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    Wer hätte das gedacht – es gibt tatsächlich Spiele, in denen noch mehr gestorben wird als in Dark Souls 3. Und im Puzzle-Jump&Run Life Goes On kommt man sogar überhaupt nicht darum herum, zahlreiche virtuelle Helden zu opfern, dienen sie doch quasi als Trittsteine, um den Weg für ihre (zumindest sehr vorübergehend) glücklicheren Nachfolger zu ebnen.
    Nachdem das Spiel bereits 2014 als Steam-Version erschien, gibt es nun die erweiterte Fassung mit dem Namenszusatz Done to Death zusätzlich auch für lebensmüde PS4-Ritter. Besitzer der PC-Variante erhalten die Zusatzinhalte übrigens als kostenloses Update.

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    (c) Infinite Monkeys
    seit 17.05.2016 erhältlich
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    Keine Rücksicht auf Verluste
    Ein rücksichtsloser König, der nach dem Kelch des Lebens giert, schickt zahllose Rittersleute auf ein wahres Himmelfahrtskommando durch nun vier (statt bisher drei) Welten mit insgesamt über 65 Levels. Unmengen der hoffnungsvollen kleinen Rüstungsträger ziehen tapfer los, nur um als Lohn der Opferbereitschaft dann doch bloß irgendwelche falschen Trinkgefäße mit weniger interessanter magischer Wirkung (sowas in der Art wie „Kelch der Schluckaufvermeidung“) nach Hause zu tragen.
    Das Spielprinzip beruht darauf, dass nach dem Ableben des aktuellen Ritters dessen Leichnam in der Umgebung zurückbleibt und dann dem nächsten, am derzeitigen Rücksetzpunkt herbeigerufenen Kandidaten wertvolle Dienste leistet. So kann man die Figuren z.B. grausam zwingen, auf Stacheln zu hopsen (was ihrem Nachfolger die Füße schont), von Kettensägen töten und auf Bodenschalter plumpsen lassen, mit Kanonen durch die Gegend ballern, zu Eisklötzen erstarren lassen oder als Verbindungsstück von Stromkreisläufen einsetzen. Dabei gilt es unter anderem, im richtigen Moment Flammenwerfer zu deaktivieren (welche die Leichen sonst zu unbrauchbarer Asche verkohlen lassen) oder knifflige Teleportationssysteme zu nutzen.
    Der Kelch am Ende des Levels ist dabei nur eins der Ziele – wer Vorgaben hinsichtlich der „verbrauchten“ Ritter oder der benötigten Zeit einhält, kann zusätzlich Medaillen abstauben. Auch das „Füttern“ des in jedem Level beheimateten, teils etwas versteckten Knuddelmonsters Jeff wird registriert. Für das Erreichen diverser Meilensteine wie das Sammeln einer bestimmten Menge an Auszeichnungen wird man mit neuem Zubehör für die zufallsgenerierten Charaktere belohnt, die fortan etwa manchmal seltsame Kopfbedeckungen oder ungewöhnliche Waffen wie einen Pfannenwender tragen.

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    Der arme Antoine muss sein Leben lassen, weil sonst der Sprung zu hoch ist

    Für Life Goes On braucht man nur den linken Analogstick (alternativ das Steuerkreuz) und die X-Taste – die Schwierigkeit besteht hier also nicht in komplizierten Bedienelementen, sondern viel mehr im richtigen Timing und dem Durchschauen der pfiffigen Level-Konstruktionen mit all ihren Schaltern und Fallen. Während das bloße Erreichen des Ziels bei den meisten Räumen noch nicht allzu schwer ist (außer vielleicht bei einigen späteren Umgebungen wie denen aus der neuen vierten Welt), kommen durch die Zusatzaufgaben und vor allem auch die Jagd auf die bei diesem Spiel teils sehr kniffligen Trophäen größere Herausforderungen auf Perfektionisten zu.
    Obwohl viele interessante Todesarten und Rätsel enthalten sind, zeigen sich allerdings mit der Zeit (wobei die Spieldauer zumindest beim Auslassen von Zusatzaufgaben nicht sehr üppig ausfällt) doch leichte Abnutzungserscheinungen, weil sich manche Situationen ziemlich ähneln. Nichtsdestotrotz bleibt die rätsellastige Hüpferei aber unterhaltsam und eignet sich mit ihren kurzen Levels recht gut für kleine Runden zwischendurch.
    Sympathisch ist auch die Präsentation des Ganzen. Jeder der zahllosen Helden wird mit einem witzigen, mittelalterlich-deutsch klingenden Namen bedacht, jämmerliche Todesschreie erschallen aus dem Controller-Lautsprecher (auf Wunsch auch deaktivierbar), der Comic-Look sieht recht nett aus und die Hintergrundmusik ist zwar nicht gerade aufwendig, aber nervt zum Glück auch nicht.
    Spektakulär inszenierte Story-Schnipsel darf man allerdings nicht erwarten. Die knappe Geschichte wird lediglich in kurzen, dafür aber lustigen Texten erzählt.

    Fazit

    Das interessante Spielprinzip und die humorvolle Präsentation machen Life Goes On: Done to Death zu einer empfehlenswerten Investition für Fans von Puzzle-Jump&Runs. Es macht Spaß, die armen kleinen Ritter pieksend, brutzelnd und elektroschockend tausend Tode sterben zu lassen. Die Levels sind pfiffig konstruiert, auch wenn sich manche Aufgaben wiederholen oder echte Denksport-Profis nur eher selten ins Grübeln kommen. Durchs Erledigen anspruchsvollerer Zusatzaufgaben und das Sammeln der teils echt kniffligen Trophäen kann man den Schwierigkeitsgrad zum Glück steigern und die Spieldauer deutlich erhöhen.

    Wertung


    Pro

    • interessante Spielidee
    • raffinierte Levelkonstruktionen
    • fordernde Zusatzaufgaben und Trophäen
    • humorvolle Aufmachung

    Contra

    • immer noch etwas zu kurz und für Rätselprofis teils zu leicht
    • ein paar Wiederholungen im Leveldesign

    Hinweis: Für diese Rezension wurde uns vom Hersteller/Verleih/Verlag ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

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    Kategorien: Fantasy, Spiele
    von Christina Schmitt 18.Mai.2016 941 x gelesen