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    Mit KONA ist Mitte März eine Mischung aus Walking-Simulator und Point-and-Click Adventure in einem Crime/Mystery Setting erschienen. Der Frage, ob der Indie-Titel unterhalten kann oder sich in der Masse verliert, sind wir im Test auf den Grund gegangen.

    kona-cover

    (c) Koch Media
    seit 17.03.2017 im Handel
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    Eiseskälte
    Als Privatdetektiv Carl Faubert werden wir in den 70er Jahren in ein kleines Dorf im Norden von Kanada gerufen, um Vorfälle von Vandalismus aufzuklären. Als wir in dem Dorf ankommen, merken wir schnell, dass Vandalismus nicht das einzige Problem darstellt. Wir finden unseren Auftraggeber ermordet vor und aus irgendeinem Grund sind sämtliche Bewohner des Dörfchens ausgeflogen. Aufbauend auf dieser Ausgangssituation machen wir uns in der Ego-Perspektive auf die Suche nach Hinweisen, die uns den mysteriösen Umstand erklären können.

    Der Verlauf des Spiels wird durch einen neutralen Erzähler untermalt, der unsere Fortschritte passend kommentiert, wie bei einer Art interaktivem Roman. Dies erinnerte mich von der Machart zu teilen an Dear Esther. Zusätzlich zu den Erzählungen werden unsere Fortschritte automatisch in einem Tagebuch niedergeschrieben, das wir per Pausemenü lesen können. KONA ist jedoch kein reiner Walking-Simulator, sondern verlangt von uns als Spieler auch die Fähigkeit, in der Eiseskälte des kanadischen Winters zu überleben. Hierfür finden wir Gegenstände wie Streichhölzer, Holz und Anzünder, die wir benötigen, um Lagerfeuer und Feuerstellen zu entfachen, um unsere Wärmeanzeige wieder aufzufüllen. Eine wirkliche Gefahr zu erfrieren kommt jedoch so gut wie nie auf, da uns das Spiel die nötigen Ressourcen recht großzügig finden lässt, die wir zudem in unserem Auto, mit dem wir einige Strecken im Spielverlauf zurücklegen müssen, lagern können. Zusätzlich zur Wärmeanzeige müssen wir den Stressfaktor und unsere Gesundheit regulieren, wofür wir gefundene Zigaretten und Medipacks nutzen. Auch diese finden wir zu Genüge, wodurch leider nur selten ein Gefühl von wirklicher Bedrohung entsteht.
    Auf Rätsel in Form von „Finde Gegenstand A und B um sie an Ort C einzusetzen und einen Mechanismus o.ä. in Gang zu bringen“ stoßen wir an vielen Stellen des Spiels. Diese sind für erfahrene Spieler mit ein wenig logischem Denken jedoch keine große Herausforderung. Die benötigten Items werden zudem durch eine gut sichtbare Umrandung hervorgehoben, was das Rätseln zusätzlich erleichtert.

    Absolute Isolation
    Während wir uns durch die verlassenen Häuser der Dorfbewohner wühlen, ist die Kälte nicht unser einziger Feind. Auch umherstreunende Wölfe und fressende Bären begegnen uns, sind jedoch aufgrund der umfassenden Schusswaffenausstattung selten eine ernste Gefahr.

    Die Geschichte des Spiels die wir nach und nach durch Notizen, Zeichnungen und Orte zusammenpuzzeln, entfacht im Laufe der knapp 5 Stunden langen Kampagne eine spannende Atmosphäre rund um übernatürliche Wesen und schreckliche Vorfälle. Visionen, die unser Protagonist an gewissen Punkten im Spiel hat, ergänzen die Erzählung auf hohem Niveau. Je näher wir dem Ende des Spiels kommen, desto spannender wird die Geschichte, sodass ich es nicht abwarten konnte, KONA zu beenden. Die Auflösung der Geschehnisse empfand ich als sehr zufriedenstellend.

    Grafisch sieht KONA für ein Indie-Spiel erstaunlich gut aus, die Texturen sind realistisch dargestellt, die Fahrphysik geht gut von der Hand und die Schnee-Effekte unterstreichen das Gefühl der Isolation und der Eiseskälte authentisch. Der sehr ansprechende Soundtrack untermalt das Setting des Spiels passend und kreiert damit eine spannende, angsteinflößende Atmosphäre die sich gut in das Gesamtbild einfügt.

    Fazit

    KONA ist ein spannendes Indie-Spiel rund um übernatürliche Geschehnisse in einem kleinen Dorf. Fans von Walking-Simulatoren und spannenden Geschichten sowie alternativem Storytelling werden ihren Spaß mit dem Titel haben. Für den Preis von knapp 20 Euro macht man mit KONA nicht viel falsch, da im Gegensatz zu vielen Genrekonkurrenten die Story zu überzeugen weiß. Wer sich jedoch nach extremen Horror und einer hohen Gewaltdarstellung sehnt, sollte sich lieber anderweitig umschauen.

    Wertung


    Pro

    • alternatives Storytelling gut umgesetzt
    • authentisches Isolationsgefühl
    • spannende Story
    • schöner Soundtrack

    Contra

    • Rätsel recht einfach
    • zu viele Ressourcen schwächen den Survivalaspekt

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Abenteuer, Horror, Spiele
    von Pascal Requardt 3.Apr.2017 1.287 x gelesen