegen. Gerade bei den Endgegnern hilft das jedoch wenig, zumal auch die Blocken-Funktion nicht immer so greift, wie ich als Spieler es gern hätte. Da hilft dann nur, geschickt auszuweichen und auf den richtigen Zeitpunkt zu warten, um gnadenlos zuzuschlagen.
    Zwölf teilweise recht umfangreiche Missionen warten auf Mondo, immer wieder gibt es auch kleine Rätsel, die gelöst werden müssen, um sich dem Endgegner zu nähern. Es steckt also Vielfalt in dem Titel, der spielerisch aber eher simples Hack‛n‛Slay bietet. Dafür gibt es aber umfangreiche Möglichkeiten, den Charakter, die Fähigkeiten und auch die Waffen aufzuwerten, sodass gerade für Freunde der etwas schrägen Unterhaltung eine Menge Spaß übrig bleibt.

    Fazit

    Tolles Spiel, das hätte noch besser werden können. Aber trotzdem ein tolles Spiel. Das ist das, was ich zwischendurch und auch hinterher dachte. Gerade grafisch und erzählerisch hat es mir Kid angetan, spielerisch ist hingegen noch eine Menge Luft nach oben. Trotzdem ist der weg durch die Missionen kein Spaziergang, es fehlt eben nur an Tiefgang und an Abwechslung. Wer ein simples Hack‛n‛Slay sucht und Spaß an coolen Dialogen hat, der kann bedingungslos zugreifen.

    Wertung


    Pro

    • Schicke Grafik
    • Schräge Geschichte
    • Coole Dialoge
    • Wildes Gemetzel mit netten Finishern
    • Möglichkeiten zum Upgrade von Waffen und Fähigkeiten

    Contra

    • Wenig Abwechslung
    • Einige Levelabschnitte eintönig
    • Blödsinnige Aufreißer-Missionen

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Science-Fiction, Spiele
    von Armin Sengbusch 29.Aug.2013 2.851 x gelesen